Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

18.10.2012

Mails einfach herunterladen mit Getmail

Wer einen privaten Mail-Dienst im heimischen Netz aufbauen möchte, der braucht ein Tool wie Getmail, das die elektronische Post beim Provider abholt. Die Getmail-Suite – sie besteht aus den vier Tools getmail, getmail_fetch, getmail_maildir und getmail_mbox – braucht sich in Sachen Funktionsumfang nicht hinter Fetchmail zu verstecken. Die vier Python-Programme ermöglichen einen flexiblen Einsatz vom einfachen, manuellen Download bis zur Integration im eigenen Skript. Die Mail-Zustellung im lokalen Netz zählt hingegen nicht zu Getmails Aufgaben. Es leitet die empfangenen Nachrichten an einen lokalen Mail Delivery Agent wie Postfix oder Sendmail weiter. Wer keinen MDA betreibt, kann die abgeholten Nachrichten auch direkt in einem MailDir-Verzeichnis oder einer Mbox-Datei ablegen. Das manuelle Abholen von Mails besorgt getmail_fetch, das sie komplett über Kommandozeilenparameter steuern. Neben Server-IP und Port geben Sie beim Aufruf auch die Zugangsdaten für das jeweilige Mail-Konto an. Weitere Parameter ermöglichen die Authentifizierung via APOP oder das Verschlüsseln der Kommunikation mit SSL. Als Ziel für die eingehenden Mails Dient eine Mbox-Datei oder ein MailDir-Verzeichnis, alternativ reichen Sie die Mails auch über eine Pipe an ein externes Programm durch. Das regelmäßige automatisierte Abholen von Nachrichten übernimmt getmail, das dazu die gängigen Protokolle POP3 und IMAP4 unterstützt. Seine umfangreiche Konfigurationsdatei kann beliebig viele sogenannte Retriever-Einträge umfassen, die Zugangsdaten für je ein Benutzerkonto enthalten. Über Filtereinträge binden Sie bei Bedarf externe Programme wie Virenscanner oder Spamschutz ein. Der Destination-Eintrag legt schließlich fest, wohin Getmail die Nachrichten liefert. Weiterführende Informationen finden Sie in den Manpages und im Verzeichnis doc/ des Quellarchivs.

Getmail 4.34.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://pyropus.ca/software/getmail/

Wertung

Mit den Tools aus der Getmail-Suite holen Sie manuell oder per Skript Ihre Mails beim Provider ab und verteilen sie dann im eigenen LAN.

Httping: Es muss nicht immer ICMP sein

Mit Httping prüfen Sie auf einfache Weise die Reaktions- und Antwortzeiten eines Webservers. Dazu sendet das Tool einen 162 Byte langen HTTP-Request an eine IP-Adresse oder URL und ermittelt die Antwortzeit. Die Ergebnisausgabe erinnert an jene von Ping. Da Httping das HTTP-Protokoll verwendet, durchdringt es auch Firewalls. Um einen einfaches Ping auf eine Webseite abzusetzen, rufen Sie das Tool mit dem Parameter -g gefolgt von der URL auf. Kennen Sie die URL nicht, geben Sie stattdessen hinter -h die IP-Adresse an. Für verschlüsselte Seiten setzen Sie außerdem den Parameter -l für SSL-Unterstützung. Läuft der Webserver der Gegenseite auf einem alternativen Port, übergeben Sie diesen mittels -p. Nutzen Sie einen Proxy-Server, hängen Sie dessen Verbindungsdaten mit -x an den Programmaufruf an. Der Einsatz eines Proxy-Servers kann die Werte der Antwortzeiten jedoch verfälschen. Falls Sie nicht mit -c eine Obergrenze für die Anzahl der Requests festlegt, klopft Httping ohne Unterbrechung bei der Gegenseite an. Senden Sie statt des standardmäßigen HEAD- einen GET-Request als Ping-Paket gesendet, lässt sich mit dem Parameter -b die Durchsatzrate berechnen. Um die Gegenseite unter Last zu setzen, leiten Sie via -f ein Flood-Ping ein. Die Ausgabe von Httping ähnelt jener von Ping und ist gut lesbar. Auf Wunsch erzeugt das Tool auch eine maschinenlesbare Ausgabe, die sich in eigenen Skripten einfach weiter verarbeiten lässt, sowie Nagios-konforme Nachrichten und Return-Codes.

Httping 1.5.4

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.vanheusden.com/httping/

Wertung

Mit dem handlichen Tool Httping behalten Sie die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit von Webservern im Auge.

