Holpriger Start

Beim Versuch, "Team Fortress 2" einzurichten, erscheint die Meldung, dass das Spiel 4773 MByte an Platz verbraucht. Die im Test vorhandenen 6 GByte freier Plattenplatz hätten also ausreichen sollen, um den teambasierten Taktik-Shooter zu installieren. Doch nach einiger Zeit wurden wir unangenehm überrascht: Das System meldete, der Festplattenplatz sei nahezu vollständig belegt, der Download des Spiels bracht ab.

Ein Klick auf den Download zeigte, warum: Die Größe der Datei beträgt gut 12 GByte. Warum die Software vorher darauf verfiel, einen Umfang von knapp 5 GByte anzugeben, blieb unklar. Nach dem Vergrößern einer Partition auf dem Testsystem stand dann ausreichend Platz bereit, nun klappte die Installation des Spiels. Der Installer legt die Daten übrigens im Home-Verzeichnis unter .local/share/Steam ab: Gut zu wissen, falls Sie später Steam samt der mehreren GByte großen Downloads wieder entfernen möchten.

Beim Start des Spiels tauchte das nächste Problem auf: Zwar erklangen die ersten Takte der Intro-Musik, der Bildschirm blieb jedoch schwarz. Gleich anschließend beendete sich das Spiel wieder und es erschien das Fenster des Steam-Clients. Es gab weder Hinweis noch eine Fehlermeldung, die erklärt hätte, was schief gegangen war.

Etwas redseliger gibt sich die Software, wenn Sie sie von der Konsole aus aufrufen: Ein erneuter Start des Spiels erzeugte eine mehrere MByte große Debug-Ausgabe und die Meldung, dass im Spiel ein Speicherzugriffsfehler aufgetreten war. Einen Crash-Report übermittelte das Programm, so teilte es hier mit, automatisch an Valve – ohne vorher eine Zustimmung einzuholen.

Da das Problem vermutlich durch die Grafikkarte im Testsystem verursacht wurde, richteten wir im Anschluss die neuesten Grafiktreiber für Linux über das Paketarchiv xorg-edgers [4] ein. Doch auch das brachte keine Abhilfe, "Team Fortress 2" stürzte weiter ab.

Die Suche im offiziellen Linux-Forum bei Valve und im Netz förderte lediglich die Erkenntnis zutage, dass die relativ simple Grafikkarte des Testsystems (ein Intel GM965) vermutlich nicht in der Lage ist, das Spiel zu starten. Allerdings klappt der Start von "Team Fortress 2" auf dem selben Rechner unter Windows tadellos. Zwar ruckelt das Spiel deutlich, aber es lässt sich durchaus spielen.

World of Goo

Daraufhin unternahmen wir einen weiteren Versuch mit einem Spiel, das weniger Ansprüche an die Leistung der Grafik-Hardware stellt. Über den Steam-Store steht das Indie-Game "World of Goo" bereit: Dabei handelt es sich um ein Spiel, bei dem Sie vor der Aufgabe stehen, mit Bällen aus einer glibberigen Substanz ein Gerüst zu bauen, um ein Ziel zu erreichen.

Der Kostenpunkt für das Spiel liegt bei 8,99 Euro. Die ersten Levels gibt es – wie bei vielen im Steam-Store angebotenen Spielen – aber auch als kostenlose Demo. Diesmal war unser Spieleversuch von Erfolg gekrönt – "World of Goo" startete problemlos und lief auf dem Testsystem flüssig (Abbildung 3).

Abbildung 3: Auch das preisgekrönte Indie-Spiel "World of Goo" steht über Steam bereit und läuft unter Linux ohne Probleme.

Bei den meisten anderen Spielen verliefen die Versuche weniger glücklich: Einige zeigten zwar den Startbildschirm an, stürzen aber ab, sobald das eigentliche Spiel startete (Abbildung 4). Bei anderen scheiterte bereits der Start. Hinweise auf die Ursache gab es hier ebensowenig wie bei "Team Fortress 2". Lediglich auf der Konsole tauchten einige – in aller Regel wenig hilfreiche – Fehlermeldungen auf.

Abbildung 4: Fehlanzeige: Das Spiel "Waveform" zeigt zwar einen Intro-Screen, verweigert aber penetrant den Start. Hilfreiche Hinweise auf die Ursache sucht man vergebens.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 05/2015: Daten visualisieren

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Admin Probleme mit Q4os
Thomas Weiss, 30.03.2015 20:27, 6 Antworten
Hallo Leute, ich habe zwei Fragen zu Q4os. Die Installation auf meinem Dell Latitude D600 verl...
eeepc 1005HA externer sound Ausgang geht nicht
Dieter Drewanz, 18.03.2015 15:00, 1 Antworten
Hallo LC, nach dem Update () funktioniert unter KDE der externe Soundausgang an der Klinkenbuc...
AceCad DigiMemo A 402
Dr. Ulrich Andree, 15.03.2015 17:38, 2 Antworten
Moin zusammen, ich habe mir den elektronischen Notizblock "AceCad DigiMemo A 402" zugelegt und m...
Start-Job behindert Bootvorgang, Suse 13.2, KDE,
Wimpy *, 20.02.2015 10:32, 4 Antworten
Beim Bootvorgang ist ein Timeout von 1 Min 30 Sec. weil eine Partition sdb1 gesucht und nicht gef...
Konfiguration RAID 1 mit 2 SSDs: Performance?
Markus Mertens, 16.02.2015 10:02, 6 Antworten
Hallo! Ich möchte bei einer Workstation (2x Xeon E5-2687Wv3, 256GB RAM) 2 SATA-SSDs (512GB) al...