Valider Code

Eine der großen Stärken von Sigil stellt das Validieren des erzeugten E-Books dar. Der mehrere Schritte umfassende Vorgang stellt sicher, dass das Dokument den Standards entspricht. Sigil berücksichtigt dabei sowohl den (X)HTML- und CSS-Code als auch die Strukturen des E-Books sowie die Metadaten.

HTML-Code untersucht Sigil üblicherweise mittels Tidy [5] auf syntaktische Fehler. Sigil integriert dieses Werkzeug bereits, sodass Sie Fehler schnell erkennen und beheben können. Findet Sigil einen Fehler, meldet das Programm dies mit einem Fenster, in dem es die ungefähre Position im Quelltext anzeigt (Abbildung 5).

Abbildung 5: Einfache syntaktische Fehler repariert Sigil meist problemlos. Sonst stellt der manuelle Modus die richtige Wahl dar.

Auch Metadaten können unvollständig oder fehlerhaft sein. Mit dem integrierten Metadaten-Validierer Flightcrew [6] prüft Sigil die Metadaten und findet beispielsweise nicht benutzte Dateien und Ähnliches.

In sogenannten Berichten fasst Sigil Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Dabei liefert das Programm Details zu den eingebundenen HTML/CSS-Dateien, den Bilder und vieles Weiteres (Abbildung 6).

Abbildung 6: In Berichten dokumentiert Sigil, aus welchen Dateien die angezeigten Informationen stammen.

TIPP

Amazons E-Books-Reader unterstützen EPUB nicht. Allerdings können diese Reader derzeit noch ein unverschlüsseltes MOBI-Format lesen, in das Calibre [9] EPUB-E-Books bei Bedarf übersetzt. Viele freie E-Books, die meisten davon im EPUB-Format, finden Sie beim Projekt Gutenberg [10].

Fazit

Sigil präsentiert sich als einfach zu bedienender Editor für EPUB-Dokumente. Zahlreiche Tastenkürzel helfen, auf die wichtigsten Funktionen schnell zuzugreifen. Die unterschiedlichen Modi von der Quelltextansicht bis zur kompletten WYSIWYG-Vorschau erweisen sich als sehr nützlich, ebenso wie die verschiedenen eingebauten Validierungswerkzeuge für Rechtschreibung, Syntax und Metadaten.

Viele spezielle Funktionen legen Hyperlinks und Ähnliches an und helfen so beim Erstellen von E-Books. Hier wäre ein Assistent, der durch die einzelnen Schritte führt (siehe Kasten "EPUBs bauen") für Anfänger eine gute Ergänzung. Insgesamt hinterlässt der Editor aber einen guten Eindruck – eigentlich schade, dass er nur für E-Books ausgelegt ist. 

EPUBs bauen

Das Erstellen einen E-Books im EPUB-Format mit Sigil umfasst im Wesentlichen die folgende fünf Schritte:

  • Das vorbereitete Dokument (eventuell mit RTF Auszeichnungen oder im HTML-Format) laden.
  • Autor(en) und Titel hinzufügen.
  • Ein Cover angeben.
  • Ein Inhaltsverzeichnis erstellen und hinzufügen.
  • Das Dokument validieren.

Nach dem Erstellen des E-Books sollten Sie dieses idealerweise noch einmal auf verschiedenen Readern testen – der Teufel steckt bei EPUBs oft im Detail.

Glossar

Markup

Auszeichnungen im Text. Sie sollten diese möglichst sparsam einsetzen, um eine gute Lesbarkeit zu erzielen.

Infos

[1] Sigil: http://code.google.com/p/sigil/

[2] EPUB-Format: http://www.hxa.name/articles/content/epub-guide_hxa7241_2007.html

[3] Writer2epub: http://extensions.openoffice.org/de/node/4615

[4] Reguläre Ausdrücke: Frank Hofmann, "Schnipseljagd", LU 09/2011, S. 84, http://www.linux-community.de/24091

[5] Tidy: http://tidy.sourceforge.net

[6] Flightcrew: http://code.google.com/p/flightcrew/

[7] Sigil-Pakete: http://code.google.com/p/sigil/wiki/LinuxDistroPackages

[8] Sigil-PPAs: https://launchpad.net/~rgibert/+archive/ebook

[9] Calibre: Frank Wieduwilt, "Künftig digital", LU 03/2010, S. 60, http://www.linux-community.de/20049

[10] Freie E-Books: http://www.gutenberg.org

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