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© Lev Kropotov, 123RF

Linux Essentials: LPI-Zertifizierung für Einsteiger

Feste Grundlage

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Mit einem neuen Zertifikat spricht das LPI vor allem Neueinsteiger in Sachen Linux an: Das Linux-Essentials-Programm zielt darauf ab, Alternativen zu etablierten Anwendungen und Systemen aufzuzeigen.

Einer der führenden Hirnforscher Deutschlands, Manfred Spitzer, brachte in der NDR-Talkshow vom 3. August [1] seine Ansicht so auf den Punkt: "Jungen Menschen in der Schule Anwendersoftware beizubringen, ist ein Verbrechen". Spitzers Spezialgebiet ist die Neurodidaktik, ein Fach, das die Ansätze der Neuro-Wissenschaften mit praxisorientierten und pädagogischen Konzepten kombiniert und Lernerfolge empirisch misst, unter anderem anhand der Hirnfunktionen.

Spitzer weist insbesondere darauf hin, dass sich die Programme beispielsweise von Microsoft "alle Nase lang" ändern. Deshalb bringe es nichts, Anwendungssoftware zu lehren. Ähnliches beklagte bereits der schwedische Anwalt Mathias Klang auf der KDE Akademy 2012 in seiner Keynote: "Wir unterrichten das Benutzen, nicht den Code!" [2].

Die Experten sind sich einig: Dieses Vorgehen ist nicht nachhaltig. Derartige Methoden führen nicht nur zu "Digitaler Demenz" (so lautet der Titel von Spitzers neuestem Bestseller), sondern auch zu einer "Generation Gap". Besonders letztere hat jetzt das Linux Professional Institute zum Handeln veranlasst.

Generationslücke

Emiel Brok vom LPI Niederlande bringt das in einer wissenschaftlichen Untersuchung [3] auf den Punkt: Ihm zufolge zeigt sich die "Open Generation Gap" in der Kluft zwischen der stetig zunehmenden Anzahl an Open-Source-Anwendern und der trotzdem immer kleiner werdenden Menge an geschulten Open-Source-Professionals.

Seine Studie belegt, dass dieser Mangel vor allem daher rührt, dass Schulen und andere Bildungseinrichtungen die Grundlagen der IT und insbesondere freie Software ignorieren. Weil diese Themen den Absolventen fremd bleiben, fragen Unternehmen erst gar nicht nach dieser Qualifikation und verzichten lieber ganz auf den Einsatz von Open-Source-Software.

Sprung über die Hürde

Strategien, um diese Hürde zu überwinden, sucht Brok in den Arbeiten von Everett Rogers [4] über Innovationszyklen und deren Verbreitung. Im Ergebnis präsentiert er Empfehlungen, wie sich diese Lücke überwinden ließe – nicht nur, aber vor allem für Bildungseinrichtungen. Die müssten umdenken, denn der Bedarf sei da, das zeigen Studien.

Der Linux Foundation zufolge wollen 80 Prozent der Admins in den Unternehmen entweder auf Open-Source-Software setzen oder mehr Programme aus diesem Umfeld nutzen. Zum gleichen Ergebnis kommen Accenture oder IBM. Allerdings fehlen Mitarbeiter mit dem richtigen Know-how.

Die Innovationsforschung gibt Brok zufolge sechs Faktoren vor, die maßgebend die erfolgreiche Adaption neuer Technologien beeinflussenn, und dabei schneidet Open-Source-Software eigentlich nicht schlecht ab. Vor allem in Sachen Nachhaltigkeit können Open-Source-Software und das damit verbundene Know-how punkten, meinen Brok und das LPI. Aber dafür braucht es ihrer Ansicht nach vor allem eines: Mehr Anwender und mehr Linux-Ausbildung für diese.

Deshalb hat sich das neuen "Linux Essentials Certificate Program" [5] vor allen Dingen eines zum Ziel gesetzt: Linux auch in Schulen und Bildungseinrichtungen voranzubringen und eine einfache, anwendergerechte Zertifizierung für Lehrer, Schüler und Einsteiger zu bieten.

Das Wiki auf der LPI-Website (Abbildung 1) beschreibt den typischen Adressaten: Die Zertifizierung zielt auf Anwender, die ein Grundwissen zum kompetenten Einsatz von Linux auf dem Desktop oder auf einem mobilen Gerät aufbauen möchten. Das Programm richtet sich an Jugendliche und diejenigen, für die Linux und Open Source Neuland bedeutet, und hilft diesen, den Platz von Linux und Open Source im größeren Umfeld der IT-Branche zu verstehen [6].

Abbildung 1: Die Website des Linux Professional Instituts bietet detaillierte Informationen über die Inhalte des Essentials-Zertifikats.

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