Liferea, der schnelle RSS-Reader für GTK+

Hinter dem klangvollem Namen Liferea verbirgt sich ein schlanker RSS-Feed-Reader. Das GTK-basierte Tool besticht durch einfache Bedienbarkeit und eine übersichtliche, klassisch strukturierte Oberfläche. Ein Navigationsbaum am linken Rand enthält die Liste aller Feeds, die sich durch Ordner logisch strukturieren lässt. Die Schlagzeilenübersicht und die Nachrichtenvorschau teilen sich den Rest des Programmfensters. Während die Übersicht alle Einträge eines Feeds auflistet, zeigt die Vorschau eine Zusammenfassung des Inhalts des aktuellen Feeds an. Handelt es sich bei dem Feed um einen Podcast, erscheint unter dem Vorschaubereich ein Anhangknopf, über den sich die Mediendateien direkt herunterladen lassen. Möchten Sie den Text zu einem Eintrag komplett lesen, laden Sie ihn durch Anklicken der Schlagzeile in den Browser oder öffnen ihn über das Kontextmenü als weiteren Reiter. Über das Kontextmenü lässt sich außerdem die Schlagzeile als gelesen markieren, löschen oder in einen Sammelordner kopieren. Das Quellarchiv von Liferea enthält bereits eine Liste interessanter RSS-Feeds, die Sie beliebig erweitern. Als Quelle geben Sie dazu eine URL, ein externes Programm und sogar eine lokale Datei an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Filter zu definieren oder die Nutzung eines Proxy-Servers zu deaktivieren. Alle Einstellungen lassen sich auch nachträglich über die Eigenschaften des Feeds anpassen. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, Authentifizierungsdaten zu hinterlegen, Popups zu deaktivieren sowie das Caching und die Aktualisierungsintervalle individuell anzupassen. Standardmäßig hält Liferea die letzten 100 Nachrichten vor und aktualisiert die Schlagzeilen stündlich.

Liferea 1.8.8

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://liferea.sourceforge.net/

Wertung

Liferea ist ein leistungsfähiger RSS-Reader im klassischen Design.

Siren verschiebt und kopiert Dateien mit regulären Ausdrücken

Das Umbenennen oder Verschieben einzelner Datei ist schnell erledigt. Müssen jedoch dutzende Dateien einen neuen Namen erhalten, benötigt man die Hilfe von einem Tool wie Siren. Das Programm ähnelt einem Dateimanager mit einem Navigationsbaum und einer Dateiübersicht, welche die Dateien des aktuellen Verzeichnisses mit einigen ihrer Attribute anzeigt. Sie haben nun die Möglichkeit, ausgewählte Dateien mit Hilfe regulärer Ausdrücke umzubenennen. Der Ausdruck für den neuen Namen kann dabei Elemente des alten enthalten, kann aber auch die Dateierweiterung, die Größe, das Datum oder die Dateiattribute integrieren. Bei Dateiformaten wie MP3, MP4, JPG oder PDF lassen sich auch die enthaltenen Meta-Informationen im neuen Dateinamen verbauen. Die Palette der unterstützten Formate umfasst zahlreiche Dokumenten-, Multimedia- und sogar Paketformate. Hinter dem Zauberstabsymbol hält Siren ein Formularfenster bereit, mit dem Sie sich einen Ersetzungsausdruck per Maus zusammenklicken. Dabei zeigt Siren in der Spalte New Name in der Dateiübersicht eine Vorschau auf das Aussehen der neuen Dateinamen. Hat sich ein Ersetzungsausdruck bewährt und soll regelmäßig zum Einsatz kommen, nehmen Sie ihn in die Liste der Favoriten auf, aus der heraus er beim nächsten Mal per Knopfdruck zur Verfügung steht. In dieser Favoritenliste finden sich schon einige Beispielausdrücke, um Dateien durchzunummerieren oder den Dateinamen in Großbuchstaben zu setzen. Auf welche Dateien Siren den Ersetzungsausdruck anwendet, können Sie von Hand festlegen. Bequemer geht es jedoch über das Select-Menü, in dem Sie über den Punkt Find alle Dateien mit einem bestimmten Muster automatisch finden und markieren lassen. Über das Action-Menü lassen sich nun alle Dateien in einem Durchgang umbenennen oder eine Kopie mit neuem Namen anlegen. Eine Undo-Funktion erlaubt es außerdem, vorschnelle Aktionen wieder rückgängig zu machen.

Siren 3.01

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.scarabee-software.net/en/siren.html

Wertung

Siren macht das Umbenennen großer Dateimengen zum Kinderspiel.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_10

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...