Pencil

Pencil [7] steht in den Paketquellen gängiger Distributionen zum Download bereit. Darüber hinaus bietet das Projekt eine gut gegliederte und verständliche Anleitung [8] an. Allerdings ist auch diese Software nicht mehr ganz taufrisch: Die letzte Version stammt aus dem Jahr 2008. Der Programmierer ließ jedoch vor kurzem verlauten, dass er die Entwicklung einer neuen Version wiederaufgenommen hat.

Animationen editieren Sie mit Pencil über vier verschiedene Layer: Bitmap-Grafik, Vektorgrafik, Kamera und Sound-Ausgabe. Jede dieser Ebenen besitzt eine eigene Timeline, sodass Sie für jede Ausgabeschicht festlegen, was diese zu welchem Zeitpunkt jeweils anzeigt. Beim Zeichnen von Bitmap-Grafiken stehen die Standardzeichentools wie Zeichenstift, Linienwerkzeug oder Farbeimer bereit. Darüber hinaus lassen sich auch externe Grafikdateien importieren.

Der Vektorgrafik-Layer benutzt interessanterweise exakt dieselbe Werkzeugpalette (Abbildung 4). Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Software die Bilder als Vektoren statt als Pixel speichert, was beim Füllwerkzeug jedoch nicht immer problemlos funktioniert. Die Kameraspur definiert für jeden Zeitpunkt den sichtbaren Bildausschnitt, wechselnde musikalische Untermalung realisieren Sie über den Sound-Layer.

Abbildung 4: Pencil bedienen Sie wie ein Malprogramm, allerdings mit zusätzlicher Timeline.

Eine mögliche Zeichenstrategie besteht darin, zuerst eine Bitmap-Grafik zu skizzieren und diese dann mit Vektorgrafiken nachzuzeichnen, sobald das gewünschte Endergebnis feststeht. Im Anschluss kolorieren Sie das Ergebnis noch.

Möchten Sie, dass sich ein Teil der Zeichnung während der späteren Animation verändert, gilt es, das von Hand zu erledigen: Tweening unterstützt Pencil hier nicht. Sie müssen also die Grafik in den nächsten Frame kopieren und jede noch so kleine Änderung einzeichnen, was sehr viel Zeit kostet. Auch wenn Grafiker manchmal behaupten, professionell wirkende 2D-Animationsfilme erfordern das Handzeichnen jedes Frames, wäre es schon hilfreich, etwas automatisierte Unterstützung durch Tweening zu erhalten.

Pencil – Fazit

Pencil punktet vor allem mit seiner intuitiven und leichten Bedienung. Auch die Anleitung lässt sich gut nachvollziehen und ist prägnant formuliert. Insgesamt hinterlässt das Programm einen guten Eindruck – schade nur, dass es keinerlei Tweening-Funktionalität enthält (Abbildung 5).

Abbildung 5: Zwar gibt sich Pencil ausgesprochen funktionsarm, allerdings zu Gunsten einer einfachen Bedienung.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Animationsprogramm Tupi sucht Geldgeber
    Crowdfunding scheint auch für Open-Source-Projekte immer attraktiver zu werden. Jetzt sammeln die Macher des freien 2D-Animationsporgramms Tupi auf Kickstarter 30.000 Dollar.
  • Animationen rendern mit Synfig
    Mit Synfig legt eine professionelle 2D-Animations-Software ihren Quellcode offen. Was das noch in der Beta-Phase befindliche Tool bereits kann, zeigt ein Test.
  • Bewegte Bilder
    Ende 2005 wurde das 2D-Animations-Tool Synfig in die Freiheit entlassen – oder vielmehr: unter die GPL gestellt. Wir schauen, wie es ihm in der freien Wildbahn geht.
  • Animationen mit Synfig erstellen
    3D-Filme sind stark in Mode. Um selbst einen Film in der dritten Dimension zu erstellen, benötigen Sie keine riesige Renderfarm sondern bloß die freie Software Synfig.
  • Linux und Flash
    Für animierte, interaktive Web-Inhalte ist Flash heute das Mittel der Wahl. Mit Flash und Linux prallen jedoch Welten aufeinander: Die derzeitigen Open-Source-Lösungen zum Flash-Authoring bieten nur rudimentäre Möglichkeiten.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2017: EFFIZIENTES BÜRO

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit der Maus
Thomas Roch, 21.02.2017 13:43, 1 Antworten
Nach 20 Jahren Windows habe ich mich zu Linux Ubuntu probeweise durchgerungen!!! Installation - k...
KWin stürzt ab seit Suse Leap 42.2
Wimpy *, 21.02.2017 09:47, 4 Antworten
OpenSuse 42.2 KDE 5.8.3 Framework 5.26.0 QT 5.6.1 Kernel 4.4.46-11-default 64-bit Open-GL 2....
Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 10 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 1 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...