Titelangaben

Um die Präambel zu vervollständigen, fehlen noch die Angaben zum Titel. Listing 2 enthält ein Beispiel: Dazu gehören Thema und Untertitel des Vortrags (Zeile 1 und 2) sowie der Name des Präsentierenden (Zeile 3). Mehrere Namen verbinden Sie mit \and. Zeile 4 enthält neben dem Datum noch die Veranstaltung, bei der Sie den Vortrag halten. Den Abschluss bildet der Name der Organisation, die Sie vertreten (Zeile 5).

Listing 2

\title[Meine Welt]{Meine Welt in zwei Dimensionen}
\subtitle{Eine kurze Vorstellung Flatlands sowie dessen Bewohner und ihres Alltagslebens}
\author{A. Square}
\date[ITKuQu 12.12.2012]{Interuniversales Treffen der Kugeln und Quadrate (ITKuQu) am 12.12.2012}
\institute[Geo Wentbridge]{Geometrisches Institut der Universität Wentbridge}

Den vollständigen Eintrag geben Sie jeweils in geschweiften Klammern an. Bei Bedarf stellen Sie jeder Angabe einen kurzen Eintrag in eckigen Klammern voran. Einige Themes wiederholen die Angaben und Titel in einer Übersicht auf jeder Folie. Ragen die vollständigen Texte aus dem Kasten heraus, bietet es sich an, kurze Versionen zu verwenden. Damit ist die Präambel komplett.

Folien anlegen

Nun gehen Sie dazu über, im Hauptteil der Datei die einzelnen Folien anzulegen. Listing 3 enthält ein extrem verkürztes Beispiel des Hauptteils einer Präsentation. Wie bei allen LaTeX-Dokumenten steht der Hauptteil zwischen den Befehlen \beginn{document} und \end{document} (Zeile 1 und 16).

Listing 3

\begin{document}
\frame{\maketitle}
\frame{\tableofcontents[pausesections]}
\section[Häuser und Klima]{Die HÄUSER und das Klima in Flatland}
\subsection[HÄUSER]{Die HÄUSER in Flatland}
\begin{frame}
\frametitle{Die HÄUSER und das Klima in Flatland}
\framesubtitle{Die HÄUSER in Flatland}
\begin{block}{Erlaubte Formen}
Die übliche Form eines Hauses ist ein \alert{Fünfeck}.
\end{block}
\begin{block}{Verbotene Formen}
\alert{Quadratische} und \alert{dreieckige} HÄUSER sind nicht erlaubt.
\end{block}
\end{frame}
\end{document}

Es stehen zwei Methoden bereit, um Folien anzulegen. Der Befehl \frame{Folieninhalt} eignet sich besonders für kurze Inhalte wie etwa eine einzige Zeile. In Zeile 2 kommt diese Methode zum Einsatz, um die Titel-Folie zu erzeugen, in Zeile*3, um die Übersicht über den Inhalt anzuzeigen.

Die Option pausesections in Zeile 3 bewirkt, dass die einzelnen Einträge des Inhaltsverzeichnisses nicht direkt auf der Folie erscheinen, sondern einzeln nacheinander. Wählen Sie diese Option, wenn Sie beim Präsentieren des Inhaltsverzeichnisses jeden Punkt einzeln erläutern möchten. Auf Knopfdruck holen Sie dann den jeweils nächsten Punkt auf den Bildschirm.

Für längere Inhalte eignet sich dagegen die Umgebung frame besser. Sie kommt in den Zeilen 6 bis 15 zum Einsatz. Der Titel der Folie steht in Zeile 7, der Untertitel in Zeile 8. Diese Befehle geben Titel und Untertitel nur in der Folie aus, zu der sie gehören – sie erzeugen keinen Eintrag im Inhaltsverzeichnis.

LaTeX erzeugt Folien nur aus dem Text, der innerhalb einer frame-Umgebung steht. Text, der außerhalb steht, fällt beim Erstellen der Folien unter den Tisch, findet sich aber in den Handouts. Sie können jedoch auch gezielt angeben, welcher Text nur in Folien und welcher Text nur im Handout steht.

Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn Sie Folien zur Begrüßung und Verabschiedung erstellen, deren Inhalt Sie nicht im Handout haben möchten, oder wenn Sie ins Handout längere Texte drucken wollen, die nicht in den Folien erscheinen sollen. Text, der innerhalb des Befehls \mode<presentation>{Text} steht, erscheint nur in der Folie, solcher innerhalb des Befehls \mode<article>{<§§I>Text<§§I>} nur im Handout.

Zum Gliedern der Präsentation stehen die Befehle \section{Kapitel} (Zeile 4) für die Kapitel oder Überschriften erster Ordnung sowie \subsection{Abschnitt} (Zeile 5) für die Abschnitte oder Überschriften zweiter Ordnung bereit. Diese Befehle stehen außerhalb der Umgebung frame und haben keinen direkten Einfluss auf den Inhalt der Folien. Sie dienen lediglich dazu, einen entsprechenden Eintrag im Inhaltsverzeichnis anzulegen und erscheinen bei einigen Themes in der Übersicht.

Wenn Sie jedoch ein Handout erzeugen, erscheint an der entsprechenden Stelle der nummerierte Eintrag der Gliederung, wie Sie es aus anderen LaTeX-Dokumenten kennen. Bei Bedarf stellen Sie den Befehlen zum Gliedern in eckigen Klammern einen Kurztitel voran. Das hilft, wenn Sie ein Theme verwenden, das in jeder Folie eine Übersichtsleiste der einzelnen Kapitel generiert, und der Text dafür sonst zu lang wäre.

Den einzelnen Einträgen innerhalb einer Folie verleihen Sie mit der Umgebung block Struktur (Zeile 9 bis 14). Dem einleitenden Befehl geben Sie bei Bedarf in einer zweiten geschweiften Klammer eine Überschrift mit (Zeile 9 und 12). Wollen Sie keine Überschrift haben, entfällt die zweite geschweifte Klammer einfach.

Insbesondere für Mathematiker interessant: Die Klasse beamer stellt außerdem die Umgebungen definition (Definition), example (Beispiel), theorem (Theorem) und proof (Beweis) bereit, die entsprechend zum Einsatz kommen. Ihnen fehlt jedoch eine zweite geschweifte Klammer für eine Überschrift, da LaTeX die Überschriften dieser Einträge automatisch einfügt. Je nach ausgewähltem Theme erscheinen Überschrift und Inhalt der einzelnen Umgebungen in unterschiedlichem Stil.

Der Befehl \alert{Text} dient dazu, Textstellen farblich hervorzuheben (Zeile 10 und 13). In welcher Farbe der mit diesem Befehl markierte Text in der Folie erscheint, hängt vom Theme ab, das Sie ausgewählt haben. Im Handout erscheint der Text kursiv gesetzt.

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