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Schlankes Werkzeug

Den Dateimanager Thunar mit individuellen Aktionen erweitern

Werkzeugmacher

Im Menü finden Sie den Eintrag Bearbeiten | Benutzerdefinierte Aktionen, unter dem sich ein interessantes Werkzeug verbirgt. Falls Ihnen Thunar bis hier hin etwas mager erschien, haben Sie den Punkt erreicht, um Ihre eigenen Kreationen einzubringen.

Klicken Sie in den Einstellungen für dieses Werkzeug auf das Plus-Symbol rechts oben. Es öffnet sich ein Dialog, der die Vielzahl der möglichen Aktionen schon andeutet. Name und Beschreibung bedürfen dabei keiner weiteren Erklärung – sie haben die freie Wahl. Auf die Funktion der Aktion haben beide keinen Einfluss.

Es ist möglich, im Namen einen Unterstrich vor jenen Buchstaben zu setzen, den Sie als Schnellzugriff für die Aktion verwenden wollen. Achten Sie jedoch darauf, dass dieser im Kontextmenü nicht doppelt vorkommt.

Im zweiten Reiter, Dateizuordnung, erweist sich das korrekte Zuweisen zuweilen als etwas kritisch. Es empfiehlt sich, zunächst die Voreinstellung auf dem im Eingabefeld bereits angezeigten Asterisk zu belassen und die neue Aktion erst einmal ausgiebig im laufenden Betrieb zu testen.

Thunar schafft es in einigen Fällen nicht, die ausgewählten Dateien den richtigen Kategorien zuzuordnen. Oft trägt daran aber nicht er die Schuld, sondern das Backend, das die MIME-Typen der Dateien verarbeitet. Dieses scheitert wiederum an oft fehlerhaften Angaben in den Dateien selbst.

Eine Aktion zum Öffnen eines Terminals liefert Thunar bereits mit. Sie ruft intern einen etwas länglichen Befehl auf:

exo-open --working-directory %f --launch TerminalEmulator

So weit, so gut – nur hat die Sache einen Haken: Eigentlich sollte das Terminal gleich zum in Thunar geöffneten Arbeitsordner wechseln. Haben Sie aber einen Unterordner markiert, wechselt das Terminal in diesen, und bei einer markierten Datei versagt die Aktion den Dienst komplett. Hier schafft folgender Befehl Abhilfe:

terminal --default-working-directory=%D

Allerdings setzt das voraus, dass eine oder mehrere Dateien markiert sind. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, über das Kontextmenü das Terminal zu öffnen. Dabei wechselt die Applikation automatisch in jenen Ordner, den die aktuelle Ansicht zeigt. Das Verfahren funktioniert nicht so reibungslos, wie die entsprechenden Pendants in Nautilus oder PCManFM, als Workaround genügt es aber.

Setzen Sie nun noch den besagten Unterstrich im Aktionsnamen vor das "T", ergibt sich dadurch das Tastenkürzel [Super]+[T] für die Aktion. Den Aufruf terminal für das XFCE-Terminal tauschen Sie dabei gegebenenfalls gegen den Pfad zum Terminalemulator Ihrer Wahl aus. Die Optionen zum Öffnen des richtigen Ordners passen Sie auf dessen Syntax an. Informationen dazu finden Sie in der Manpage des jeweiligen Terminals.

Zuweilen kommt es vor, dass Sie eine Datei im System finden, zu der Sie gern das zugehörige Softwarepaket ermitteln möchten. Ist die grafische Skript-Schnittstelle Zenity installiert ist, können Sie das für RPM-basierte Systeme ganz einfach lösen: Speichern Sie eine Datei mit dem Inhalt von Listing 1 im Ordner ~/.local/bin oder in einem anderen Ordner Ihrer Wahl, wobei der genannte Pfad dafür prädestiniert ist.

Listing 1

#!/bin/sh
PACKAGE=$(rpm -qf $@)
zenity --info --title="Herkunft der Datei" --text="$PACKAGE"

Eine neue benutzerdefinierte Aktion sollte dann den Namen des gespeicherten Skripts tragen. Vergessen Sie nicht, das Skript mit den entsprechenden Rechten zu versehen. Klappt alles, finden Sie beim Auswählen der Aktion ein Fenster wie in Abbildung 5 vor.

Abbildung 5

Abbildung 5: Das Skript hat die Herkunft der Datei korrekt ermittelt. Wenn die Datei unbekannt ist, gibt eine Fehlermeldung von RPM darüber Auskunft.

In einer abgewandelten Form ließe sich das Skript auch für Debian-basierte Systeme implementieren, entsprechendes Know-how vorausgesetzt. Die Abhängigkeit zu Zenity ist ohnehin in vielen Fällen gegeben, da dieses Tool beispielsweise im Login-Manager GDM zum Einsatz kommt sowie in etlichen anderen Gtk-Programmen.

Ausblick

Subjektiv entwickelt sich Thunar langsamer als der Rest des XFCE-Projekts, in der letzten Version 1.4.0 kam für den Benutzer nur wenig Greifbares hinzu [7]. Solange das Programm aber zum Projekt gehört, erhält es auf jeden Fall die notwendige Pflege, was in zunehmender Stabilität resultiert. Letztere hat sich bedeutend verbessert, Abstürze in heiklen Situationen treten seltener auf als früher.

Dennoch stellt sich die Frage, ob die Selbstbeschränkung der Entwickler, keine Reiteransicht anzubieten [8], noch zeitgemäß ist. Natürlich ermöglicht es die Tiling-Funktion diverser Fenstermanager – einschließlich des XFWM4 in der neuesten Version – ein zweites Thunar-Fenster neben dem bereits geöffneten anzuordnen, doch bei Bildschirmen mit geringer Auflösung hilft dieser Workaround kaum weiter.

Momentan besorgt Xfdesktop die Anzeige der Symbole auf dem XFCE-Schreibtisch. Das Kopieren und Verschieben von Dateien und Ordnern vom Desktop ins Thunar-Fenster oder in den Papierkorb funktioniert reibungslos, und das bleibt voraussichtlich auch in der nächsten XFCE-Version so, wenn beide Werkzeuge miteinander verschmelzen.

Das bedeutet aber auch, dass es das eine nicht mehr ohne das andere gibt. Das kommt all jenen nicht gerade entgegen, die Thunar nicht mögen oder die den in weiten Teilen konfigurierbaren Xfdesktop in anderen Umgebungen nutzen möchten. 

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