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© Jay Lopez, sxc.hu

Flimmerkiste

TV-Empfang mit Laptop und PC

20.12.2012
Machen Sie aus Ihrem heimischen oder mobilen PC ein Fernsehgerät mit integriertem Videorekorder.

Unterhaltungselektronik und PC wachsen immer weiter zusammen. So eignen sich viele Fernsehgeräte inzwischen ab Werk als überdimensionierter Computer-Monitor, während Personal Computer durch entsprechende ergänzende Hardware und ein Mediacenter-Betriebssystem zum Heimkino mit allen Schikanen mutieren. Die Palette der Hardware-Lösungen reicht dabei von einfachen USB-Sticks über Karten mit PCI- und PCIe-Schnittstellt bis hin zu externen TV-Receivern, die Satelliten- oder Kabelempfang beherrschen.

Eher stiefmütterlich behandelt sieht sich jedoch der mobile Anwender, der sein Notebook unterwegs als Mediacenter verwenden möchte. Für Audiophile bieten sich noch relativ einfach zu realisierende Möglichkeiten, gängige Radiosender über das Internet zu empfangen. Dagegen schauen Fernsehfreunde im wahrsten Sinn des Wortes zunächst in die Röhre.

Möchten Sie ein Notebook zum Fernseher mit integriertem Videorecorder umbauen, setzt das meist den Kauf von entsprechendem Zubehör voraus. Exotische Chipsätze, unterschiedliche Standards und teils fehlende Linux-Unterstützung richten hier Hürden auf, die es zu überspringen gilt.

Analog versus digital

In den letzten zehn Jahren hat sich im deutschsprachigen Raum die Fernsehlandschaft drastisch verändert. Statt wuchtiger Geräte mit Kathodenstrahlröhre, die über eine Antenne ein analoges Programm empfangen, stehen heute meist flache Displays in den Wohnzimmern, die ihre Signale digital per DVB-Standard empfangen. Dabei sind die Spezifikationen DVB-C (Kabel), DVB-S (Satellit) oder DVB-T (terrestrischer Empfang per Antenne) verbreitet.

In vielen Gegenden wurden die analogen Sendeanlagen inzwischen komplett abgeschaltet. Einige wenige regionale Sender strahlen jedoch ihr Programm nach wie vor als analoges terrestrisches Signal aus. Die großen privaten Sendeanstalten kommen in vielen Gegenden ebenfalls nicht per DVB-T-Signal nach Hause, sondern nur über das Kabelnetz oder per Satellit.

Vor allem in den Gebieten an der Grenze zu Polen strahlen die Sender ebenfalls noch analoges terrestrisches Fernsehen aus, da das Nachbarland seine Anlagen erst zu einem kleinen Teil auf digitale Technik umgestellt hat. Möchten Sie außerhalb Europas analoges Fernsehen empfangen, gilt es zusätzlich zu beachten, dass neben dem ehemals in Westdeutschland verbreiteten PAL-Fernsehen noch die Normen NTSC und SECAM existieren, die nicht mit PAL harmonieren.

Die vielen Spezifikationen bedingen unterschiedliche Hardware: Wollen Sie unterwegs mit einem Notebook überall auf Empfang gehen, müssen Sie sich daher einen Hybrid-Empfänger beschaffen, der sowohl analoge als auch digitale Signale empfängt. Mit Hardware ausschließlich für analoges TV empfangen Sie in Deutschland nur noch wenige kleine Sender.

Zudem setzt ein reibungsloser Empfang voraus, dass die Software das Signal verarbeitet: Unter Linux gibt es zwar viele Programme, die den reibungslosen Empfang gestatten, doch diese sind in den meisten Fällen entweder ausschließlich für den digitalen oder nur für den analogen Empfang ausgelegt. Somit benötigen Sie zwei Anwendungen, um den vollen Funktionsumfang des PC-Fernsehers zu nutzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sie für guten Empfang auch außerhalb der Ballungsräume eine leistungsfähige Antenne benötigen. Hier empfiehlt sich der Kauf einerfür DVB-T ausgelegten aktiven Stabantenne. Sie sollte den Strom nicht nur aus einem USB-Anschluss beziehen, sondern zudem aus einem externen Netzteil. Zusätzlich braucht sie einen Filter für GSM- und DECT-Signale, damit beim Fernsehen nicht die Signale eines mobilen oder schnurlosen Telefons dazwischenfunken.

Chipsätze

Als ein besonderes Kapitel erweist sich beim Fernsehempfang am Computer die Chipsatz-Problematik. Zwar hält sich die Anzahl der Anbieter von TV-Receivern für die mobile Verwendung in überschaubaren Grenzen, doch in den Geräten kommen unterschiedlichste Chipsätze zum Einsatz. Die Linux-Unterstützung der einzelnen Chipsätze hat sich zwar in den letzten Jahren zwar deutlich gebessert, aber es gibt immer noch Hersteller, die sich hartnäckig den Realitäten verweigern und Linux nicht als geeignete Plattform betrachten, um dafür Treiber zu entwickeln oder Spezifikationen offenzulegen.

Beabsichtigen Sie also, einen mobilen TV-Tuner zu kaufen, dann sollten Sie sich zunächst im Internet umsehen, welche Modelle der Linux-Kernel überhaupt unterstützt. Erste Anlaufstelle dazu bietet die Webseite des Linuxtv-Projekts [1], das eine umfassende Datenbank kompatibler Produkte pflegt. Sie finden hier die für das freie Betriebssystem geeigneten Modelle gruppiert nach Anschluss- und Einbaumöglichkeiten: Während PCI- und PCIe-Einsteckkarten für den stationären Einsatz konzipiert sind, bieten sich im mobilen Bereich USB-Sticks, Cardbus- oder ExpressCard-Tuner an.

USB-Sticks erscheinen dabei handlicher als die deutlich größeren Cardbus- oder ExpressCard-Tuner. Letztere bieten allerdings bedingt durch die Bauart meist mehr Anschlussmöglichkeiten. Daneben gilt es zu beachten, dass der Rechner beim Einsatz von USB-Sticks mindestens einen über einen USB-2.0-Anschluss verfügen muss, da sich USB-Schnittstellen nach den älteren USB-1.x-Standards aufgrund der relativ geringen Performance nicht für hochauflösendes Fernsehen eignen.

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