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© Giada

Schlanker Büroclient Giada i35G im Kurztest

Mit kleinen Rucklern

Mehr Platz auf dem Schreibtisch bei weniger Stromverbrauch – das verspricht der Giada i35G. Allerdings birgt die Installation von Linux einige Tücken.

Das vernetzte Büro erfordert schon lange keine leistungshungrige Hardware mehr. Der moderne Office-Client braucht nicht größer zu sein als das Paperback, das in Zeiten von E-Books kaum noch jemand in die Hand nimmt. Fallen allerdings doch einmal arbeitsintensive Aufgaben an, gerät die Hardware schnell an ihre Grenzen.

Passend zum Schwerpunkt hat unser Testlabor eines der neuen Modelle des Herstellers Giada erhalten. Der i35G setzt auf eine 2,13 GHz getaktete Atom-CPU mit zwei Kernen (4 Threads) aus der Cedar-Trail-Serie, die über zwei mal 512 KByte L2-Cache verfügt. Die verbauten 2 GByte Arbeitsspeicher erscheinen angemessen dimensioniert (siehe Tabelle "Spezifikationen").

Spezifikationen

CPU Intel Atom D2700 (2,13 GHz)
Chipsatz Intel NM10 Express
GPU Nvidia GF119
RAM 2 GByte DDR3-1066/1333 (1 SO-DIMM Slot, maximal 4 GByte), 512 MByte VRAM onboard
Massenspeicher HDD 320 GByte, 2,5 Zoll (optional Intel mSATA SSD)
Anschlüsse 5 x USB 2.0, 1 x Cardreader (SD/MMC/MS/MS PRO), 1 x HDMI, 1 x VGA
Netzwerk Gigabit-LAN + IEEE 802.11n + Bluetooth
Audio Audio-Out/Mic-In
Leistungsaufnahme 30 Watt
Größe 192 x 155 x 26 mm
Preis (ca.) 320 Euro

Den integrierten WLAN-Chip, einen PCIe-Adapter von Atheros (AR9285), erkennt Linux problemlos. Damit kommuniziert der kleine Rechenknecht drahtlos via 802.11b/g/n, hinzu kommen Gigabit-Ethernet und Bluetooth. Das Einbinden in ein Netzwerk und die Integration drahtloser Hardware gelingen damit spielend einfach.

Wem die Leistungsdaten der Maschine insgesamt etwas zu gering erscheinen, den bedient der Hersteller mit einer zweiten Linie, die dann eine Mobil-CPU aus der Core-I-Serie mit Ivy-Bridge-Architektur mitbringt. Der verwendete Chipsatz ermöglicht den Anschluss von USB-3.0-Geräten, was das vorliegende Modell nicht unterstützt. Dafür kostet der Giada i35G lediglich 320 Euro, während die Preise für die höherwertige Klasse erst bei rund 450 Euro beginnen.

Der Lieferumfang umfasst neben dem eigentlichen Rechner einen Standfuß aus durchsichtigem Plastik sowie eine VESA-Halterung, welche die Montage an der Rückseite eines Bildschirms erlaubt. Auf diese Weise verschwindet das Gerät zwar vom Schreibtisch, allerdings erschwert dies dann im laufenden Betrieb das Anschließen von zusätzlichen Peripheriegeräten. Wer jedoch weiß, dass er in der nächsten Zeit nichts zusätzlich an den kleinen Kasten andockt, gewinnt so etwas Platz.

In Bezug auf die Gehäuse-Optik macht der Klein-PC durchaus eine gute Figur: Verspielte Muster im hellen Grau lenken von der ansonsten unvermeidlich technischen Anmutung der Hardware ab. Dank Klavierlack-Oberfläche gerät aber jeder Fingerabdruck zum Ärgernis, und der mitgelieferte Standfuß wirkt im Gegensatz zum Gehäuse etwas billig.

Erster Start

Mit einem Druck auf den runden Einschaltknopf an der Frontseite erwecken Sie die Hardware zum Leben. LEDs signalisieren Betriebszustand sowie Aktivitäten der Festplatte oder des drahtlosen Netzwerks. Ein Surren verrät, dass die CPU ihre Arbeit aufgenommen hat.

Der i35G geht in der vorliegenden Konfiguration nicht gerade übermäßig schnell zu Werke. Der unvermeidliche Selbsttest und Anzeige von Informationen über verbaute Komponenten nervt etwas. Im BIOS fand sich keine Option, diesen Vorgang wesentlich zu verkürzen.

Da der PC kein optisches Laufwerk verfügt, bleiben für eine Installation von Linux nur prinzipiell zwei Wege: Einmal via zusätzlich angeschlossenen Laufwerk oder über einen USB-Stick. Beide Varianten funktionierten im Test. Bei der USB-Variante kamen die meisten Pakete über das Netzwerk.

Hürden

Giada verbaut eine GPU von Nvidia mit der Modellnummer GF119. Diese erwies sich allerdings als Stolperstein bei der Installation. So zeigte das Live-System sowie die installierte Version von Ubuntu 12.04 durchweg beim Booten nur breite schwarz-weiße Streifen. Fedora 17 kapitulierte ebenfalls vor dem Grafikchip. Lediglich OpenSuse 12.1 kam mit der Hardware klar (Abbildung 1).

Abbildung 1: OpenSuse erkennt während der Installation die verbaute Grafik-Hardware und nutzte Treiber, die ein Arbeiten mit dem Mini-PC ermöglichen.

Bei der GF119 handelt es sich eigentlich um eine GT 520, die ein neues Label erhalten hat. OpenSuse spricht diese über den Nouveau-Treiber an, für die 3D-Effekte verwendet es swrast, allerdings ohne dabei die Hardware-Beschleunigung zu nutzen. Entsprechend langsam reagiert der Desktop. Abhilfe schaffte hier das Abschalten der Effekte sowie der Umstieg auf LXDE als Desktop.

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