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Stromdiebe entlarvt

Energiesparen mit Powertop 2.0

08.10.2012 Das von Intel entwickelte Powertop hilft beim Stromsparen. In der neuen Version 2.0 kommt es auch mit GPUs zurecht und bietet erweiterte Tracking-Funktionen.

Wer Linux auf einem Notebook nutzt, stellt im Vergleich zu einer auf dem gleichen Gerät installierten Windows-Version möglicherweise fest, dass der Akku unter Windows länger durchhält. Das legt den Schluss nahe, dass Linux nicht optimal von den Funktionen zum Stromsparen, etwa der CPU, Gebrauch macht.

Das Problem tritt umso häufiger auf, je älter der Laptop oder die verwendete Distribution ist. Mitunter hilft ein mühevolles und in der Regel schlecht zu systematisierendes Tuning, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Einfacher ist es hingegen, die Vorschläge eines Experten zu Rate zu ziehen, der in diesen Fragen auch die Fähigkeiten moderner CPUs und des Kernels einbezieht. So ein Experte ist das von Intels Open Source Division entwickelte Powertop [1].

Powertop

Das Tool stammt aus den Labors von Intel und eignete sich ursprünglich nur dazu, den Stromverbrauch der eigenen CPUs zu messen und Vorschläge zum Optimieren zu unterbreiten. Seit 2007 steht Powertop unter der GPLv2 zum freien Download bereit und unterstützt neben Intel-CPUs auch AMD-, ARM- und UltraSPARC-Prozessoren.

Ursprünglich zeigte Powertop nur den aktuellen und geschätzten Langzeit-Verbrauch der aktiven Prozesse an. Damit ließen sich beispielsweise Programme ermitteln, die den Prozessor und die Festplatte unnötigerweise aus dem Schlaf holen. Im Laufe der Zeit haben immer mehr Anwender Powertop eingesetzt, und Intel deren Wünschen entsprochen und zusätzliche Funktionen implementiert. Das führte jedoch über die Zeit dazu, dass die Code-Basis sich stetig vergrößerte, was wiederum den Hauptentwickler Arjan van de Ven dazu veranlasste, das Tool weitgehend neu zu schreiben.

Ein weiterer Grund für die Neuimplementation lag allerdings darin, dass moderne Distributionen die meisten Funktionen zum Stromsparen heute automatisch nutzen. Der Fokus des Programms liegt daher heute eher auf der Systemdiagnose, obwohl das Programm nach wie vor mehr vermag und unter anderem Vorschläge zum Stromsparen unterbreitet.

Eine erste Beta-Version von Powertop 2 stand bereits seit Anfang dieses Jahres zum Testen bereit. Seit Anfang Mai bietet das Projekt die finale Version 2.0 offiziell zum Download an [2]. Inzwischen liefern nahezu alle Distributionen die Software mit.

Installation

In den Repositories von Ubuntu 12.04 finden Sie wahlweise die Beta-Version 1.97, die bereits die Codebasis von Powertop 2 nutzt, und die stabile Version 1.13 der alten Serie 1.0. Beide installieren Sie via Synaptic oder apt-get install powertop, beziehungsweise apt-get install powertop-1.13 für die ältere Version. Jedoch sollten Sie dem aktuelleren Programm den Vorzug geben.

Legen Sie Wert auf die brandaktuelle Version, kompilieren Sie Powertop aus den Quellen. Dazu entpacken Sie zuerst das Archiv mittels

$ tar -xfzv powertop-2.0.tar.bz2

Als Abhängigkeiten fordert Powertop curses-base, curses-bin beziehungsweise libcurses5, sowie automake und autoconf und dh-autoreconf. Diese installieren Sie zunächst über Ihren Paketmanager. Anschließend wechseln Sie ins Verzeichnis der entpackten Quellen und geben die Befehle aus Listing 1 ein.

Listing 1

$ sudo ./autogen.sh
$ sudo ./configure
$ sudo ./make
$ sudo ./make install
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