Online

Zwar liegt es nur in Englisch vor, doch lässt das Handbuch [8] zu Gnofract4d kaum Wünsche offen. Neueinsteiger in die Materie finden hier ebenso Hilfe wie fortgeschrittene Anwender, die alle Möglichkeiten der Formelerzeugung nutzen wollen. Als hilfreich erweist sich insbesondere die Liste verfügbarer Tastenkürzel, die mit etwas Übung ein wesentlich schnelleres Arbeiten mit dem Programm ermöglichen.

Die Gnofract4d-Webseite bietet auch weitere Informationen, wie weiterführende Links zu Datenbanken mit Formeln oder Bildersammlungen. Außer dem beschriebenen Pool bei Flickr gibt es noch weitere solcher Galerien und auch Datenbanken mit Formeln.

Ausblick

Die To-do-Liste der Gnofract4d-Entwickler fällt derzeit lang aus [9]. Es gilt noch zahlreiche Bugs zu beseitigen und Wünsche für neue Funktionen in die Tat umzusetzen. Dazu gehören neben der Beschleunigung des Bildaufbaus auch das Erleichtern der Installation, Tastaturkürzel für den Vollbildmodus und vieles andere mehr. Insbesondere eine Gettext-Implementation (die übrigens noch gar nicht in der Liste steht) könnte das Programm einem deutlich größeren Publikum erschließen.

Allerdings scheint die Entwicklung von Gnofract4d derzeit nicht nur ins Stocken geraten zu sein, sondern ist offenbar völlig eingeschlafen. Die letzte Veröffentlichung mit der Versionsnummer 3.14 erfolgte im Juli 2011, und die neueste Änderung im Versionsverwaltungssystem [10] liegt ebenfalls schon ein Jahr zurück.

Nichtsdestotrotz ist Gnofract4d ein Programm, das schon allein durch seinen nicht nur zweidimensionalen, sondern räumlichen Ansatz im Bereich der freien Software keine Alternative kennt. Daher sollten Sie – entsprechende Fähigkeiten vorausgesetzt – den Aufruf des Autors zur Mitarbeit ernst nehmen. 

Alternativen

Gnofract4d steht nicht allein auf weiter Flur, es gibt noch einige weitere Programme, die sich der fraktalen Geometrie verschrieben haben.

Terraform [11] schöpft zwar Fraktale nicht so tiefgreifend aus wie Gnofract4d, spezialisiert sich aber dafür auf den Entwurf virtueller Landschaften. Peilen Sie ein solches Ziel an, stellt Terraform die bessere Lösung dar. Mit dem Programm erhalten Sie ganz spezielle Bauteile, ohne die eine Landschaft nicht auskommt, wie etwa Berge, Flüsse und Oberflächenstrukturen.

Die altbackene Oberfläche von Xaos [12] sollte Sie nicht abschrecken (Abbildung 7). Es kann sich in vieler Hinsicht mit Gnofract4d messen, unter anderem durch die deutsch lokalisierte Programmoberfläche. Der DOS-ähnliche Touch der Menüs lässt sich ausschalten, indem Sie Xaos mit dem Befehl xaos -driver "GTK+ Driver" aufrufen. Geht es um mehr als zwei Dimensionen, kann Xaos allerdings nicht mehr mit Gnofract4d mithalten. Zwar gibt es eine Pseudo-3D-Darstellung, die aber eher an den entsprechenden Modus billiger Navigationsgeräte erinnert.

Es gibt sogar eine Windowmaker-Dockapp, die Fraktalgeometrie nutzt: Wmmand [13] ist bei Lichte betrachtet allerdings kaum mehr als eine nette Spielerei für zwischendurch. Das winzige Fensterchen von 64 mal 64 Pixel macht es nicht gerade leicht, die Strukturen überhaupt nur zu erkennen.

Es gibt noch weitere Alternativen, allerdings teilweise nicht als frei Software, sondern lediglich als "Freeware". Außerdem scheinen die Paketbauern der großen Distributionen Fraktalsoftware nicht sonderlich zu mögen: Nur selten stehen Pakete bereit, meist bleibt nur der Griff zum Compiler.

Abbildung 7: Vom alten Schlag, aber robust: Xaos.

Glossar

Benoît Mandelbrot

Der 2010 verstorbene französisch-amerikanische Mathematiker arbeitete in den Bereichen der theoretischen Physik, Finanzmathematik und Chaosforschung. Sein wohl bedeutendstes Vermächtnis ist die Begründung der Fraktalgeometrie.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...