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Ubuntu 12.10 im Überblick

Unity

Die augenfälligsten Neuerungen von Ubuntu 12.10 stecken erwartungsgemäß im überarbeiteten Unity-Desktop, der die Versionsnummer 6.6 trägt. Anders als noch unter Ubuntu 12.04 unterstützen jetzt offenbar alle Standardanwendungen die globalen Menüs am oberen Bildschirmrand. Ansonsten hat sich an der grundsätzlichen Bedienung nichts geändert.

Nach wie vor kümmert sich das (optisch überarbeitete) Software Center um das Installieren von Updates und sucht bei jedem Start nach vorhandenen Aktualisierungen. Proprietäre Treiber dagegen richten Sie bei Ubuntu 12.10 jedoch nicht mehr mithilfe von Jockey ein: Die Funktion versteckt sich jetzt in den Systemeinstellungen unter Software-Paketquellen im Reiter Zusätzliche Treiber.

Die Grafiker haben Unity 6.6 mit attraktiveren Symbolen in den Benachrichtigungsfeldern ausgestattet, die Icons im Launcher lassen sich nun fast alle beliebig platzieren. Davon ausgenommen sind lediglich der Mülleimer ganz unten sowie das Symbol zum Aufruf der Dash-Startseite ganz oben im Launcher.

Dash

Das Dash lässt sich bekanntlich mithilfe von Linsen mit nützlichen Funktionen erweitern. Unity 6.6 bietet eine klarere Trennung von Rubriken in den Linsen, zusätzliche Lenses [2] installieren Sie über das Software-Center (Abbildung 3) oder manuell nach dem Muster:

$ sudo apt-get install unity-lens-Name

Abbildung 3: Zusätzliche Lenses installieren Sie über die Paketverwaltung.

Ist die umstrittene Shopping-Lens installiert und aktiviert – bei Ubuntu 12.10 die Vorgabe – blendet die eine Desktopsuche im Dash nicht mehr nur zum Suchbegriff passende Dateien und Programme ein, sondern leitet die Anfrage zusätzlich an Amazon sowie den Ubuntu One Music Store weiter. Dadurch erscheinen zahlreiche Suchergebnisse, die bei der Suche in den eigenen Dateien und Anwendungen nicht unbedingt weiter helfen (Abbildung 4). Zudem erscheint die – zwar indirekte, aber faktisch unvermeidliche – Weitergabe von Daten an Amazon aus Privacy-Sicht fraglich.

Abbildung 4: Die umstrittene Shopping-Lens fördert bei der Suche auf dem Desktop auch Ergebnisse von Amazon und aus dem Ubuntu One Music Store zutage.

Canonical hat aber inzwischen bereits auf die entsprechende Kritik reagiert: Sie können anders als in den Vorabversionen nun die Shopping-Lens im neuen Reiter Suchergebnisse in den Einstellungen zur Privatsphäre der Systemeinstellungen mit der Funktion Online-Suchergebnisse anzeigen auch deaktivieren. Alternativ entfernen Sie die nervige Linse komplett, indem Sie das korrespondierende Software-Paket über das Software-Center entfernen. Das klappt auch auf der Kommandozeile mit folgendem Befehl:

$ apt-get remove unity-lens-shopping

Das Dash verfügt aber auch über nützliche Neuerungen. So zeigt etwa die Dash-Suche in der Rubrik Dateien & Ordner (drittes Icon von links) jetzt je nach Dateityp bei einem Rechtsklick viele nützliche Zusatzinformationen in einer vergrößerten Darstellung. Dazu zählen beispielsweise zusätzliche Informationen bei Softwarepaketen oder die EXIF-Daten in Fotos. Zudem können Sie die Datei auch direkt im jeweiligen Ordner im Dateimanager Nautilus anzeigen lassen, im zuständigen Bildbearbeiter öffnen oder per E-Mail versenden.

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