Nahtlos eingepasst
Software-Installation aus systemeigenen und anderen Quellen
Erster Test
Haben Sie Listaller installiert, ist der Weg frei, um unter KDE mit Apper jede Form von Anwendung zu verwalten – egal ob Sie diese via Autopackage, LOKI, IPK-Setup oder dem Paketmanagement der Distribution installiert haben.
Möchten Sie den unter der GPLv3 lizenzierten Listaller ausprobieren, gelingt das zur Zeit am einfachsten unter Kubuntu, weil auf Lauchpad ein PPA [7] existiert, das Sie einfach in Ihr System integrieren (Abbildung 1). Nutzer anderer Distributionen müssen Listaller aus den Quellen übersetzen.
Das Integrieren der PPA-Quelle funktioniert zum Beispiel über das Werkzeug beziehungsweise den Menü-Eintrag Einstellungen | Paketquellen in Synaptic, sofern Sie die GTK-Paketverwaltung unter KDE installieren möchten.
Nach einem Klick auf Neu laden installieren Sie wahlweise über Synaptic, das Kommandozeilentool Apt-get oder mit dem KDE-Frontend Apper eine aktualisierte Version 0.7.5-1 von PackageKit sowie das Paket listaller (für das Listaller-Kernsystem). Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin" bringt von Haus aus die Version 0.7.2-4 von PackageKit in den eigenen Paketquellen mit.
Eine spezielles GUI benötigen Sie unter KDE (Kubuntu) nicht, da viele Funktionen von Listaller in dem auf PackageKit basierenden Apper bereitstehen. Sie können allerdings über die genannte PPA-Paketquelle auch das Paket apper-appsetup einrichten, das erweiterte Listaller-Funktionen in Apper aktiviert.
An Gnome-Frontends stehen über die genannte Paketquelle zudem die Werkzeuge listaller-gnome-manager und listaller-gnome-setup zur Verfügung. Möchten Sie Third-Party-Tools mit Listaller selbst einpacken, müssen Sie zudem das Paket listaller-tools installieren (Abbildung 2).
Versierte Nutzer, die eine aktuelle Apper-Version aus den Quellen installieren möchten, müssen für vollen Listaller-Support den Quellcode mit der Option -DLISTALLER=ON übersetzen.
Zu den erweiterten, in Apper enthaltenen Funktionen gehört etwa die Möglichkeit, Pakete unter /home/users zu installieren, sowie das Update normaler Pakete über den Listaller-eigenen Updater. Darüber hinaus können Entwickler Update-Quellen für ihre Software automatisch aus dem Quellcode des Projektes generieren.
Möchten Sie testen, wie Sie mit Listaller Pakete im IPK-Format installieren, stehen derzeit lediglich einige wenige Demo-Anwendungen auf der Projektseite [8] bereit. Um ein solches Paket einzurichten, öffnen Sie es mit dem PackageKit-Frontend Ihrer Wahl (Apper oder Gnome-PackageKit).
Fazit
Listaller beruht auf einem durchdachtem Konzept und bietet den Vorteil der hohen Integration mit existenten Technologien. Daraus resultiert ein hoher Grad an Nutzerfreundlichkeit, denn mit Listaller können Sie einerseits weiterhin mit Ihren gewohnten Frontends (etwa Apper oder Gnome-PackageKit) Anwendungen aus den Paketquellen einrichten, aber auch Anwendungen verwalten oder entfernen, die Sie auf anderem Wege installiert haben.
Die Nützlichkeit und damit letztendlich das Potenzial, neue Softwarepakete künftig in einem systemunabhängigen Format installieren zu können, hängt allerdings letztlich ganz von der Bereitschaft der Entwicklergemeinde ab, Pakete im Listaller-eigenen IPK-Format zu schnüren.
Infos
[1] PackageKit: http://www.packagekit.org/
[2] Listaller: http://listaller.tenstral.net/
[3] AppStream-Projekt: http://distributions.freedesktop.org/wiki/AppStream
[4] AppStream (Gitorious): http://gitorious.org/appstream
[5] Personal Application Installer: http://linux-appstore.de
[6] Blog von Matthias Klumpp: http://blog.tenstral.net/2011/02/die-zukunft-des-listaller-projektes.html
[7] Listaller-PPA: https://launchpad.net/~ximion/+archive/packagekit
[8] Listaller-Demo-Software: http://listaller.tenstral.net/examples/worldofgoo-demo-package.html
[9] Präsentation zu PackageKit: http://www.hughsie.com/public/introduction-to-packagekit.pdf



