Arge Tücken

Bildbearbeitung PaintSupreme im Test

17.01.2013
Eigentlich ist der Markt an guten Bildbearbeitungsprogrammen für Linux gesättigt. Die Firma Braindistrict wagt dennoch einen Versuch, zwei kommerzielle Programme ins Rennen zu schicken.

Immer öfter bieten Software-Schmieden ihre Programme auch für Linux an. So offeriert die Kölner Firma Braindistrict [1] ihre Bildbearbeitungstools IFX-Supreme [2] und PaintSupreme [3] sowohl für Mac OS X und Windows als auch für Linux an. Aus unserem Test schied IFX-Supreme wegen eines gravierenden Software-Fehlers jedoch schon frühzeitig aus (siehe Kasten "KO in der ersten Runde". Auch PaintSupreme stellte sich im Laufe des Tests unter manchen Distributionen als komplett oder nahezu unbrauchbar heraus.

IFX-Supreme: K. O. in der ersten Runde

Die Idee hinter IFX-Supreme klingt durchaus spannend und dürfte sicherlich einige Foto-Enthusiasten interessieren: Im Kern geht es darum, Filter und Effekte, etwa Fraktal oder Chromatic Abberation miteinander zu verketten und so eine konstante Verarbeitungsreihe zu erstellen, mit der sich beliebige Bilder in Sekundenschnelle den Vorgaben gemäß anpassen lassen. Allerdings erweist sich die Bedienung des Tools als alles andere als intuitiv und erfordert einige Einarbeitungszeit. Der Grund, warum die Redaktion das Programm aus dem Test nahm, ist jedoch ein anderer. Mit der Trial-Variante lassen sich weder die Filterkette noch damit bearbeitete Bilder speichern. Das ermöglicht erst ein Freischalten durch Eingabe der Seriennummer. Ein Klick auf den Eintrag Help | Enter serial... sollt die zugehörige Eingabemaske öffnen, tat das jedoch im Test nicht. Entsprechend ließ sich die Software nicht lizenzieren und bestimmungsgemäß nutzen.

Installation

Braindistrict bietet PaintSupreme als generisches Installationspaket zum Download an, das keinerlei Abhängigkeiten benötigt und damit auf allen gängigen Linux-Derivaten laufen sollte. Die Lizenz kostet moderate 19,99 US-Dollar. Warum eine deutsche Firma ihr Produkt allerdings in einer Fremdwährung verkauft, bleibt unklar.

Nach dem Download der etwa 50 MByte großen Software gilt, es der Datei Ausführberechtigungen zu geben (Listing 1, Zeile 1). Danach klicken Sie die Datei im Dateimanager an oder starten den Installationsdialog direkt (Zeile 2). Der darauf folgende Setup Wizard beschränkt sich auf die Abfrage, in welches Verzeichnis er die Software installieren soll.

Nach Abschluss des Setups erscheint auf dem Desktop der Startbutton PaintSupreme, einen Eintrag ins KDE-Menü schreibt die Software jedoch nicht. Unter Ubuntu 12.10 funktionierte zwar das Setup, starten ließ sich das Programm jedoch nicht.

Listing 1

$ chmod 500 PaintSupreme-linux-installer.run
$ ./PaintSupreme-linux-installer.run

Erste Schritte

Beim ersten Start fällt das dunkel gehaltene Layout der Arbeitsumgebung auf, das den Blick aufs Bild nicht ablenken soll, aber speziell bei ungünstigen Lichtverhältnissen das Lesen der Menüs erschwert. Die kontextsensitiven und zuweilen wichtigen Zusatzinformationen via Fly-out blendet die Software unter Kubuntu fast unlesbar in schwarzer Schrift mit dunkelgrauem Hintergrund ein (Abbildung 1). Unter OpenSuse 12.1 zeigte die Software diese jedoch korrekt mit beigem Hintergrund und gut lesbar an.

Abbildung 1: Was PaintSupreme in den kontextsensitiven Meldungen anzeigt, lässt sich unter Kubuntu nur erahnen.

Ein Umstellen des Layouts erlaubt die Software ebenso wenig wie das Ändern der englischen Lokalisierung. Wie auch bei IFX-Supreme gilt, dass die Software kein Speichern der Bilder ohne die Eingabe der Seriennummer erlaubt. Allerdings funktioniert hier der Dialog und ermöglicht damit das Freischalten.

Als erstes erscheint die Abfragebox Welcome to PaintSupreme, in der Sie festlegen, ob Sie ein neues Bild erstellen oder ein vorhandenes öffnen möchten (Abbildung 2). Der Dialog Open File zeigt jedoch keinerlei Vorschaubilder an, was die Auswahl des gewünschten Fotos erheblich erschwert.

Abbildung 2: Beim Start zeigt die Software ein Fenster, mit dessen Hilfe Sie unter anderem ein neues Bild erstellen oder ein vorhandenes öffnen.

Das Startfenster enthält am unteren Rand die Checkbox Connect to database to download templates. Bleibt diese beim Öffnen des Bildes aktiviert, erscheint der IFX Filters Download, der alle derzeit verfügbaren Filter anzeigt. Über die Checkboxen unter Install stellen Sie ein, welchen davon Sie mit einem Klick auf den Button Install herunterladen möchten.

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