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Zu Gast bei Freunden

Windows 8 unter VMware und Virtualbox

21.11.2012
Windows-Gelegenheitsnutzern bietet eine virtuell Maschine die ideale Lösung. Doch funktioniert Windows 8 auch in Virtualbox und VMware ohne Probleme?

Ganz ohne Windows ist das Leben zuweilen doch recht mühsam – nicht zuletzt deshalb, weil für einige Programme unter Linux einfach noch keine probaten Alternativen existieren. Wege aus dem Dilemma gibt es genügend. Der einfachste: Sie starten die gewünschte Software unter Umgehung von Windows mit Wine. Allerdings funktionieren die Programme dann häufig nicht oder nicht vollständig wie gewünscht. Als zweite Alternative kommt ein parallel installiertes System in Frage. Das stellt für Viele sicherlich die beste Lösung dar, hat aber den Nachteil, dass Sie jedes Mal das System neu booten müssen, wenn Sie ein Windows-Programm benötigen.

Den goldenen Mittelweg bieten virtuelle Maschinen, die Windows wie eine Applikation starten und sämtliche Funktionen des Systems zur Verfügung stellen. Inzwischen sind die Techniken der VMs so ausgereift, dass sich im Normalgebrauch kaum mehr ein Unterschied zwischen Windows in der virtuellen Maschine und auf einem physikalischen Rechner feststellen lässt. Eine Einschränkung bleibt allerdings: Für Spiele eignen sich virtuelle Maschinen nur bedingt; hier erscheint eine native Installation in den meisten Fällen als die bessere Wahl.

Die Protagonisten auf dem Markt für Desktop-Virtualisierung heißen Virtualbox [1] und VMware Workstation [2]. Ob und wie beide mit dem neuen Windows 8 kooperieren, untersuchen wir im Folgenden.

VMware

Im August dieses Jahres legte der Hersteller VMware die neunte Release seiner kommerziellen Software VMware Workstation auf. Der Preis für eine Neulizenz beträgt 170 Euro, das Upgrade kostet 70 Euro. Als wichtigste Neuerung preist das Unternehmen die Unterstützung von Windows 8 an, weswegen es auch nicht verwundert, dass der Einrichtungsdialog für die virtuelle Maschine auch ein solches Profil in der 32- und 64-Bit-Variante anbietet (Abbildung 1).

Abbildung 1: Version 9 des VMware Desktops bringt bereits das passende Profil für Windows 8 mit.

Die anschließende Installation von Windows lief damit im Test ohne Probleme durch. Positiv fällt auf, dass Windows 8 bereits eine rudimentäre VMware-Unterstützung mitbringt: So wechseln Maus und Tastatur nahtlos in die virtuelle Maschine, sobald der Mauszeiger das Windows-Fenster berührt.

Erweiterungen

Möchten Sie das volle Potenzial des Systems in der virtuellen Maschine ausschöpfen, gilt es aber dennoch, die Gast-Erweiterungen nachzuinstallieren. Im gestarteten System klicken Sie dafür im Menüpunkt VM auf den Eintrag Install VMware Tools.... Damit hängt die Software in der virtuellen Maschine ein ISO-Image im DVD-Laufwerk ein, welches die Gast-Erweiterungen enthält.

Um die Installation zu starten, genügt es, darin auf setup zu klicken. Im folgenden Dialog legen Sie fest, welche Treiber und Funktionen Sie installieren möchten (Abbildung 2). Die Software bringt für so gute wie alle Bereiche des Systems speziell angepasste Treiber mit, welche das Handling deutlich verbessern.

Abbildung 2: Die Gast-Erweiterungen von VMware bietet eine ganze Reihe zusätzlicher Treiber, die speziell der Kooperation zwischen Windows 8 und der virtuellen Maschine dienen.

Dazu zählt unter anderem die dynamische Größenanpassung des Gastes an das Format des ihn umgebenden Fensters. Sie aktivieren diese Funktion, indem Sie die Checkbox hinter dem Menüpunkt View | Autosize | Autofit guest aktivieren. Wählen Sie dagegen Center Guest, passt sich die Größe des Fensters künftig an die des Gastsystems an.

Möchten Sie direkt auf dem Linux-Desktop mit Windows-Applikationen arbeiten, dann nutzen Sie dazu den sogenannten Unity-Modus. Sie erreichen diesen im Menü unter View | Unity. Er isoliert die laufenden Programme vom Windows-Desktop (Abbildung 3) und stellt sie auf dem von Linux dar. Damit Sie alle Programme von Windows erreichen, hat VMware einen eigenen Starter gebastelt, der beim Aktivieren von Unity oben rechts erscheint.

Abbildung 3: Wer es bevorzugt, seinen Linux-Desktop auch beim Gebrauch von Windows-Tools zu sehen, dem ermöglicht Unity das. Zusätzlich bietet dieser Modus einen Programmstarter, der Windows 8 inzwischen fehlt.

Allerdings funktioniert dieser Modus lediglich in der Desktop-Ansicht. Starten Sie ihn in der Kachel-Ansicht, bleibt der Desktop leer. Ganz optimal klapp der Unity-Modus aber auch im Desktop-Modus nicht. Klicken Sie beispielsweise im Datei-Explorer auf ein Bild, öffnet sich eine bildschirmfüllende App und zeigt es an. Schließen Sie diese, gelangen Sie zunächst zu den Kacheln und erst dann wieder zum Desktop.

Ohne Fehl und Tadel funktioniert dagegen das Drag & Drop von Dateien sowohl aus dem Gastsystem heraus als auch hinein. Genauso perfekt verhielt sich Windows 8 bei der Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Zwischenablage. Sowohl einzelne Dateien als auch ganze Verzeichnisbäume transferierte VMware Workstation problemlos vom Wirt zum Gast und zurück. Das klappt auch für Texte oder URLs, die Sie auf diesem Wege per Copy & Paste zwischen der virtuellen und realen Maschine tauschen.

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