Sprachchaos

Das größte Manko von Emmabuntüs liegt in der noch recht unvollständigen Lokalisierung. Viele Programme erscheinen trotz entsprechender Konfiguration nicht mit deutschen Menüpunkten, sondern mit englischen oder gar französischen. Teilweise entsteht das Chaos durch die Basis Ubuntu: Bei unseren Tests ließ sich die deutsche Sprachunterstützung nicht komplett nachinstallieren.

Die Abuledu-Programme gibt es dagegen von Haus aus lediglich in Französisch. Dies sorgt besonders bei Anwendern, die der französischen Sprache nicht mächtig sind, für größere Irritation: In Frankreich speist sich die EDV-Fachsprache nicht wie andernorts üblich größtenteils aus dem Englischen. Somit tauchen hier Begriffe auf, die sich dem Unkundigen nicht gleich oder gar nicht erschließen.

Fazit

Das französische Emmabuntüs ist schon aufgrund seiner Software-Vielfalt auf jeden Fall einen Blick wert. Dass das System auf Xubuntu aufsetzt, bürgt für eine ordentliche Hardware-Erkennung. Aufgrund der sehr umfangreichen Auswahl an Programmen entfällt eine umständliche Suche und Installation zusätzlich benötigter Software weitgehend.

Die solide Basis und der enorme Softwarebestand dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Projekt noch einen langer Weg bis zur vollen Reife bevorsteht. Die sehr unvollständige Lokalisierung steht derzeit einem Einsatz außerhalb französischsprachiger Länder im Weg. Sollte Emmabuntüs diese Probleme bewältigen, eignet sich die Distribution durchaus als Allrounder auch für ältere Computer. 

Infos

[1] Emmaus: http://www.emmaus-international.org

[2] Emmabuntüs: http://emmabuntus.sourceforge.net

[3] Bleachbit: Erik Bärwaldt, "Sanfte Reinigung", LU 08/2009, S. 64, http://www.linux-community.de/18942

[4] Ubuntu Tweak: Erik Bärwaldt, "Volle Kontrolle", LU 10/2009, S. 34, http://www.linux-community.de/19375

[5] Multisystem: Erik Bärwaldt, "Gut verpackt", LU 04/2012, S. 74, http://www.linux-community.de/25647

[6] Boinc: http://boinc.berkeley.edu

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