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Linux Essentials: LPI-Zertifizierung für Einsteiger

Aufbau

Immer wieder taucht im Linux-Essentials-Curriculum das Wort "grundlegend" auf, sei es bei den Konzepten freier und Open-Source-Software, Prozessen, Programmen oder der Hardware. Die Prüfung eignet sich nach Meinung des LPI explizit insbesondere für Jugendliche und Lehrer, die bereits über minimale Vorkenntnisse verfügen.

Großen Wert legt das Institut darauf, dass Anwender wissen, welche Alternativen die gängigen Linux-Distributionen für typische Arbeiten am PC bieten. Betriebssysteme, Distributionen, Office-Varianten, Browser, Mailprogramme, sogar Bild- und Video-Bearbeitung stehen auf der Liste der Inhalte. Dabei teilen sich die Lernziele in fünf Bereiche auf:

  • Community, Karriere im Open-Source-Umfeld
  • Orientierung auf einem Linux-System
  • Umgang mit der Kommandozeile
  • Das Linux-Betriebssystem
  • Sicherheit und Dateiberechtigungen

Die Teilbereiche weichen in Bezug auf den Grad der Schwierigkeit zum Teil stark voneinander ab: Dass einem eher oberflächlichen, konzeptorientierten Punkt wie "Community und Karriere" gleich zwei vergleichsweise tiefschürfende Kapitel mit vielen Befehlszeilenkommandos folgen, ist wohl der eiligen Zusammenstellung des Programms geschuldet – das Linux-Essentials-Konzept entstand innerhalb eines Jahres und dürfte in den nächsten Jahren noch einige Anpassungen erfahren.

Das Thema "Betriebssystem" tendiert wieder eher zu allgemeineren Inhalten. Zwar vermittelt es viele Konzepte gängiger Linux-Systeme, beschreibt aber zusätzlich die Hardware und zeigt deren Funktion in modernen Rechnern. Der letzte Themenbereich arbeitet wieder fast ausschließlich an der Kommandozeile. Er gibt dem Prüfling Gelegenheit zu beweisen, wie gut sein das Wissen über Benutzer- und Rechtemanagement ausfällt.

Die Spanne der vermittelten und geprüften Inhalte fällt beträchtlich aus: Zuerst lernt der Anwender Einiges über die Philosophie und Geschichte von Linux und Open-Source. Er erfährt, was Distributionen sind und wo Linux überall zum Einsatz kommt, zum Beispiel im noch recht jungen Embedded-Bereich. Neben den typischen Desktops und Anwendungen soll er Lizenzen, Programmiersprachen und Software für Server zumindest kennen und die jeweiligen Alternativen aus der Welt der proprietären Produkte nennen können.

Im zweiten und dritten Block geht es auf die Konsole. Hier stehen grundlegende Kommandos wie ls, man, grep, find und Bash-Interna wie history sowie Umgebungsvariablen auf dem Lehrplan, aber auch das Erstellen eigener Shell-Skripte mit regulären Ausdrücken, Tests, Schleifen und Bedingungen sowie das Auswerten von Eingaben der Benutzer.

Hardware, Netzwerk, Datenspeicher und generell die Wahl des richtigen Betriebssystem bilden den Mittelpunkt des vierten Bereichs – immer im Vergleich mit den Platzhirschen von Microsoft und Apple. Wer sich da durchgekämpft hat, erfährt im Endspurt der Prüfungsvorbereitung die Konzepte der Benutzerverwaltung auf Linux, lernt, was der Systemadministrator Root alles darf, wie man Benutzer, Gruppen und Dateirechte sinnvoll einsetzt und wie sich der Verzeichnisbaum eines typischen Linux-Systems gliedert.

Die Prüfung

In Kooperation mit den Virtual University Enterprises [7] bietet das LPI die Essentials-Prüfung weltweit an – allerdings steht derzeit die Infrastruktur noch nicht. Wer in Deutschland als einer der Ersten die Linux Essentials-Zertifizierung erwerben will, muss den Test im Linux-Hotel [8] ablegen, andere Prüfungszentren sollen folgen. Die Teilnahmegebühr von 50 Euro ist unabhängig vom Erfolg: Wer durchfällt, zahlt erneut, bis er es erfolgreich geschafft hat oder aufgibt.

Die Aufgaben liegen wie bei den anderen LPI-Tests typischerweise im Multiple-Choice-Format vor, aber auch als offene Fragen, bei denen der Proband eigenen Text eingeben muss. Zum Bearbeiten bleiben 60 Minuten Zeit, also etwa anderthalb Minuten für jede der 40 Fragen, wobei ein Tutorial den Einstieg erleichtert.

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