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Evolution im Computerkabinett

20.12.2012 Mit dem ausgefeilten Allrounder LinuxAdvanced setzen Sie im Handumdrehen einen PC für den Fernzugriff auf – ideal für Schulen und kleine Lernnetzwerke.

LinuxAdvanced gehört bereits zu den älteren Semestern unter den Distributionen und blickt auf etliche Jahre kontinuierliche Entwicklung zurück. Nicht Studenten oder Firmen führen bei diesem Projekt die Feder, sondern ein Team unter der Leitung der österreichischen Gymnasiallehrer Mag. Dr. Klaus Misof und MMag. Rene Schwarzinger, die als aktive Pädagogen genaue Kenntnis vom Schulalltag haben. Daher handelt es sich bei LinuxAdvanced auch nicht nur um eine weitere Lern-Distribution, sondern um einen Allrounder für Computerkabinette mit ganz spezifischen Anforderungen.

Erster Start

Für den Test schickte das Team aus dem niederösterreichischen Krems einen USB-Stick mit der neuen Version 12.1. Im Download-Bereich der Webseite [1] finden Sie ein ISO-Image zum Brennen auf eine DVD, wobei das System jedoch aus dem Live-Betrieb heraus das Einrichten eines USB-Stick als Boot-Medium erlaubt.

Allerdings zeigten sich beim ersten Start vom USB-Stick zunächst Probleme mit der Hardware: Das System wollte im normalen Modus partout nicht booten. Schuld am Hänger war die im Testgerät verbaute WLAN-Karte von Intel vom Typ 5100a/g/n, die unter anderen Distributionen ebenfalls häufig Probleme verursacht und eine proprietäre Firmware zum Betrieb benötigt.

Nach dem Abschalten der Komponente startete das System anstandslos in einen Desktop auf Basis von Gnome 3.4.2. Dieser präsentiert sich in dunklen Farbtönen mit lediglich dem Panel am oberen Bildschirmrand und einigen Icons auf der linken Seite.

Die Distribution, die bereits vor gut drei Jahren auf dem Prüfstand stand [2], hat sich seither drastisch verändert. Ein Klick auf den Eintrag Aktivitäten oben links in der Leiste und anschließend auf die Schaltfläche Anwendungen sorgt für die erste Überraschung: Lediglich alphabetisch sortiert listet LinuxAdvanced alle Anwendungen mit Icons auf dem Desktop auf. Das verdeutlicht sofort, welch enorme Menge Software die Entwickler ins System gepackt haben. Durch das heillose Tohuwabohu geht andererseits jeder Überblick verloren (Abbildung 1).

Abbildung 1: LinuxAdvanced bringt viel Software mit, präsentiert diese aber extrem unübersichtlich.

Rechts am Bildschirmrand erscheint nun eine Leiste mit Programmgruppen. Klicken Sie das jeweilige Menü an, bringt das Ordnung ins Durcheinander. Die Gruppen zeigen sich zum größten Teil gut bestückt mit Applikationen, wobei sich die Distribution in Sachen Aktualität keine Blöße gibt: Der Webbrowser Iceweasel liegt in Version 10.0.4 bei, LibreOffice in Version 3.5.3.2 sowie Gimp in der aktuellen Version 2.8. Dazu gesellt sich der Mediaplayer VLC in Variante 2.0.1.

Ein Blick in die Menüs offenbart zudem, dass die Entwickler Applikationen aus unterschiedlichen Desktop-Welten integriert haben: Hier üben Gnome-Programme, KDE-Software und Tools, die unabhängig von einer Desktop-Umgebung arbeiten, eine friedliche Koexistenz. Die Software erweist sich dabei als weitgehend korrekt für deutschsprachige Anwender lokalisiert, sodass Sie keine Sprachpakete nachzuladen brauchen.

Als weiterer Pluspunkt des Systems offenbart sich die Integration der Windows-Laufzeitumgebung Wine: Sie ermöglicht es, viele Windows-Programme unter LinuxAdvanced zu betreiben. Hier gilt es zwar beim ersten Start noch das Wine-Gecko-Paket zu installieren, anschließend steht dem Einsatz von Windows-Applikationen jedoch nichts mehr im Weg. Dies hilft vor allem angesichts der Tatsache, dass deutsche Verlage viele Lehrmittel nach wie vor lediglich als Windows-Software ausliefern.

LA-Tools

Von Beginn an lag bei dem System der Fokus auf der Arbeit an Hilfsprogrammen, die das System von einer reinen Lern-Distribution abheben und für den universellen Einsatz fit machen. Daher finden sich bei der niederösterreichischen Debian-Variante viele Eigenentwicklungen, die sich im Untermenü LA Tools versammeln. Das erreichen Sie im Gnome-Desktop über das Menü Debian Live user, welches sich ganz rechts im Panel am oberen Bildschirmrand befindet. Nach dem Start der LA-Tools finden Sie verschiedene Programme zusammengefasst in einem Fenster mit entsprechenden Schaltflächen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die LA-Tools gehören zu den Eigenentwicklungen des Projektes, die das System für den universellen Einsatz fit machen.

Mithilfe der LA-Tools packen Sie das System mit wenigen Mausklicks auf die Festplatte, wobei der Installer zwar durch seine Liniengrafik im Terminal optisch etwas altbacken wirkt, dafür jedoch einfacher zum Ziel führt, als etwa die grafische Einrichtungsroutine bei Ubuntu. Mit den LA-Tools machen Sie das System außerdem bei Bedarf bootfähig, installieren es auf einem USB-Stick oder löschen temporäre und nicht mehr benötigte Datenbestände.

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