Perfide Proxies

Noch kann es passieren, dass durchtriebene Nutzer in ihrer Gier nach Webseiten auf Web-Proxies zurückgreifen. Hier helfen ebenfalls wieder simple Access-Control-Direktiven, in denen reguläre Ausdrücke zum Einsatz kommen. Ein Beispiel zeigt Listing 6.

Listing 6

acl webprox_1 urlpath_regex -i \?u=
acl webprox_2 dstdom_regex -i prox
http_access deny webprox_1
http_access deny webprox_2

Das perfide an den Webproxies: Zwar nehmen viele davon die URL über den Parameter u (\?u=) entgegen, aber bei weitem nicht alle. Etliche Proxies verschlüsseln gar die Parameter in der URL, was die Jagd nicht leichter macht. Zudem könnten sich Anwender über zusätzliche Dienste wie Anon-Proxies (JAP, Jondonym), Socks-Proxies, Tor und VPN mogeln. Da hilft nur ordentliches Monitoring, um festzustellen, ob jemand den Squid-Proxy zu umgehen versucht.

Fazit

Squid eignet sich nur für Web-Inhalte, die sich im Browser darstellen lassen. Möchten Sie andere Protokolle sperren, kommen Sie um eine entsprechende Firewall-Konfiguration nicht herum. Iptables erlaubt auch zeitbasierte Regeln, diese sind jedoch etwas aufwändiger zu konfigurieren.

Mit Squid kontrollieren Sie den HTTP-Datenverkehr schnell und einfach, ohne die Nutzer zu sehr einzuschränken. Gewiefte Surfer werden allerdings immer wieder Lücken finden, durch die sie schlüpfen können. Daher sollten Sie auch nach dem Einrichten von Squid den Netzverkehr hin und wieder genau beobachten. 

Infos

[1] Squid: http://www.squid-cache.org

[2] Languagepack: http://www.squid-cache.org/Versions/langpack/

[3] Reguläre Ausdrücke: Frank Hofmann, "Schnipseljagd", LU 09/2011, S. 84, http://www.linux-community.de/24091

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