Purebasic

Vor 12 Jahren erschien die erste Version von Purebasic. Seitdem erhält sie kontinuierlich Updates für die Plattformen Linux, Windows und Mac OS X. Für jedes dieser Systeme steht auch eine Demoversion bereit [10], deren einzige Beschränkung darin besteht, dass der erstellt Quellcodes maximal 800 Zeilen lang werden darf.

Nachdem Sie das korrekte Archiv für die Linux-Version (je nach vorliegendem Rechner 32 oder 64 Bit) heruntergeladen und entpackt haben, rufen Sie in einem Terminal das enthaltene Skript checkinstall.sh auf. Es untersucht, ob alle benötigten Pakete installiert sind. Fehlt etwas, schlägt es einen passenden Aufruf von Apt-get vor, der die fehlenden Komponenten nachinstalliert.

Anschließend tragen Sie die Zeilen aus Listing 3 in die Startdatei (bei der Bash in die ~/.bashrc) der verwendeten Shell ein.

Um diese Änderungen zu aktivieren, geben Sie folgendes im Terminal ein:

$ source .bashrc

Listing 3

export PUREBASIC_HOME=Installationsverzeichnis
export PATH=$PUREBASIC_HOME/compilers:$PATH

Die Installationsanleitung des Herstellers weist allerdings eine Lücke auf, was Ubuntu betrifft: Für diese Distribution müssen Sie noch einen Symlink setzen. Listing 4 zeigt den entsprechenden Befehl für die 32-Bit- (Zeile 1) und 64-Bit-Varianten (Zeile 2).

Listing 4

$ sudo ln -s /usr/lib/i386-linux-gnu/libstdc++.so.6.0.16 /usr/lib/libstdc++.so.6
$ sudo ln -s /usr/lib/x86_64-linux-gnu/libstdc++.so.6.0.16 /usr/lib/libstdc++.so.6

Sie starten nun die IDE über den Aufruf purebasic in einem Terminal. Es empfiehlt sich, die Sprache der Entwicklungsumgebung und der Online-Hilfe via File | Preferences | General | Language | Deutsch auf Deutsch umzustellen (Abbildung 5). Sollte an dieser Stelle die deutsche Sprache nicht auftauchen, haben Sie sehr wahrscheinlich das Verzeichnis in der Variable PUREBASIC_HOME falsch gesetzt.

Abbildung 5: In den Spracheinstellungen stellen Sie die Purebasic-IDE auf Deutsch um.

Gut dokumentiert

Die Dokumentation gehört zu den Stärken von Purebasic. Die Applikation bietet zu jedem Befehl ausführliche Erläuterungen, die Sie über [F1] abrufen (Abbildung 6). Ferner steht das offizielle Referenzhandbuch als PDF zum Download bereit [11].

Abbildung 6: Die Online-Hilfe von Purebasic liefert zu allen Befehlen eine kurze Erläuterung.

Außerdem existiert ein gedrucktes Buch mit einer anschaulichen Einführung in Purebasic, dass allerdings schon etwas in die Jahre gekommen ist. Inzwischen steht es aber kostenlos unter einer Creative-Commons-Lizenz bereit. Freiwillige bringen es regelmäßig auf den neusten Stand [12]. All die Quellen liegen wohlgemerkt auf deutsch vor.

Vor wenigen Jahren hat ein hiesiger Distributor (die Software stammt eigentlich aus Frankreich) Purebasic auf CD-ROM im Einzelhandel vertrieben, weswegen es hierzulande recht verbreitet ist und eine Vielzahl an Tutorials und Foreneinträgen [13] existieren.

Wie bereits weiter oben angedeutet, verzichtet Purebasic auf Objektorientierung. Dies ermöglicht Anfängern zunächst einen schnellen Einstieg in die Sprache. Jedoch gerät das rein imperative Programmieren bei größeren Projekten potenziell unübersichtlich.

Dafür lassen sich kleinere Programme schnell verstehen und fallen sehr kompakt aus. Die folgende Zeile sorgt beispielsweise dafür, dass sich ein Fenster mit dem Anzeigetext Hallo Welt! und der Titelzeile Begrüßung öffnet:

MessageRequester("Begrüßung","Hallo Welt!");

Wer seine GUI-Fenster ähnlich wie bei Gambas mit der Maus erstellen möchte, benötigt das Tool Visual Designer. Es liegt zwar der Windows-Version bei, dem Linux-Archiv jedoch unverständlicherweise nicht. Alle anderen Elemente der IDE sind über die Grenzen der Betriebssysteme hinweg identisch.

Als Workaround kann man die Windows-Demoversion von Purebasic herunterladen und die Datei VisualDesigner.exe unter Linux mittels Wine ausführen. Die vom Programm generierten Quellcodes laufen unter Linux ohne Einschränkungen.

Das Entwickeln von Crossplattform-Anwendungen mit exakt identischem Quellcode funktioniert überraschend gut: Sofern Sie einen Font verwenden, den es auf allen Ziel-Betriebssystemen gibt, sieht eine Anwendung mit derselben Codebasis unter Linux und Windows sehr ähnlich aus und verhält sich auch auf gleiche Weise.

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