Installation

Die beiden Lösungen VirtualBox (im Headless-Modus) und Virt-Manager ähneln konzeptionell dem seinerzeit beliebten VMware-Server, den es allerdings seit einiger Zeit nicht mehr gibt. Anders das seit 2011 in Entwicklung befindliche Gnome Boxes [10]: Es bietet lediglich die Möglichkeit, virtuelle Maschinen lokal anzulegen und zu konfigurieren.

Zwar klappt wie erläutert ein Remote-Zugriff via VNC oder Spice auf laufenden virtuelle Maschinen oder entfernte physische Desktops. Es besteht aber keine Möglichkeit, diese wie beim Virt-Manager remote anzulegen oder zu steuern. Eine Preview-Version von Boxes war bereits in der Entwickler-Version von Gnome 3.3 enthalten. Gnome 3.4 enthält eine Beta-Version, die es erlaubt, lokale virtuelle Maschinen zu erstellen.

Allerdings fehlen gegenüber der aktuellen Version in Gnome 3.6 noch eine Reihe von Funktionen, und im Test erwies sich Version 3.4 zudem als nicht sonderlich stabil. Einzelheiten zum Entwicklungsstand der jeweiligen Version finden sich in den jeweiligen Release-Notes der Gnome-Boxes-Quellen, an die Sie am einfachsten über den FTP-Server [11] des Projekts gelangen: Siefinden sich in einer Datei mit der Endung .news.

Müssen Sie nicht unbedingt mit den neusten Version experimentieren, dann kommen Sie mit der jeweiligen Gnome-Version der verwendeten Distribution in den Genuss der zugehörigen Boxes-Version, die Sie über die Paketverwaltung ihrer Distribution installieren. Ubuntu-Nutzer finden zudem die derzeit aktuellste stabile Gnome-Boxes-Version 3.6.2 auf Launchpad [12]. Momentan arbeiten die Entwickler an der Version 3.7.

Features

Die Besonderheit von Gnome Boxes liegt darin, dass das Tool das von Red Hat speziell für Desktop-Virtualisierung entwickelte Spice-Protokoll unterstützt und dazu auf die Libvirt sowie die neu entwickelte Libvirt-glib aufsetzt. Diese Bibliothek fungiert als Zwischenschicht zur Libvirt, erleichtert aber nach Aussage der Entwickler [13] die Integration in Glib-basierte Programme.

Darüber hinaus benutzt Gnome Boxes zum Erkennen der Betriebssysteme auf einem Installationsmedium die ebenfalls von Red Hat/Fedora ins Leben gerufene Libosinfo [14], was in einigen Fällen eine so genannte Express-Installation ermöglicht. Übrigens ist Gnome Boxes komplett in der Sprache Vala geschrieben; Libvirt-glib und Libosinfo dagegen in effizienterem C.

Bei Boxes handelt es sich wie bei allen Komponenten des Gnome-Desktops um freie Software. Die Entwickler betonen allerdings, dass die Software nicht als professionelles Werkzeug für Administratoren beim Einsatz im Unternehmen gedacht ist – hierfür empfehlen sie Red Hats Virt-Manager. Die Benutzeroberfläche sei deshalb bewusst einfach gehalten, heißt es. In der Tat gleichen sich große Teile der Infrastruktur von Boxes und Virt-Manager.

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