Tupi

Ein ehemaliger Mitentwickler von KTooN startete 2010 einen Fork des Projekts, den er seitdem unter dem Namen Tupi [3] eigenständig weiterentwickelt. Entstanden aus Unzufriedenheit über den offensichtlichen Stillstand von KTooN, sollte die neue Entwicklungslinie komplett eigene Wege gehen. Das heißt: selbst wenn KTooN irgendwann wieder aufleben sollte, möchten die Entwickler von Tupi an ihrer eigenen Roadmap und den eigenen Zielen festhalten.

Zur Installation stehen für Ubuntu-Nutzer inoffizielle Pakete auf Launchpad.net [4] bereit. Alternativ übersetzen Sie den Quellcode selbst, wobei die Anleitung hierzu [5] nicht nur zufällig jener des ursprünglichen Projekts ähnelt. Auch wenn die Programmierer für Ihre Software zukünftig eine komplett eigenständige Entwicklungsrichtung vorsehen, lässt sich Tupis Abstammung von KTooN nicht leugnen.

Ob der Aufbau der Homepage, die Bedienung des Programms, oder die Bedienungsanleitung: All erscheint spätestens auf den zweiten Blick sehr vertraut. Glücklicherweise ist Tupi aber auch anzusehen, dass zwei Jahre zusätzliche Entwicklung in ihm stecken. Abgesehen von seltenen Programmabstürzen traten für KTooN typischen Fehler im Testbetrieb nicht auf.

Der offizielle Tupi-Tutorial-Kanal der Entwickler bei Youtube [6] enthält derzeit nur Anleitungen in spanischer Sprache. Dafür übersetzten die Macher das Online-Manual komplett ins Englische, Teile des Programms liegen sogar in Deutsch vor (Abbildung 2).

Abbildung 2: Tupi zeigt in einigen Fenstern bereits eine deutsche Lokalisierung, darüber hinaus treten manche Bugs aus KTooN nicht mehr auf.

Eine wichtige Neuerung gegenüber KTooN stellt das Tweening (Abbildung 3) dar. Jedoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Auswahl an Tweening-Arten bei Tupi zur Zeit noch sehr überschaubar bleibt. Immerhin erlaubt das Programm auch die Arbeit mit der "Cut-Out"-Animationstechnik: Diese bewegt oder rotiert ausgewählte Teile einer Grafik, beispielsweise einzelne Körperteile einer gemalten Figur.

Abbildung 3: Tupi bietet verschiedene Tweening-Arten wie beispielsweise "Cut-Out" an, allerdings ist das Portfolio bei weitem noch nicht komplett.

Tupi – Fazit

Insgesamt wirkt Tupi derzeit weniger wie ein Fork, sondern mehr wie eine neuere Version von KTooN: Bugs wurden beseitigt, ein paar Funktionen hinzugefügt. Trotzdem erscheint die Software noch etwas funktionsarm. Wem jedoch die vorhandenen Optionen ausreichen, der erstellt auch mit Tupi ansprechende Animationsfilme.

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