Wer braucht Razor-qt?

Razor-qt ist für alle Nutzer interessant, die eine schnelle und ressourcenschonende Desktop-Umgebung bevorzugen und dabei gerne auf Qt setzen möchten. Mit einem Footprint von nur 170 MByte eignet sich Razor-qt auch für ältere Geräte, die lediglich 256 MByte Hauptspeicher mitbringen. Von der Funktionalität und Stabilität her lässt es sich für die meisten Belange bereits problemlos einsetzen – Abstürze verzeichneten wir in den Tests nicht. So wurde dieser Artikel zu 100 Prozent mit dem Siduction-Release von Razor-qt erstellt. Dazu kam zum Schreiben der Editor JuffEd zum Einsatz. Als Tool für die Zwischenablage diente Qlipper, die Bilder wurden mit Screengrab-qt erstellt. Alle Links testeten wir mit dem Browser QupZilla.

Fazit

Das vielversprechende junge Projekt Razor-qt findet bereits viel Anklang und Unterstützung im Linux-Umfeld, die Entwicklung geht stetig voran. Schaut man zwei Tage nicht ins Git-Repository, gibt es stets eine Menge neuer Code-Einträge ("Commits") nachzulesen. Es steht zu erwarten, dass Version 0.5 alle gängigen Module einer Desktop-Oberfläche liefern wird und Razor-qt weiter zu einem stabilen und schnellen Desktop-Environment reift. Das Siduction-Projekt plant, Razor-qt mit dem nächsten Release in einigen Monaten in den normalen Release-Zyklus übernehmen. 

Interview mit einem Razor-qt-Entwickler

Alexander Sokoloff, Initiator und einer der Hauptentwickler hinter Razor-qt hat uns freundlicherweise ein paar Fragen zum Projekt beantwortet.

LinuxUser: Alexander, es gibt mit KDE SC, Gnome, XFCE, LXDE und anderen eine ganze Menge an Desktop-Umgebungen auf dem Markt. Woher kam die Idee, eine weitere zu programmieren – und warum mit Qt?

Alexander Sokoloff: Ich benutzte KDE seit Version 2 und mochte es sehr. Jedoch empfand ich KDE immer als zu langsam. Vor Jahren habe ich dann einmal einen schlanken Desktop getestet (ich glaube, es war IceWM) und war fasziniert davon, wie schnell mein Computer sein konnte. Da verstand ich, dass ich eine kleine, schnelle, aber dennoch gut aussehende Desktop-Umgebung haben wollte. Als Ersatz für Gnome gibt es leichtgewichtige Alternativen mit XFCE und LXDE – für KDE gab es nichts. Das haben wir korrigiert. Die Frage, warum wir Qt benutzen, lässt sich einfach beantworten: Wir mögen C++, und Qt ist meiner Meinung nach das beste Toolkit für C++.

LU: Razor-qt 0.4.1 ist bereits erstaunlich stabil und benutzbar. Welche Features fehlen Dir am meisten, und was dürfen wir für Version 0.5 erwarten?

AS: In die nächste Version werden viele Bugfixes und Verbesserungen an bestehenden Komponenten wie dem Application Runner und dem Panel mit seinen Plug-ins einfließen. Weitere Verbesserungen gibt es an der GUI für die Razor-qt-Einstellungen. Wir arbeiten aber auch an neuen Features wie einem Notification-Daemon und einer Qt-basierten GUI für LightDM, die wir hoffentlich noch in 0.5 einbringen können. Nicht unerwähnt bleiben soll unser Übersetzer-Team: Razor-qt gibt es mittlerweile in 20 Sprachen, bis hin zu Exoten wie Esperanto.

LU: Das Interesse seitens der Linux-Szene an Razor-qt ist enorm: Es gibt Zusammenarbeit mit Suse, Gentoo und Mageia führen die Pakete in ihren jeweiligen Repositories, und zu guter Letzt hat Siduction eine Live-CD mit Razor-qt und vielen Qt-Apps veröffentlicht.

AS: Ich war selbst erstaunt über so viel Interesse. Es sieht so aus, als sei ein schlanker, eleganter Desktop auf Qt-Basis für Viele von Interesse. Natürlich schauen wir auch andere Desktops an und werden Funktionen von dort integrieren. Unser Ziel: Razor-Qt soll nach der Installation betriebsbereit sein und sich per GUI weiter individuell konfigurieren lassen. Wer keine Konsole mag, soll sie auch nicht benutzen müssen.

LU: Danke, Alexander, für Deine Ausführungen.

Das Interview mit Alexander Sokoloff führte Ferdinand Thommes und übersetzte es aus dem Englischen.

Infos

[1] Razor-qt: http://razor-qt.org

[2] Siduction: http://siduction.org

[3] Live-CDs mit Razor-qt : http://razor-qt.org/install/live.php

[4] Offizielle Qt-Apps-Seite: http://qt-apps.org

[5] Browser QupZilla: http://www.qupzilla.com

[6] Silicon Empire: http://getsilicon.org

[7] EggWM: http://code.google.com/p/eggwm/wiki/Main?tm=6

Der Autor

Ferdinand Thommes ist Entwickler bei Siduction und lebt als freier Autor und Stadtführer in Berlin.

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Kommentare
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Alex D aus F (unangemeldet), Dienstag, 07. August 2012 17:54:37
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Leider findet der Kernel etwas nicht und Live CD bleibt stehen. Die CD sind doch sonst immer gut gelaufen. Was ist los?

Alex


Bewertung: 174 Punkte bei 35 Stimmen.
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Siduction 64bit Live: Snow Crash beim Start
Jens Felderhoff (unangemeldet), Dienstag, 24. Juli 2012 07:48:47
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Beim Booten der Live-Version von Siduction 12.1 bekomme ich einen Snow Crash. Auch Strg-Alt-F1 bringt keine Textkonsole zurück - es hilft nur Neustart in die Distro-Auswahl. Dasselbe passiert auch bei Siduction 32bit. Mein Rechner: Lenovo T400.

Diesen Beitrag schreibe ich übrigens unter Sabayon 9 Live von der selben DVD - keine Probleme damit.


Bewertung: 189 Punkte bei 39 Stimmen.
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Typo
Ferdinand Thommes, Dienstag, 17. Juli 2012 13:54:49
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Bitte korregieren:
Seite 3: Fazit
Das vielversprechendes junges Projekt...
Danke


Bewertung: 215 Punkte bei 42 Stimmen.
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