Fazit

Das Linux Professional Institut versucht die Quadratur des Kreises – und es hat dabei einen guten Kompromiss gefunden. Wenn jetzt Lehrer und Bildungseinrichtungen die Vorlage aufnehmen, stehen die Chancen nicht schlecht, für mehr und besser ausgebildeten Linux-Nachwuchs zu sorgen.

Die offiziellen, frei verfügbaren Schulungsunterlagen [9] (Abbildung 2) oder von Verlagen produzierte Werke [10] bieten da eine gute Grundlage – selbst für die, die vielleicht die eigentliche Prüfung scheuen, ihre Linux-Kenntnisse aber auf ein solides Fundament stellen wollen. 

Abbildung 2: Schulungsunterlagen unter Creative-Commons-Lizenz bietet – wie für alle LPI-Prüfungen – der Trainingsspezialist Linupfront.

Berufsschule München: Linux als Zusatzangebot

Wie sich Linux-Zertifizierungen organisch in das Bildungsangebot einer Berufsschule integrieren lassen, macht bereits seit 2005 die Städtische Berufsschule für Informationstechnik München beispielhaft vor: Sie bietet über den Pflichtunterricht hinaus als Ergänzung für die Schüler Wahlunterricht in Linux an (Abbildung 3).

Abbildung 3: Zukunftsweisendes Konzept: Die integrierte Linux-Zusatzausbildung der Städtischen Berufsschule für Informationstechnik in München.

Ab dem Schuljahr 2012/13 besteht die Möglichkeit, das Wahlfach Linux mit dem Schwerpunkt Linux Essentials zu besuchen und im Anschluss die Zertifizierungsprüfung Linux Essentials abzulegen. Im Zeugnis wird eine Bemerkung über den erfolgreichen Besuch eingetragen. Linux Essentials richtet sich vor allem an diejenigen Schüler, deren Schwerpunkt nicht auf der technischen Seite liegt, oder die, die Linux-Grundkenntnisse erlangen wollen.

Ergänzend zu diesem Linux-Essentials-Angebot haben die Lehrer Michael Niedermair und Joachim Wolf ein umfangreiches Übungsskript erstellt, das die von der Zertifizierung behandelten Themen anhand des Szenarios einer Schülerklassenfahrt behandelt. Es vermittelt und übt den Lehrstoff in fünf Bereichen mit Text, allgemeinen Übungen, Szenario-Übungen und Fragen. Das Skript [11] steht öffentlich-rechtlichen Schulen zur nichtkommerziellen Nutzung frei, andere Lizenzvereinbarungen sind nach Absprache möglich. (jlu)

Infos

[1] NDR-Talkshow: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/videos/ndrtalkshow1481.html

[2] "We teach use, but not code": Markus Feilner, "Steiniger Weg", Linux-Magazin 09/2ß12, S. 20

[3] Emil Brok: http://atcomputing.nl/Training/Publicaties/ogg.php

[4] "Diffusion of Innovations" (Zusammenfassung): http://en.wikipedia.org/wiki/Everett_Rogers

[5] LPI Essentials: http://www.lpi.org/linux-certifications/introductory-programs/linux-essentials

[6] Linux Essentials-Inhalte: http://wiki.lpi.org/wiki/LinuxEssentials(DE)

[7] Pearson VUE: http://www.pearsonvue.com/lpi

[8] Linux-Hotel: http://www.linuxhotel.de

[9] Freies Schulungsmaterial: http://shop.linupfront.de/product/lxes/

[10] Buch zu Linux Essentials: Christian Hesse, Michael Gisbers, "Linux Essentials", Open Source Press, https://www.opensourcepress.de/index.php?26&backPID=178&tt_products=354

[11] Linux-Essentials-Übungsskript: http://www.bsinfo.musin.de/index.php/zusatzangebote/linux-zertifizierung

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