Buchtipp

21.11.2012

Bildbearbeitung – etwas konfus erklärt

Wie der Untertitel schon klar macht, wendet sich Robert Klaßen mit diesem Buch an Einsteiger in Sachen Gimp. Auf rund 400 Seiten, gegliedert in 14 Kapiteln, hat er die seiner Ansicht nach für die Zielgruppe notwendigen Informationen zusammengetragen. Inhaltlich umfasst das Buch Grundlagen, Programmoberfläche und Techniken.

Besonders die ersten Kapitel zeichnen sich dabei durch ein sehr langsames Lerntempo aus. So beschreibt der Autor ausführlich den Dialog zum Öffnen einer Datei, was selbst Gimp-Einsteigern kaum Neues vermitteln dürfte. Die Beschreibung der (neuen) Oberfläche erscheint dagegen berechtigt, da sie sich immer noch als eine echte Hürde erweist.

An manchen Stellen verwendet Klaßen die Begriffe "Paletten" und "Docks" anders als es die Gimp-Entwickler im Sinn hatten. Sehr ausführlich geht er auf das nun im Detail steuerbare Speichern von Voreinstellungen ein. Ein Kapitel, in dem selbst fortgeschrittene Anwender unter Umständen noch Neues entdecken. Das gleiche gilt für die neuen Pinseldynamiken, die noch nicht jeder erfahrene Anwender kennen dürfte.

Der Schwerpunkt des Buchs liegt ganz deutlich auf einführenden Themen. Gelegentlich überflutet er den Leser jedoch mit Informationen, etwa bei speziellen Features wie dem Exportieren von Pfaden. Hier wäre weniger mehr. Weiterführende Themen spricht Klaßen nur mit jeweils einem Beispiel an und zeigt deren Anwendung.

Mit dem Kapitel zur RAW-Fotos wendet sich Klaßen an fortgeschrittene Fotografen. Es ist das kürzeste im ganzen Buch und wirkt daher etwas verloren. Ausführlicher – und damit für Anfänger deutlich nützlicher – ist das sich anschließende Kapitel zum Thema Pfade. Auf Skripte und Plugins geht der Autor nur am Rande ein. Immerhin erwähnt er "FX Foundry". 60 sogenannte Workshops runden das Buch mit praktischen Tipps ganz unterschiedlicher Qualität ab.

Ein Problem dieses Buchs ist der unstrukturierte und daher beliebig wirkende Aufbau. Wirklich skurril wirkt die Tatsache, dass Klaßen Linux als Plattform völlig ignoriert: Bei Plattform-spezifischen Details geht er ausschließlich auf Windows und Mac ein.

Der Galileo-Verlag bietet zu seinen Büchern Bonusmaterial an. Nach dem Eingeben des Zugangscode erschien aber im Test nur die lapidare Meldung: Noch keine Zusatzangebote verfügbar!

Alles in Allem erweist sich "Gimp 2.8" als ein günstiges Buch, das die wesentlichen Eigenheiten und Stärken des Programms zugänglich macht. Erfahreneren Anwendern bietet das Buch allerdings wenig Neues.

Infos

Robert Klaßen

Gimp 2.8, Der praktische Einstieg

Galileo Verlag, 2012

380 Seiten, 24,90 Euro

ISBN 978-3-8362-1625-8

Ordentlich gemachtes Grundlagenbuch

Auf etwa 340 Seiten haben die Autoren rund 80 zumeist einfache Tutorials zu allen Aspekten der Bildbearbeitung zusammengefasst. Die Tutorials umfassen, reichlich mit Bildern versehen, zwischen drei und sechs lang, was die Komplexität natürlich begrenzt. In den meisten Fällen verdeutlicht ein Vorher-Nachher-Bilder die Wirkung, das Kapitel zeigt die wesentlichen Schritte und gibt eine Einschätzung der benötigten Zeit.

Die Tutorials selbst sind gut verständlich aufgebaut und enthalten alle wichtigen Informationen für das Umsetzen. Sie unterscheiden sich damit oft wesentlich von den im Internet frei veröffentlichten, obwohl sie oft nicht unbedingt Neues enthalten.

Das Buch gliedert sich in elf Kapitel, die jeweils sechs bis zehn Tutorials. Die einführenden Kapitel behandeln grundlegenden Funktionen, die vermutlich jeder Anwender einmal benötigt. Etwas spezieller geht es im Kapitel "Freistellen und ausrichten" zu, einer der häufigsten Aufgaben. Für schwierige Themen, wie dem Freistellen von feinen Details, reicht der Platz wiederum nicht.

Das setzt sich auch in den folgenden Kapiteln fort. Die Autoren bieten gute Standardkost, Spezielles bleibt außen vor. Selbst die vielversprechend klingenden Kapitel am Ende des Buchs bergen keine Überraschungen. Relativ großen Raum nehmen Beauty-Retuschen ein. Hier zeigen die Autoren anhand vieler Beispiele, wie Sie Portraits verbessern und verfremden. In Grundlagenexkurse erklären die Autoren elementare Funktionen auf sehr einfachen Niveau.

Mit Jürgen Wolf ist einer der von Galileos erfahrensten Gimp-Autoren an diesem Buch beteiligt. Wer daher erwartet, anspruchsvolle Anleitungen in dem Buch zu finden, wird enttäuscht. Als Zielgruppe stehen ganz offensichtlich Gimp-Einsteiger im Zentrum.

Die zum Buch gehörende DVD enthält Videomaterial, das einige Techniken anhand von Beispielen demonstriert. Vieles wirkt zusammengewürfelt und überzeugt nicht gerade durch Stringenz. Ärgerlich, dass die auf der DVD enthaltene Software völlig veraltet sind. Sie stammen von der Gimp-Version 2.6. Fazit: Für knapp 30 Euro ein gut gemachtes, verständliches Grundlagenbuch mit vielen Praxistipps. (agr)

Infos

Jürgen Wolf, Jörg Esser

Gimp 2.8 für digitale Fotografie

Galileo Design 2012, 2. aktualisierte Auflage

341 Seiten, 29,90 Euro

ISBN 978-3-8362-1609-8

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