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Neues rund um Linux

26.06.2012

Sigrok: Freie Software für Logikanalyse

Die Entwickler Uwe Hermann und Bert Vermeulen haben mit Sigrok (http://sigrok.org) eine freie Softwaresammlung für die Logikanalyse digitaler Schaltungen veröffentlicht. Die GPL-Software unterstützt eine Vielfalt an Hardware-Logikanalysatoren, darunter Saleae Logic, Cwav USBee SX, Openbench Logic Sniffer (OLS), Zeroplus Logic Cube LAP-C, Asix Sigma/Sigma2 und ChronoVu LA8. Im Wiki findet sich eine Liste der Geräte. Außerdem bietet Sigrok verschiedene Ausgabeformate, in denen sich die Sitzungen speichern lassen, darunter ASCII, Bits, Hex, VCD (Value Change Dump) und Gnuplot.

Als Herzstück der Suite fungieren die beiden in C geschriebenen Bibliotheken Libsigrok und Libsigrokdecode, die einzelnen Protokolldecoder wurden in Python 3.x erstellt. Die Bedienung der Suite erfolgt derzeit über das Kommandozeilenprogramm Sigrok-cli. Auf Qt und GTK basierende grafische Frontends für Sigrok befinden sich bereits in Entwicklung, bedürfen aber noch einigen Feinschliffs. Die Software muss man derzeit noch selbst aus den Quellen bauen, ein Debian-Paket befindet sich aber in Arbeit. (uba/jlu)

Noch nicht ganz fertig, aber vielversprechend: Das Sigrok-Qt-Frontend.

Desktop-Umgebung Equinox 2.0 freigegeben

Zu den eher unbekannten Größen der freien Desktops zählt das schlanke Equinox (http://equinox-project.org), das die Mainstream-Distributionen bislang eher ignorieren. Lediglich Mandriva offeriert die Oberfläche seit Jahren in seinen Repositories.

Für das frisch erschienene Equinox 2.0 haben die Entwickler viele Teile neu implementiert und nähern sich damit den Spezifikationen von Freedesktop.org immer weiter an, etwa bei .desktop-Dateien und Notifications. Auch verliert die Software die Abhängigkeit von der selbstgestrickten Bibliothek eFLTK und verwendet stattdessen das klassische FLTK, das die meisten Linux-Distributionen enthalten. Der neue Window Manager Pekwm ersetzt Edewm, als neue Bibliothek kommt Edelib hinzu, das unter anderem D-Bus-Support bietet. Weitere Informationen finden sich in den Release Notes unter http://equinox-project.org/wiki/ChangeLogs/2.0.

Das Equinox Desktop Environment (EDE) steht unter GPLv2, die Bibliothek Edelib unter LGPLv2. Die neue Version steht als Quelltext-Tarball zum Download bereit, alternativ lässt sie sich auch über ein praktisches Netinstall-Skript (http://equinox-project.org/wiki/NetInstall) installieren. (mhu/jlu)

Das Equinox Desktop Environment 2.0 kooperiert bestens auch mit Gtk-Anwendungen und D-Bus-fähigen Programmen.

Chromebook und Chromebox mit Google Chrome OS

Google hat neue Hardware für sein browserzentriertes, auf Linux basierendes Betriebssystem Chrome OS vorgestellt (http://tinyurl.com/lu0712-chromebook). Damit gibt es einen Nachfolger für das Notebook Chromebook sowie mit der Chromebox einen neuen stationären Rechner. Die beiden von Samsung gefertigten Geräte bewirbt Google als "the (always) new computer". Der Slogan soll die automatische Aktualisierung der auf das Internet und die Cloud fixierten Geräte unterstreichen.

Das Chromebook mit einem 12,1-Zoll-Display bringt zahlreiche Apps und einen integrierten Virenschutz mit, als Speicherplatz dient Googles Cloud-Lösung Drive. Das Chromebook verfügt standardmäßig über WLAN, optional gibt es auch 3G-Mobilfunk. Ausgestattet mit einem Celeron 867 mit 1,3 GHz Taktrate, 4 GByte RAM und einer 16-GByte-SSD kostet das Chromebook beim Amazon in den USA in der WLAN-Ausführung 449 US-Dollar. Preise für den deutschen Markt lagen zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Die Chromebox listet Amazon USA mit 329 US-Dollar. In der Box versieht ein mit 1,9 GHz getakteter Dual-Core-Celeron B840 mit Intel-HD-Grafik seinen Dienst und greift auf 4 GByte RAM und eine 16-GByte-SSD zurück. (mhu)

Linux Mint 13 mit Long-Term Support

Das neue Linux Mint 13 "Maya" basiert auf Ubuntu 12.04 und stellt wie dieses bis April 2017 Updates zur Verfügung. Das Release gibt es in zwei Desktop-Varianten: Mate 1.2 führt die Tradition von Gnome 2.x mit dem Toolkit GTK2 weiter, der modernere Cinnamon-Desktop 1.4 beruht dagegen auf Gnome 3.x sowie GTK3 und verlangt 3D-Beschleunigung für seine Effekte. Daneben kommt der neue Display Manager MDM zum Einsatz, der von Gnomes GDM abstammt. Linux Mint 13 steht in Form von ISO-Images für 32- und 64-Bit-PCs zum Download bereit. Sie finden Mint 13 mit Cinnamon auch auf dem Pangolin-Megapack, der dieser Ausgabe auf Ecodisk beiliegt. (mhu)

