Absenderangaben

Um Ihrem künftigen Arbeitgeber die Möglichkeit zu geben, Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, dürfen die vollständigen Absenderangaben nicht fehlen. Listing 2 zeigt einen exemplarischen Block mit den wichtigsten Angaben. Mittels der Befehle in den Zeilen 1 und 2 geben Sie Vor- und Nachname an.

Listing 2

\firstname{Hal}
\familyname{Pycroft}
\address{Arthur-Pinner-Platz 100}{12345 Neustadt}
\phone{+49~(0)123~456789}
\mobile{+49~(0)170~123456789}
\fax{+49~(0)123~456789}
\email{hal.pycroft@example.com}
\homepage{www.example.com}

Die Unterscheidung ist erforderlich, da die Dokumentenklasse Vor- und Nachname je nach ausgewähltem Stil unterschiedlich setzt. Beim Stil casual erscheinen die Namensbestandteile in unterschiedlichen Grautönen (Abbildung 1). Es folgen die Anschrift (Zeile 3), die Telefon-, Handy- und Faxnummer (Zeile 4 bis 6). Einen ungewollten Zeilenumbruch in einer Telefonnummer verhindern Sie, indem Sie geschützte Leerzeichen mittels Tilde (~) eingeben.

Abbildung 1: Je nach Stil setzt LaTeX die Angaben zum Absender in unterschiedlichen Farben und wechselndem Design.

Für E-Mail-Adresse und Homepage gibt es eigene Befehle (Zeile 7 und 8). Die Mail-Adresse sollte seriös wirken und idealerweise aus Ihrem Namen bestehen. Nicknames und Phantasienamen sind in Bewerbungen in der Regel fehl am Platz. Die Homepage gehört nur in das Anschreiben, wenn ein Bezug zur Stelle existiert.

Wollen Sie weitere Informationen angeben, nutzen Sie dazu den Befehl \extrainfo{}, der mehrfach auftauchen darf. An welcher Stelle und in welcher Form die Angaben im Dokument erscheinen, hängt vom Stil ab, den Sie ausgewählt haben.

Nicht zu unterschätzen ist das Potenzial des Bewerbungsfotos: Es lohnt sich, hier in einen professionellen Fotografen zu investieren, damit es in guter Qualität und hoher Auflösung vorliegt. Sie binden Ihr Foto mit dem folgenden Befehl ein:

\photo[Höhe][Rahmendicke]{Datei}

Wollen Sie das Foto skalieren, geben Sie in die erste eckige Klammer die Höhe ein, auf die Sie das Bild skalieren möchten. Die Breite berechnet sich automatisch aus dem Seitenverhältnis. LaTeX setzt in der vorher ausgewählten Farbe einen Rahmen um Ihr Bild, dessen Dicke Sie in der zweiten eckigen Klammer festlegen. Soll kein Rahmen um das Bild erscheinen, geben Sie hier 0mm an. Schließlich tragen Sie den Dateinamen des Bilds ein. Wo im Dokument das Bild erscheint, hängt wiederum vom Stil ab.

Zum Schluss geben Sie mit dem Befehl \title{Titel} einen Titel für den Lebenslauf an. Als Text bietet sich beispielsweise "Lebenslauf" oder "Curriculum Vitae" an. Die Software bietet die Möglichkeit, dem Titel mit dem Befehl \quote{Zitat} ein passendes Zitat beizustellen. Hier gilt ebenfalls: Wo und wie Titel und Zitat im Lebenslauf erscheinen, hängt vom ausgewählten Stil ab.

Damit haben Sie die Präambel der Bewerbung komplettiert. Nun liegt es an Ihnen, mit den verschieden Stilen, Farben und Möglichkeiten beim Formatieren zu experimentieren, um das für Sie passende Layout zu finden.

Bewerbungsschreiben

Haben Sie das bevorzugte Layout ausgewählt und die persönlichen Informationen eingegeben, folgt nun der Hauptteil, der wie bei allen LaTeX-Dateien zwischen den Befehlen \begin{document} und \end{document} steht.

Die Dokumentenklasse moderncv bietet nicht nur die Möglichkeit, den Lebenslauf zu erstellen, sondern seit der Version 1.0 zusätzlich auch das Bewerbungsschreiben. Allerdings entspricht das Ergebnis nicht den deutschen Konventionen für Briefe.

Da bei Bewerbungen Formalia eine große Rolle spielen, ist es sinnvoll, das Schreiben stattdessen mit der Dokumentenklasse scrlttr2 aus dem KOMA-Paket zu erstellen [3] und moderncv nur für den Lebenslauf zu verwenden. Das Paket pdfpages verwenden Sie dann in der Brief-Datei und fügen den als PDF-Datei abgespeicherten Lebenslauf dem Brief an.

