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Aktuelle Software im Kurztest

14.08.2012

CSV-Dateien mit SQL-Statements auswerten

csvdb-002.png

Das Dateiformat CSV ("Comma-Separated Values") hat sich als Austauschformat für strukturierte Daten etabliert, alle gängigen Tabellenkalkulationen und Datenbanken unterstützen es. Das Tool Csvdb eröffnet nun die Möglichkeit, mit SQL-Befehlen auf CSV-Dateien zuzugreifen, wobei es jedoch nicht den vollständigen SQL-ANSI-Befehlsstandard implementiert. Csvdb stellt nur einige ausgewählte DML-Befehle zur Verfügung, wie Insert, Update, Delete und Select, um die Daten in den Tabellen auszuwerten oder zu bearbeiten. Darüber hinaus ermöglichen die DDL-Befehle Alter, Create und Drop die Manipulation der Tabellen selbst. Eine Reihe von Show-Befehlen gibt außerdem Aufschluss über die vorhandenen Tabellen und deren Aufbau. Die Manpage von Csvdb enthält eine Übersicht aller unterstützten SQL-Befehle inklusive der korrekten Befehlssyntax. Auf der Website des Programms finden Sie ebenfalls eine vollständige Dokumentation. Die zu bearbeitende CSV-Datei übergeben Sie Csvdb beim Aufruf mit dem Parameter -f. Dabei dürfen Sie auch mehrere Dateien angeben, wobei Csvdb jede als eigene Tabelle interpretiert. Neben CSV-Dateien setzt Csvdb auch Logdateien des Apache-Webservers als Tabellen um. Diese übergeben Sie mit dem Parameter -a. So besteht die Möglichkeit, die Server-Logs mit SQL-Statements bequem auszuwerten. Geben Sie Csvdb beim Aufruf kein SQL-Statement mit, wechselt es in den interaktiven Modus, in dem eine SQL-Shell zur Verfügung steht, um Statements abzusetzen. Die Ergebnisse zeigt Csvdb in der Standardausgabe an. Die Übergabe eines SQL-Statements beim Aufruf eignet sich hingegen zur Integration von Csvdb in eigene Skripte und Programme.

Csvdb 0.5.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sandbox.ltmnet.com/csvdb

Wertung

Csvdb erlaubt, CSV-Dateien mit SQL-Statements auszuwerten möchte, ohne die Dateien vorher in eine Datenbank oder Tabellenkalkulation zu importieren. Das Tool eignet sich auch zur Integration in eigene Skripte.

Apple II wiederbeleben mit Jace

jace-001.png

Mit dem legendären 8-Bit-Rechner Apple II begann vor gut 30 Jahren die PC-Geschichte. Mit dem Java Apple Computer Emulator Jace steht nun ein leistungsfähiger Apple-II-Emulator für aktuelle Hardware zur Verfügung. Er emuliert einen Apple-//e-Rechner mit 128 KByte Arbeitsspeicher und einer 80-Zeichen-Darstellung. Als virtuelle Massenspeicher stehen ein Controller für zwei Diskettenlaufwerke und ein Controller für eine Festplatte zur Verfügung. Diese arbeiten jedoch ausschließlich mit Images der Originaldatenträger, ein direkter Zugriff auf das Diskettenlaufwerk im Rechner klappt nicht. Nach dem Aufruf zeigt Jace im Startfenster eine Übersicht aller Funktionstasten. Hier erfahren Sie, wie Sie Disketten-Images einhängen oder ins Konfigurationsmenü gelangen. Selbst ein Debugger-Menü gibt es. Im Konfigurationsmenü legen Sie fest, in welchem Slot Jace welche Erweiterungskarte emulieren soll. Disketten- und Festplattencontroller erwartet das Apple-DOS standardmäßig in den Slots 6 und 7. Die Joystick-Emulation lässt sich in der Konfiguration ebenso anpassen wie die Taktrate, mit der die Emulation laufen soll – standardmäßig 1 MHz. Alle Konfigurationseinstellungen lassen sich auch als Kommandozeilenparameter beim Start übergeben. Eine Liste aller Parameter findet sich auf der Website des Projekts. Läuft die Emulation, legen Sie via [F1] ein Diskettenimage ein, von dem jace sofort bootet. Damit steht dem Einsatz alter Programme oder Spiele nichts mehr im Weg. Manche Programme und Befehle arbeiten jedoch case-sensitive und erwarten die Eingaben in Großbuchstaben. Bei anderen Programmen – insbesondere Spielen – funktioniert die Tastaturunterstützung gar nicht: Hier geht Probieren über Studieren.

Jace 2012-06-25

Lizenz: LGPL Quelle: https://sites.google.com/site/brendanrobert/projects/jace

Wertung

Wer alte Apple-Programm nutzen oder einfach den Spielen aus seiner Jugend frönen möchte, der kommt mit Jace auf seine Kosten.

