Nicht einsatzbereit

Ein Programm, das schon vom Namen her den Eindruck macht, es sei für die RAW-Konvertierung der passende Partner, fiel schon zu Beginn aus dem Testfeld, da ein Vergleich mit den anderen Programmen nicht relevant erschien: Darkroom [2] möchte ein einfacher RAW-Konverter sein, doch es schwächelt an vielen Stellen.

Zunächst einmal erfolgt das Berechnen der Vorschau unerträglich langsam. Selbst die kleinste Änderung an einem beliebigen Wert verursacht mehrere Sekunden Verzögerung für das Rendern eines neuen Bilds. Zudem funktionieren nicht alle Regler korrekt: So gelang es im Test nicht, einen korrekten Weißabgleich vorzunehmen – das gehört aber eigentlich zu den einfachsten und wichtigsten Aufgaben. Zusätzlich scheint die Entwicklung der Software inzwischen eingestellt zu sein, so dass hier kaum Besserung in Sicht ist.

Dcraw und Ufraw

Nur die wenigsten Anwender arbeiten direkt oder ausschließlich mit Dcraw, da man die Ergebnisse erst nach dem Umwandeln sieht. Mit Ufraw existiert jedoch eine grafische Bedienoberfläche für das Kommandozeilen-Tool. Sie finden Ufraw in den Repositories aller gängigen Distributionen, außerdem fungiert es in Plugin-Form als RAW-Dialog in Gimp.

Nach dem Programmstart öffnet sich der Dialog zur Auswahl der Datei, die Sie bearbeiten wollen. Das Programm präsentiert auf der rechten Seite das Bild, das die Software mit den Kamera-Einstellungen errechnet hat. Auf der linken Hälfte finden Sie eine ganze Reihe von Werkzeugen zum Verändern von Parametern.

Gleich auf der Startseite stehen die wichtigsten Einstellungen bereit. Der Weißabgleich ist auf die Kamera-Werte eingestellt und produziert daher bei schwierigen Lichtverhältnissen gerne diverse Farbfehler. Er bietet verschiedene Voreinstellungen sowie eine Automatik.

Die manuelle Suche nach dem passenden Weißabgleich ist etwas ungewohnt: Zunächst wählen Sie mit der Maus einen neutralen Punkt im Bild aus, um dann erst das Symbol mit der Pipette im Weißabgleich anzuklicken.

Ganz oben in der Werkzeugleiste finden Sie ein Histogramm mit den Anteilen der Farben im Bild, ganz unten ein weiteres Histogramm mit den Werten nach der Grundkonvertierung. Darunter gibt die Software numerisch die einzelnen Werte für die Farben an, was eine Korrektur gegebenenfalls erleichtert.

In diesem Bereich steht darüber hinaus die Auswahl einer Methode zur Interpolation bereit, die Sie allerdings nur in Ausnahmefällen zu bemühen brauchen. Daneben finden Sie hier ein Modul zur Rauschunterdrückung, das mit verschiedenen Methoden arbeitet. Unter dem RAW-Histogramm bestimmen Sie zudem noch die Belichtung. Damit sind die wichtigsten Werte bereits eingestellt.

Doch Ufraw bietet noch weit mehr Optionen, wie zum Beispiel den Graustufenmodus, mit dessen zahlreichen Einstellungen Sie ein perfektes Monochrom-Bild erzeugen. Dabei gibt es drei Voreinstellungen und den Kanalmixer. Mit diesem stellen Sie die Wirkung des Bildes sehr genau ein.

Im nächsten Abschnitt finden Sie eine Gradationskurve, mit der Sie punktgenau den Kontrast und Verlauf der Helligkeit bestimmen (Abbildung 1). Einen Menüreiter weiter geht es um das Darstellen der Farben sowie das Speichern oder die Eingabe von Exif-Informationen.

Abbildung 1: Ufraw bietet grundsätzliche Funktionen zum Aufbereiten der Daten und einige Extras, wie etwa Controls zum Justieren von Kontrast und Bildwirkung.

Ein eigener Menüpunkt widmet sich dem Kontrast- und Sättigungsregler, zusätzlich finden Sie hier noch eine Kurve zur Anpassung. Auch eine Beschnittfunktion fehlt nicht.

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Kommentare
schlechte Darstellung auf Seite 7
joe (unangemeldet), Donnerstag, 10. April 2014 19:47:43
Ein/Ausklappen

Auf Seite 7, der eigentliche Vergleich:
Ich sehe da im aktuellen Firefox eine auf 2,5 Konverter beschnittene Vergleichstabelle.
Möchte man alles sehen, so muss man die Druckansicht wählern. Dazu ist es aber nicht vollständig. Es fehlen Photivo und digiKam.
Ein detaillierterer Eigenschaftvergleich würde ich mir auch wünschen.
Wichtig ist auch die Angabe der Software-Version, bei Rawtherapee hat sich wohl einiges getan....(CIECAM02-Modell, Hotpixel,, Graustufenfilter und ~Konvertierung, Tonmapping, ...)

Und jetzt, 2 Jahre später, kam noch LightZone dazu ;-)



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