Obwohl Sie vielleicht in der Praxis nicht auf das Feature zurückgreifen, lohnt es sich trotzdem, einen kurzen Blick auf die Brieffunktion von moderncv zu werfen. Listing 3 enthält ein Beispiel für ein Anschreiben.

Listing 3

% ... Präambel ...
\begin{document}
\recipient{An die\\Franco-Midland-Eisenwarengesellschaft}{z.~Hd. Herrn Arthur Pinner\\Hauptstraße 123\\12345 Neustadt}
\date{\today}
\opening{Sehr geehrter Herr Pinner,}
\closing{Mit freundlichen Grüßen}
\enclosure{Lebenslauf, Diplom-Zeugnis}
\makelettertitle
nochmals vielen Dank für das Stellenangebot, das Sie mir gemacht haben. Anbei übersende ich Ihnen wie gewünscht meinen Lebenslauf und einen Scan meines Diplom-Zeugnisses. Ich würde mich freuen, bald wieder von Ihnen zu hören und für Ihre Firma arbeiten zu können.\\
\makeletterclosing
\newpage
% ... Lebenslauf ...
% ... Anlagen ...
\end{document}

Mit dem Befehl \recipient (Zeile 3) geben Sie die Empfängerdaten der Firma ein, bei der Sie sich bewerben wollen. Der Befehl umfasst zwei geschweifte Klammern, von denen die erste den Firmennamen aufnimmt und die zweite die Anschrift. Im Bewerbungsschreiben erscheint der Inhalt der ersten Klammer entgegen deutschen Konventionen fett gesetzt, der Inhalt der zweiten normal. Das Datum geben Sie mit dem Befehl \date an (Zeile 4), wobei Sie entweder ein bestimmtes Datum von Hand eintragen oder mit dem Befehl \today das jeweils beim Erstellen aktuelle Datum erzeugen.

Die Anrede tragen Sie mit \opening und die Schlussformel mit \closing ein (Zeile 5 und 6). Eine Liste der Anlagen, die Sie beifügen, erstellen Sie mit dem Befehl \enclosure (Zeile 7). Die Dateinamen der Anlagen geben Sie später über einen eigenen Befehl an. Unglücklicherweise stellt die Klasse dieser Liste immer das englische Wort enclosure voran, obwohl Sie wie oben beschrieben Deutsch als Sprache ausgewählt haben.

Es folgt der Befehl \makelettertitle, der LaTeX veranlasst, aus diesen Angaben das Briefpapier zu erstellen, und der den Beginn des Brieftextes markiert (Zeile 8). Wie das Briefpapier aussieht, hängt vom Stil ab, den Sie ausgewählt haben. Die Seitenaufteilung des Briefpapiers entspricht bei keinem der Stile der deutschen Norm für Briefe.

Sollten Sie trotzdem diese Vorlage verwenden, gilt es nun, den Text des Bewerbungsschreibens einzugeben (Zeile 9). Das Ende des Anschreibens markieren Sie mit dem Befehl \makeletterclosing, der LaTeX veranlasst, die Schlussformel und die Auflistung der Anlagen auszugeben (Zeile 10). Am Ende geben Sie noch den Befehl \newpage ein, damit LaTeX den darauf folgenden Lebenslauf auf einer neuen Seite beginnt (Zeile 11). Abbildung 2 zeigt ein Anschreiben im Stil banking und der Farbe blau.

Abbildung 2: Das komplette Anschreiben im Stil banking und in der Farbe blue. Das Ergebnis entspricht nicht deutschen Konventionen.

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Kommentare
Latex wirklich notwendig?
Blumenanne (unangemeldet), Dienstag, 04. August 2015 14:43:41
Ein/Ausklappen

Sollte man wirklich mit Latex arbeiten, um ein professionelles Lebenslayout hinzubekommen? Denke, das bekommt man - wie auf monster und http://www.designlebenslauf.de/ zu sehen - auch mit OpenOffice schon recht vernünftig hin. Und man ist schneller fertig.


Bewertung: 227 Punkte bei 39 Stimmen.
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\photo[Höhe][Rahmendicke]{Datei}
Alex (unangemeldet), Donnerstag, 21. November 2013 15:25:01
Ein/Ausklappen

Ist es nicht die Foto-Breite, die man in eckigen Klammern angibt? Bei mir schien es jedenfalls so zu funktionieren.


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