Fazit

Mit dem "Beefy Miracle" bestätigt Fedora seinem guten Ruf. Abgesehen vom Ausrutscher bei den Paketverwaltern ließ sich in Fedora 17 nichts finden, was man als mangelhaft klassifizieren müsste. Die meisten Elemente der Distribution erscheinen perfekt ausgefeilt, bei einigen Schwierigkeiten hilft eventuell der Kasten "Probleme und Lösungen" weiter.

Dass sich die Entwickler an Gnome 3 orientieren, mag nicht jedem gefallen, aber mit KDE und XFCE bietet Fedora sehr brauchbare Alternativen. Die bemerkenswert gute Performance auf der nicht mehr ganz zeitgemäßen Test-Hardware empfiehlt das System auch für solche Nutzer, denen die anderen Allround-Distributionen mittlerweile zu fett geworden sind. 

Probleme und Lösungen

Wer unter Linux Musik machen möchte, der benötigt den Soundserver Jack. Der ist in Fedora ordentlich integriert und mit dem Paketmanager schnell installiert. Allerdings fehlt beim automatischen Einrichten des Pakets ein wichtiger Schritt: RPM sorgt zwar dafür, dass die für den Echtzeitbetrieb erforderlichen Konfigurationsdateien nach /etc/security/limits.d wandern, es trägt aber keinen Nutzer in die entsprechenden Gruppen ein.

Das Problem schaffen Sie schnell aus der Welt, indem Sie folgende Befehle in einem Terminalfenster aufrufen:

$ sudo bash
$ usermod -a -G jackuser Benutzer
$ usermod -a -G audio Benutzer

Die Gruppe jackuser darf den Server Jack mit Echtzeitprivilegien starten. Nutzer in der Gruppe audio haben Zugriff auf den Alsa-Sequencer, den die meiste MIDI-Software benötigt.

Fedora hält sich peinlichst an internationale Patentrechte. Von solchen betroffene Software liefert die Distribution gar nicht erst mit. Das betrifft in Europa legal lizenzierte Software, wie sie zum Beispiel seit einiger Zeit für MP3-Dateien bereit steht. Die externe Software-Quelle, die Fedora-Nutzer bei resultierenden Problemen mit Multimedia weiter hilft, heißt RPMFusion. Sie binden das Repository komfortabel aus einer RPM-Datei ein, die Sie auf der Hauptseite [3] des Projekts finden. Danach installieren Sie VLC, Mplayer und Lame leicht über den Paketmanager. Für eine volle Integration von MP3 und ähnlichen Formaten sollten Sie auch die Pakete gstreamer-plugins-bad und gstreamer-plugins-bad-nonfree einrichten:

$ sudo yum install gstreamer-plugins-bad*

Den Adobe Flashplayer bekommen Sie auf diesem Weg allerdings nicht. Zu diesem Zweck offeriert Adobe einen Installer für Fedoras Yum [4], der allerdings einen kleinen Haken hat: Er bindet zwar das von Adobe bereitgestellte Repository ein, installiert aber nicht den Player selbst. Das korrigieren Sie leicht mit dem Befehl sudo yum install flash-plugin.

Glossar

OLPC

One Laptop Per Child. Eine Initiative mit dem Ziel, in Ländern wie Indien und Brasilien für jedes Schulkind einen Laptop bereitzustellen.

Der Autor

Hartmut Noack arbeitet in Berlin als Dozent, Autor und Musiker, und er fand schon immer, dass freie Software und selbst gemachte Musik prima zusammenpassen. Wenn er nicht gerade vor seiner Linux-Audio-Workstation sitzt, treibt er sich auf Webservern herum. Auf seinem eigenen (http://lapoc.de) stehen einige CC-lizenzierte klingende Ergebnisse seiner Arbeit mit freier Musiksoftware zum Download bereit.

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Kommentare
Nur noch CPU berechnete Grafik
linuxer (unangemeldet), Freitag, 06. Juli 2012 20:11:07
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Hmm,

seit dem Upgrade auf Fedora 17 läuft dieses bei mir aber leider nur noch im diesem Grafikkompatibilitätsmodus. Das ist
a) verdammt unperformant
b) verbraucht viel Akku, der Lüfter läuft auch andauernd.

lspci gibt diese Grafikhardware aus: Intel Corporation Mobile GM965/GL960

Jemand ne Idee?




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Fedora Top, Gnome schrott?
Markus (unangemeldet), Mittwoch, 04. Juli 2012 12:32:05
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An sich ist Fedora17 ziemlich gelungen und im Vergleich zu F16 deutlich weniger Buggy beim Release. Ich verwende es nun seit ca. 2 Wochen täglich 8-9 Stunden auf dem Firmenlaptop und habe mich inzwischen auch an gnome3 gewöhnt.

Der Release selbst ist super, das gnome3 benötigt aber noch viele Funktionen die bei 2.x schon implementiert waren. Schade das gnome 3.6 auf wichtige Funktionen verzichtet (in Nautilus wird die zwei Spalten Absicht ersatzlos gestrichen). Ich werde wohl zu einem WM wechseln müssen. Fedora17 selbst ist aber durchaus gut verwendbar.


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Re: Fedora Top, Gnome schrott?
Volker Holthaus (unangemeldet), Mittwoch, 04. Juli 2012 22:38:56
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Drücke mal im Nautilus die F3 Taste. Du wirst überrascht sein, was dann passiert.

Gruß

Volker


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