Sslh – ein Port für alle Dienste

sslh-001.png

Wer viel unterwegs ist, kennt das Problem: Man möchte via SSH oder VPN auf den heimischen Rechner zugreifen, doch die Firewall des kostenlosen WLAN-Hotspots vor Ort lässt nur HTTP(S)-Verbindungen zu. Abhilfe schafft hier das Wrapper-Programm Sslh: Auf dem heimischen Rechner installiert, wartet es an Port 80 oder 443 auf Verbindungen. Ursprünglich nur für die Weiterleitung der Protokolle SSL und SSH konzipiert, unterstützt die aktuelle Version auch OpenVPN, Tinc, HTTP und XMPP. Sslh erkennt das eingehende Protokoll selbständig anhand der ersten übertragenen Bytes und leitet die Daten intern an den richtigen Dienst weiter. Verbindungen über ihm unbekannte Protokolle übergibt Sslh standardmäßig an das erste definierte Protokoll, in der Regel SSH.

Die Konfiguration erfolgt wahlweise über Kommandozeilenparameter oder eine sehr übersichtlich aufgebaute Konfigurationsdatei. In deren Listen-Bereich legen Sie fest, auf welchen Adressen und Ports Sslh eingehende Verbindungen erwartet. Der Protokoll-Abschnitt enthält einen Eintrag für jedes unterstützte Protokoll. Jeder Eintrag umfasst den Rechnernamen und den Port, an den Sslh die Verbindung weiterreichen soll, sowie einen regulären Ausdruck, mit dem das Tool das jeweilige Protokoll prüft. Das Sslh-Qullarchiv enthält eine dokumentierte Beispielkonfiguration sowie Init-Skripte für den Einsatz von Sslh unter Debian, CentOS oder Arch Linux.

Sslh selbst steht nach dem Kompilieren in zwei Versionen zur Verfügung. Die Fork-Variante startet für jede eingehende Verbindung einen neuen Prozess und belegt damit jedesmal zusätzliche Systemressourcen. Der Vorteil: Der Absturz eines Prozesses betrifft nur die jeweilige Verbindung. Dagegen wickelt Sslh-select alle Verbindungen über einen einzigen Prozess ab, was Ressourcen spart und sich somit für Systeme mit vielen Verbindungen eignet. Stürzt der eine Sslh-Prozess jedoch ab, reißt er dabei alle Verbindungen mit.

Sslh 1.13

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.rutschle.net/tech/sslh.shtml

Wertung

Dank Sslh greifen Sie von nahezu jedem Hotspot aus auf die Dienste im heimischen Netz zu und müssen dazu in der eigenen Firewall nur einen einzigen Port freischalten.

Einfach und schnell notieren mit Xournal

xournal-001.png

Früher hielt man Notizen auf einem Block fest und ergänzte die Information gegebenenfalls mit einer Skizzen. Mit Xournal haben Sie nun die Möglichkeit, solche Skizzen und Notizen digital zu erfassen. Auf den ersten Blick erinnert Xournal an Tools wie Paint: Neben einem Zeichenstift stehen ein Radiergummi, ein Textmarker und eine Textfunktion zur Verfügung. Weitere Werkzeuge ermöglichen beispielsweise die freie oder rechteckige Auswahl von Bereichen. Nach dem Start ist zunächst der Zeichenstift aktiv. Über die Symbolleiste wählen Sie ein anderes Werkzeug und ändern bei Bedarf auch gleich die verwendete Farbe. Das Menü Optionen erlaubt zudem, die mittlere und rechte Maustaste mit Werkzeugen zu belegen. Diese aktiviert Xournal, solange Sie die entsprechende Taste gedrückt halten.

Xournal bietet alle wichtigen Funktionen, die ein Notizblock benötigt. Dazu zählen nicht neben dem Ausschneiden, Kopieren und Löschen von Elementen auch Funktionen zum Undo/Redo sowie zum Skalieren der Ansicht. Die Notizen legt das Programm im eigenen XOJ-Format ab, wobei es sich um eine gezippte XML-Datei handelt. Daneben verarbeitet es auch PDF-Dokumente, in denen Sie eigene Notizen und Zeichnungen hinterlegen oder bestimmte Bereiche mit dem Textmarker hervorheben können. Das bearbeitete Dokument exportiert Xournal auf Wunsch wieder als PDF-Datei oder legt es im XOJ-Format ab.

Xournal 0.4.7

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://xournal.sourceforge.net

Wertung

Mit Xournal legen Sie im Handumdrehen eigene Notizen und Skripte an oder bearbeiten PDF-Dokumenten und Screenshots.

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LinuxUser 05/2014

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