Große Dateien

Insbesondere beim häufigen Speichern und Löschen von großen Dateien wie etwa Multimedia-Files entstehen häufig Löcher in den Datenstrukturen. Liegen die Daten eines hochauflösenden Videos nun in weit auseinander liegenden Bereichen, führt das unter Umständen bei der Wiedergabe zu Artefakten im Bild oder zu gelegentlichem Ruckeln.

In solchen Fällen bietet es sich an, die Konsistenz der Datei zu überprüfen: Sie rufen dazu bei installiertem Paket e2fsprogs mit den Rechten des Administrators im Terminal den folgenden Befehl auf:

# filefrag Datei

Filefrag untersucht anschließend die angeführte Datei und gibt detailliertere Informationen zum jeweiligen Zustand (Abbildung 3). Die Anzahl der sogenannten Extents, also nicht zusammenhängender Dateiblöcke, bezeichnet dabei den Grad der Fragmentierung. Je mehr Extents die Software ermittelt, desto stärker ist die betroffene Datei aufgespaltet.

Abbildung 3: Große multimediale Dateien zerlegt das Dateisystem oft in kleinere Brocken, die es dann unter Umständen an verschiedenen Stellen speichert.

Aufräumen

Um die Dateien wieder zusammenzuführen, bieten sich unterschiedliche Methoden an: Haben Sie viel Zeit, kopieren Sie die Daten von der betroffenen Partition auf einen anderen Datenträger, löschen die Ursprungsdaten und spielen die kopierten Dateien anschließend wieder auf den ursprünglichen Datenträger zurück. Damit hängen die Datenbereiche wieder zusammen.

Der Nachteil dieser Methode liegt im hohen Zeitaufwand bei großen Datenbeständen – vor allem, wenn Sie als Medium zum Sichern einen Massespeicher mit einer USB-2.0-Schnittstelle verwenden.

Da selbst nach einigen Jahren Einsatz der Grad Fragmentierung einer Festplatte unter Linux oft im einstelligen Prozentbereich liegt, hat die Entwicklergemeinschaft bislang ihr Augenmerk kaum auf diese Pflege der Daten gerichtet. So gibt es nur wenige Programme für die Kommandozeile, die sich mit diesem Problem beschäftigen – und von diesen überzeugte im Test lediglich eines: Defragfs [3].

Entpacken Sie das kleine Tool in einen Ordner. Das Perl-Skript bietet trotz seiner geringen Größe von knapp neun KByte einen erstaunlichen Funktionsumfang: Es defragmentiert nicht nur Verzeichnisse und Partitionen, sondern liefert zusätzlich detaillierte Angaben zum Erfolg der Aktionen.

Es empfiehlt sich, das Programm in den Ordner /usr/local/bin zu kopieren. Damit brauchen Sie beim Aufruf nicht den kompletten Pfad anzugeben. Anschließend starten Sie das Tool mit administrativen Rechten über den folgenden Befehl:

# defragfs Verzeichnisname -a

Defragfs ermittelt nun vollautomatisch die entsprechenden Werte und führt die einzelnen Dateien zusammen. Da das Skript die Dateien dabei hin und her kopiert, sollte sich im betroffenen Verzeichnis noch ausreichend freier Speicherplatz befinden.

Möchten Sie selbst Einfluss auf die Arbeit der Software nehmen, so rufen Sie Defragfs ohne Parameter am Ende der Befehlszeile auf. In diesem Fall erwartet die Defragfs mehrere Eingaben. Im Test fiel hierbei negativ auf, dass das Tool nach dem Ende der Arbeit wieder an den Anfang der Routine springt. In diesem Fall beenden Sie das Programm nach der Anzeige der Statistik über die modifizierten Dateien mittels [Strg]+[C].

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