Bilder bearbeiten

Die Arbeitsfläche wirkt auf den ersten Blick wie ein abgespeckter Klon von Photoshop. Links befindet sich die Werkzeugleiste, in der Mitte das Bild und rechts Zusatzfunktionen wie der Layer Manager und die Navigation. Lediglich der Punkt Filter Packs hebt PaintSuprem von der Konkurrenz ab. Er ermöglicht das schnelle Anwählen der installierten Filter und zeigt in einem kleinen Vorschaubild deren Wirkung. Nach Auswahl des gewünschten Filters und dem Bestätigen durch Apply erscheint der zugehörige Einstellungsdialog, sofern der Filter denn einen besitzt.

Mit dem Auswahlwerkzeug hat die Software ihre liebe Mühe. So lässt sie sich beispielsweise bei der Anwahl von Bildsequenzen via Zauberstab nicht selten 20 und mehr Sekunden Zeit, bis die Auswahl endlich steht. In Extremfällen, beispielsweise nach dem Erhöhen der Sensitivity, vergeht aber auch mal eine Minute und mehr. Das vollmundige Versprechen, PaintSupreme sei eins der schnellsten Bildbearbeitungsprogramme auf dem Markt, hält die Software also nicht einmal im Ansatz ein. Beim Kombinieren von Zauberstab und Rechteck-Auswahl kam es im Test darüber hinaus auch vor, dass die Auswahl überhaupt nicht mehr funktionierte. Erst ein Neustart des Programms behob den Fehler wieder.

Wer es aus Gimp und Co. gewöhnt ist, viele Einstellungen nach einem Rechtsklick ins Bild via Kontextmenü zu erreichen, wird von PaintSupreme enttäuscht: Lediglich im Auswahlmodus erscheinen einige Einträge, etwa Reselect oder Select all. Weit schwerer wiegt jedoch, dass PaintSupreme sich unter Kubuntu weigert, das bearbeitete Bild in bestimmte Dateiformate zu speichern. Zwar stehen über 30 davon im Dialog zum Speichern zur Auswahl, darunter auch JPEG, TIFF und PNG, jedoch schreibt die Software die Änderungen nur ins Photoshop-Format PSD oder nach PDF.

Bei der Anwahl anderer Formate tut die Software zwar beim dem Beenden des Dialogs so, als hätte sie das Bild gesichert, ein Blick in den Zielordner verrät jedoch das Gegenteil. Unter OpenSuse klappte der Bilderexport hingegen wie vorgesehen.

Fazit

IFX-Supreme scheitert schon durch die Tatsache, dass sich die Seriennummer nicht eingeben lässt. PaintSupreme versagt spätestens beim Speichern der Bilder unter Kubuntu. Lediglich das PSD- und das PDF-Format funktionieren dort tatsächlich. Eine Installation unter Ubuntu 12.10 klappt zwar, der Programmstart schlägt dort jedoch fehl. Lediglich unter OpenSuse funktioniert das Programm wie vorgesehen.

Die meisten der freien Bildbearbeitungsprogramme, allen voran Gimp, leisten erheblich mehr als PaintSupreme. Wenn die Windows- und Mac-OS-Software ähnlich viele Fehler aufweist, stellt sich unweigerlich die Frage, woher die Firma die 10 000 zufriedenen Nutzer nimmt, mit denen sie wirbt. 

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