Fedora: Kugelkuh folgt Rindfleischwunder

Der Nachfolger des eben erschienenen Fedora 17 "Beefy Miracle" (siehe Artikel auf S. 16) trägt den Codenamen "Spherical Cow" (http://tinyurl.com/lu0712-cow). Offenbar erfreuen sich jedoch nicht alle Mitglieder des Fedora-Projekts gleichermaßen an den neuen fluffigen Codenamen der Releases: So ließ der Projektvorstand gleichzeitig mit der Namensvergabe für Fedora 18 darüber abstimmen, ob man die bisherige Sitte der Codenamen nicht besser komplett fallen lassen solle. Dagegen entschied sich jedoch eine deutliche Mehrheit der Entwickler (http://tinyurl.com/lu0712-f19).

Eine Dekade RHEL

Mitte Mai feierte Red Hat Enterprise Linux seinen zehnten Geburtstag. Mit dem 2002 eingeführten Linux-Derivat für Unternehmen, das mittlerweile für mehr als 9000 Applikationen auf über 3000 Hardware-Plattformen zertifiziert ist, mauserte sich Red Hat (http://www.redhat.com) inzwischen zum ersten Umsatz-Milliardär der Open-Source-Industrie. Derzeit erscheint alle drei Jahre ein neues Major-Release der Plattform, RHEL 7 steht nach derzeitigem Planungsstand für das zweite Halbjahr 2013 an. (jlu)

Kein Copyright auf APIs

Im Gerichtsverfahren zwischen Oracle und Google, in dem es darum geht, inwieweit Android Oracles Rechte am "geistigen Eigentum" vom Java verletzt, hat der vorsitzende Richter Alsup eine grundlegende Entscheidung getroffen: Programmierschnittstellen (APIs) fallen nicht unter das Urheberrecht. Solange sich der Code selbst unterscheidet, widerspreche es nicht dem geltenden Recht, eine API etwa mit gleich benannten Klassen und Methoden zu implementieren (http://tinyurl.com/lu0712-alsup).

Ähnlich entschieden hatte wenige Wochen vorher bereits der Europäische Gerichtshof in einer Auseinandersetzung zwischen SAS Institute und der World Programming Ltd., die eine Skriptsprache zum Erweitern der Business-Intelligence-Software von SAS anbietet. Dagegen hatte SAS wegen der Nutzung seiner APIs geklagt. Dazu stellte der EuGH fest, dass "weder die Funktionalität eines Computerprogramms noch die Programmiersprache oder das Dateiformat, die im Rahmen eines Computerprogramms verwendet werden, um bestimmte Funktionen des Programms zu nutzen" urheberrechtsfähig seien (http://tinyurl.com/lu0712-eugh).

Beide Gerichtsentscheide sorgten für Aufatmen in Programmiererkreisen: Anderslautende Beschlüsse hätten beispielsweise für jede Art Reimplementierung einer Programmiersprache ernsthafte urheberrechtliche Schwierigkeiten verursacht (http://www.drdobbs.com/jvm/232901227), so etwa für die Compiler-Suite GCC oder jeden Browser, der Javascript implementiert. (ofr/jlu)

Kurz notiert

In der neuen Version Piwik 1.8 bringt die Webanalyse-Software (http://piwik.org) neben zahlreichen Bugfixes als Highlight die Möglichkeit zum Import von Server-Logs mit. Damit kann Piwik nun auch als Ersatz für Tools wie AWStats oder Webalizer einspringen.

Zu den zahlreichen Neuerungen von Knoppix 7.0.2 zählen Gimp 2.8, LibreOffice 3.5.3, Chromium 18, Firefox 10, Wine 1.5.4 sowie Virtualbox 4.1.16 (http://knopper.net/knoppix/). Die Knoppix-spezifischen Einstellungen finden sich nun wie früher wieder im Knoppix-Untermenü des Startmenüs.

Über eine neue Bibliothek erhält Intels Powertop 2.0 genauere Daten vom Kernel und kann dadurch bessere Aussagen über den Energieverbrauch des Systems machen (https://01.org/powertop/). Ein ebenfalls neues Tracking-Feature überwacht dabei besonders problematische Geräte.

Einen Besucherzuwachs von rund 10*Prozent gegenüber vermeldet der Linuxtag 2012 (http://tinyurl.com/lu0712-lt2012). 12 000 Besucher aus aller Welt besuchten vier Keynotes und rund 200 Vorträge, in den Hallen stellten 80 freie Projekte und 41 Unternehmen aus.

Die OpenSuse Conference 2012 findet vom 20. bis 23. Oktober in Prag statt (http://en.opensuse.org/Portal:Conference). Die Organisatoren suchen noch Beiträge zum Konferenz-Motto "Bootstrapping awesome", also rund Projektmanagement, Distributionsbau und Paketierung.

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