Ubuntu 12.10 im Überblick

Flauer Vogel?

Ubuntu 12.10 wirkt wie ein generalüberholtes 12.04 LTS und wartet mit wenig Überraschungen auf. Zudem finden manche Neuerungen keine ungeteilte Zustimmung bei den Anwendern.

Traditionell nutzt Canonical die erste neue Version nach einem Long-Term-Release, um Ubuntu mit einem Maximum an neuen Funktionen auszustatten. Das soll Nutzern und Entwicklern in den folgenden regulären Versionen ausreichend Gelegenheit zum Testen gäbe, bevor die Neuerungen dann in das nächste LTS-Release einfließen. In dieser Hinsicht überrascht Ubuntu 12.10 damit, dass es eher wie ein optimierte Ausgabe der Ausgabe 12.10 erscheint: Statt den "Quantal Quetzal" mit neuen Funktionen vollzustopfen, haben die Canonical-Entwickler eher Feinschliff betrieben – und das an zahlreichen Stellen.

Kernel und Installation

Eine der wichtigsten Neuerungen besteht darin, dass Canonical Ubuntu in Form eines weit über 700 MByte großen ISOs ausliefert [1], das nicht mehr auf eine CD passt. Das entlastet die Entwickler, die nicht mehr um jedes einzelne Paket für das Installationssystem ringen müssen. Zudem werden die bisherigen Alternate-Images überflüssig, was das Ressourcen-Angebot für Ubuntu überschaubarer macht. Zudem lässt sich ja statt von CD auch bestens von einem USB-Stick oder via PXE aus dem Netzwerk booten und installieren.

Zudem kommt jetzt durchgängig nur noch der bekannte Installationsassistent Ubiquity zum Einsatz, an dessen "Drehbuch" sich gegenüber früheren Versionen nicht viel geändert hat – mit zwei interessanten Ausnahmen: Haben Sie sich im ersten Schritt für das direkte Installieren von Ubuntu entschieden und erlauben dabei auch das Herunterladen von Aktualisierungen sowie gegebenenfalls Paketquellen von Drittanbietern, dann bietet Ubiquity ab sofort die Möglichkeit, LVM (Logical Volume Manager) zu nutzen und Partitionen zu verschlüsseln (Abbildung 1). Das beherrschte vorher nur die Alternate-Version.

Abbildung 1: Der Ubiquity-Installer kooperiert jetzt auch mit LVM.

Die zweite Neuerung: Identifiziert Ubiquity während der Installation eine Webcam, dürfen Sie beim Anlegen der Benutzer-Accounts gleich Ihr Foto mit den Benutzerdaten speichern, während wie von Ubuntu bekannt der Installer im Hintergrund bereits mit dem Überspielen von Daten beginnt.

Möchten Sie ein bestehendes Ubuntu-12.04-System auf die neue Version aktualisieren, vertrauen Sie das Update am besten dem Ubiquity-Installer an. Eine Aktualisierung aus dem laufenden System müssten Sie ansonsten manuell erzwingen, indem Sie in den Einstellungen für Software-Paketquellen von Ubuntu 12.04 unter Aktualisierungen die Benachrichtigungsfunktion für neue Versionen von Für Langzeitunterstützungsversionen auf Für jede neue Version umstellen.

Kernel und PAE

Obwohl auf dem letzten Ubuntu Developer Summit noch heftig darüber diskutiert worden war, Ubuntu 12.10 mit dem aktuellem Linux-Kernel 3.6 auszustatten, beruht es nun doch auf der Kernel-Version 3.5, konkret auf der Version 3.5.0-17.28. Offenbar vertrug sich Veröffentlichungstermin von Linux 3.6 doch nicht dem Terminraster im Qualitätsmanagement der Ubuntu-Entwickler.

Entgegen anderslautender Aussagen in der Alpha- und Beta-Phase sowie in den ersten Release Notes zu Ubuntu 12.10 setzt die 32-Bit-Version des Kernels nun doch nicht zwingend einen Prozessor mit PAE-Unterstützung (Physical Address Extension) voraus. Besitzer von Rechnern mit einer Pentium-M-CPU der ersten Generation ("Banias") oder der frühen "Dothan"-Versionen können sich also beruhigt zurücklehnen.

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