Applikationen

Zusätzlich zu den bereits im System vorhandenen Softwarepaketen dürfen Sie unter LinuxAdvanced selbstverständlich auch zusätzliche Programme zu installieren. Die Distribution bietet dazu gleich zwei grafische Werkzeuge an: Im LA-Tool-Manager finden Sie den Eintrag LA-Apps-Installer. Dieser bietet eine Auswahl von Programmen zu verschiedenen Szenarien sowie einige Addons für den Webbrowser Iceweasel.

Die zweite Möglichkeit, zusätzliche Software zu nutzen, bietet die reguläre Paketverwaltung mit Gnome-Packagekit als grafischem Frontend. Hier steht der gesamte Software-Fundus von Debian bereit, der sich derzeit auf mehr als 30 000 Programme beläuft (Abbildung 3).

Abbildung 3: LinuxAdvanced bringt gleich zwei Programme zum Installieren von Software mit.

Sofern Sie die Distribution von einem USB-Stick gestartet haben und sie sich somit im Live-Modus befindet, haben Sie die Möglichkeit, die zusätzlich installierten Programme durch die Funktion LA-Snapshot dauerhaft ins System auf dem USB-Stick einzubinden. Somit entfällt das umständliche manuelle Nachladen bei einem weiteren Systemstart im Live-Betrieb, wie es die DVD-Live-Variante erfordert.

Doch die LA-Tools übernehmen mehr als nur grundlegende Verwaltungsaufgaben: Die Schaltflächen LA-Teaching System und LA-Student-Connect ermöglichen den schnellen Aufbau und das effiziente Steuern eines Netzwerks für den schulischen Bereich. Das Teaching-System nutzt dabei den Rechner des Lehrers als Steuerzentrale, der die Rechner der Schüler verwaltet und bei Bedarf aus der Ferne steuert.

Da es zu diesem Zweck mit iTalc [3] bereits eine verbreitete, sehr leistungsfähige Software für diesen Zweck gibt, fallen die Erwartungen an den Funktionsumfang des Systems entsprechend hoch aus. Sie starten das Teaching-System nach dem erfolgreichen Vernetzen der Computer einfach auf dem Lehrerrechner durch einen Klick auf die Schaltfläche LA-Teaching System. Danach blendet die Software ein kleines Fenster mit der IP-Adresse des Lehrerrechners und einem zufällig generierten vierstelligen PIN-Code ein (Abbildung 4).

Abbildung 4: Mehr braucht es bei LA nicht zum Fernsteuern: IP-Adresse und PIN-Code.

Auf dem PC eines Schülers rufen Sie anschließend den Eintrag LA-Student-Connect auf. Ein Fenster nimmt nun die IP-Adresse des Lehrer-PCs, einen wahlfreien Namen des eigenen Computers und den PIN-Code vom Rechner des Lehrers auf. Sodann baut der Client über VNC umgehend die Verbindung auf. Auf dem zentralen PC sehen Sie nun den Desktop des Schüler-PCs.

Zusätzlich zeigt das Teaching-System in einem weiteren Fenster in rechteckigen, farblich hinterlegten Kästen die einzelnen Rechner der Schüler mit Namen an. Ein Rechtsklick in einem der Kästen öffnet ein Menü, das die Kommunikation mit dem betreffenden Computer gestattet. Dabei beobachten Sie entweder lediglich die Aktivitäten des Schülers oder übernehmen selbst die Kontrolle.

Zudem besteht die Möglichkeit, den PC des Schülers vom Internet zu trennen oder komplett zu sperren. Außerdem fahren Sie bei Bedarf die verbundenen Rechner bei Bedarf per Mausklick herunter. Je nach Aktion wechselt dabei die Farbe der auf dem zentralen Rechner angezeigten Kästen: Fahren Sie einen Rechner herunter, so wechselt die Farbe des Symbols von Grün auf Rot. Ein ockergelbes Rechteck signalisiert dagegen eine Sperre des Internets auf dem betroffenen Rechner (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Teaching-System ermöglicht die komplette Kontrolle des Netzes.

Gruppendynamik

Im Computerkabinett einer Schule ist es oftmals nötig, Rechner nicht einzeln zu steuern, sondern in Gruppen eingeteilt zu betreuen. Auch das Herunterfahren aller Schülerrechner am Ende einer Unterrichtseinheit geschieht aus Gründen des Komforts für alle Systeme simultan. Das Teaching-Tool bietet hier durch die im Kontextmenü des gestarteten Programms vorhandene Option A/B Gruppen die Möglichkeit, Gruppen einzurichten und zu verwalten.

Das Kontextmenü erreichen Sie bei gestartetem Teaching-System, indem Sie mit dem Mauszeiger in die rechte untere Ecke des Bildschirms fahren und dort mit der rechten Maustaste auf den eingeblendeten Eintrag la-teaching.rb klicken. Die jeweiligen Einstellungen nehmen Sie in einem gesonderten Fenster vor.

Zusätzlich bietet das Teaching-Tool die Option, Dateien zu verteilen. Dabei dürfen die Daten in beide Richtungen laufen, also sowohl vom Lehrer zu den Schülern als auch von Schülern zum Lehrer. Diese Option stellen Sie bei Bedarf ebenfalls im Kontextmenü des gestarteten Tools durch Klicken auf den Eintrag Kopieren ein (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das Kopier-Tool macht es leicht, Dateien an alle Schüler zugleich zu verteilen.

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