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© Fred Fokkelman, sxc.hu

Offroad unterwegs

Medion GoPal S3857 und QLandkarte GT

21.11.2012
Wie gut sich mit dem preiswerten Outdoor-Navigationsgeräte Medion GoPal S3857 und der freien Software QLandkarte GT zwischen Vulkanen navigieren lässt, zeigt unser Praxistest in Island.

Als hätte Aldi es gewusst: Gerade rechtzeitig vor einem geplanten Island-Urlaub bot der Discounter das Outdoor-Navigationsgerät Medion GoPal S3857 [1] preisgünstig an. Das derzeit für 159 Euro erhältliche Gerät erschien noch interessanter, als ein Blick in die Spezifikationen die "Erweiterung mit zusätzlichen OpenStreetMap-Karten für beliebige Regionen" versprach – und damit die mühelose Integration in eine auf OSM-Daten basierende Software-Umgebung.

Technische Details

Das Gerät mit 3 Zoll Bildschirmdiagonale (7,62 cm) und Touchscreen kommt in einem robusten Gummigehäuse (Abbildung 1). Zum Lieferumfang gehören auch ein Netzteil, ein USB-Kabel eine Fahrradhalterung sowie eine DVD mit Windows-Software. Intern werkelt ein 400-MHz-Prozessor von Samsung, als Betriebssystem dient Windows Mobile.

Der integrierte SiRFStar-III-GPS-Chip sorgt für den Empfang der Satellitensignale, 128 MByte RAM und 8 GByte interner Speicher stehen für die Verarbeitung des Kartenmaterials zur Verfügung. Dieses besteht aus einem Satz komprimierter OSM-Karten für Europa und einer topographischen Rasterkarte für Deutschland (1:100 000). Zusätzlich sorgt ein Luftdrucksensor für die Verfügbarkeit von Höhendaten.

Abbildung 1: Das Medion GoPal S3857 kommt in einem robusten Gummigehäuse und lässt sich per Touchscreen bedienen.

Das transflektive Farbdisplay des S3857 sorgt bei der Bedienung durch helle Hintergrundbeleuchtung für gute Lesbarkeit. Zum Stromsparen erlischt die Beleuchtung nach einiger Zeit und wird erst beim erneuten Berühren des Schirms wieder aktiv. Auch bei ausgeschaltetem Backlight lässt sich das Display aber noch ablesen, zumindest, wenn man es entsprechend in die Sonne hält – der reflektive Anteil des transflektiven Bildschirms macht es möglich.

Berühren Sie den Schirm nicht allzu häufig, lässt sich die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von 8 Stunden problemlos erreichen. Im Praxistest ließen wir das Gerät mit vollen Akku während eines Tagesausflugs eingeschaltet, trotzdem verfügte es abends noch über (wenn auch geringe) Akku-Reserven.

Etikettenschwindel

Auch wenn Medion in den Spezifikation nur eine Zusammenarbeit mit "Microsoft Windows XP/Vista/7" verspricht – sobald Sie das S3857 mithilfe des beiliegenden Kabels über den USB Port mit einem Linux-Rechner verbinden, erscheint das Gerät dort als USB-Massenspeicher (Abbildung 2). Über die Verzeichnisse kann dann der Datentransfer stattfinden.

Abbildung 2: Das S3857 als Massenspeicher am Linux-Rechner (hier einem EeePC).

Allerdings fällt auf, dass die vermeintlichen OpenStreetMap-Karten in einem Format mit der Dateiendung .ebdm vorliegen. Dieses proprietäre Dateiformat namens MicroMap [2] basiert zwar auf OpenStreetMap-Daten, erweist sich aber als stark bearbeitete und komprimierte Variante. Entsprechende Daten sowie Updates lassen sich nur über den GoPal-Assistenten, eine auf der DVD beiliegende Windows-Software, von einem Medion-Server beziehen – das aber immerhin kostenlos.

Bei der von Medion versprochenen "Erweiterung mit zusätzlichen OpenStreetMap-Karten" handelt es sich also um eine Irreführung, denn die von OSM bereitgestellten Daten lassen sich auf dem S3857 nicht nutzen. Auch die Angabe "für beliebige Regionen" stimmt nur bedingt, denn im Standardkartenmaterial des S3857 ist für Gebiete ausserhalb Europas nur eine Weltansicht vorinstalliert. Zwar lassen sich vom Medion-Server zusätzliche Übersichtskarten für Asien-Pazifik, Afrika, Süd/Mittel/Nordamerika sowie Höhendaten für Österreich, Frankreich, Deutschland und die Schweiz nachladen. Wer aber detaillierte Karten für diese Gebiete benötigt, braucht ein Android-Smartphone sowie die kostenpflichtige Software NavDroyd [3]. Mit dieser kann man Karten der gesamten Welt im EBDM-Format herunterladen und dann ins Verzeichnis /map/osm des S3857 speichern [4].

Wenigstens klappt die Kooperation mit freier Software beim Einspielen und Auslesen von Tracks über GPX-Dateien. Sie speichern eigene Tracks im Verzeichnis /GPX/import ab und importieren diese anschließend über das Extras-Menü in den Datenbestand des S3857. Umgekehrt können Sie mit dem S3857 aufgezeichnete Tracks nach dem Export via Extras aus dem Verzeichnis /GPX/export des Navis auf den Linux-Rechner kopieren. Insbesondere Letzteres hilft außerordentlich beim Auswerten der Daten mit der freien Software QLandkarte GT.

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