Dateigröße

Beim ersten oder zweiten Versuch, etwas auf den Server zu schieben, stoßen vermutlich einige Anwender auf Probleme: OwnCloud versagt mit der freundlichen Meldung Upload too large den Ladevorgang. Um zu erfahren, wie groß eine Datei denn maximal sein darf, fahren Sie mit dem Mauszeiger über das schon erwähnte Symbol mit dem aufwärts gerichteten Pfeil. Ein kleines Popup verrät dann das Limit für den Upload – bei einer Apache-Standard-Installation in der Regel 2 MByte.

Um mehr und vor allem größere Dateien in die Cloud zu schaufeln, gilt es die Konfiguration des Webservers anzupassen. Dazu geht es auf die Kommandozeile. Dort rufen Sie mit administrativen Rechten die Datei php.ini im bevorzugten Editor auf. In der Zeile upload_max_filesize legen Sie nun die gewünschte Obergrenze fest. Hinter den Zahlenwert setzen Sie ein M oder G für MByte respektive GByte. Nach einem Neustart des Webservers zeigt OwnCloud das neue Upload-Limit an.

Sobald der Mauszeiger über dem Eintrag eines Dateinamens steht, erscheinen vier Icons, um die entsprechende Datei herunterzuladen, mit anderen zu teilen beziehungsweise völlig öffentlich zugänglich zu machen, sie umzubenennen oder ihre Historie aufzuzeigen. Um eine Datei gemeinsam mit anderen zu benutzen, wählen Sie nur den Share-Button sowie und alle fraglichen Teilhaber beziehungsweise Gruppen.

In einer separaten Checkbox schalten Sie für Ihre Datei frei, welche Personen diese bearbeiten dürfen. Gewähren Sie für eine Datei oder gar ein ganzes Verzeichnis einen öffentlichen Zugriff, ersetzt das Programm die Skizze eines Binärbaums auf dem Share-Buttons durch einen Globus. Für Daten, die nur autorisierten Anwender zur Verfügung stehen, blendet die Software stattdessen menschliche Formen ein (Abbildung 5).

Abbildung 5: Dateien machen Sie bei Bedarf komplett öffentlich oder nur ausgewählten Personenkreisen zugänglich.

Teilen Sie ihre Dateien mit anderen, sollten Sie sicherstellen, dass sie diesen Nutzern vertrauen, denn jetzt verlieren Sie unweigerlich die Kontrolle über ihre Daten: Die "Teilhaber" können die mit ihnen geteilten Daten erneut und ohne Wissen des eigentlichen Besitzers anderen bereitstellen oder sogar komplett veröffentlichen.

Hier kommt noch hinzu, dass sich die Icons, die anzeigen, ob Sie eine Datei mit anderen teilen, sich nur bis zum Logout ändern. Beim nächsten Login hat der Share-Button wieder seine ursprüngliche Form, sodass Sie nicht auf einen Blick sehen, welche Dateien Sie geteilt oder veröffentlicht haben.

Am Ende eines jeden Eintrags blendet das Programm ein kleines Kreuz ein, mit dem Sie Dateien und Verzeichnisse löschen. Diese Funktion blieb in Opera 11.64 ohne Folgen, in Firefox 10.0.2 funktionierte sie jedoch tadellos. Anwender mit nervösen Fingern, die eine Datei zu schnell tilgen, wissen sicher die Undo-Funktion zu schätzen (Abbildung 6). Der entsprechende Button bleibt solange aktiv, bis Sie das Verzeichnis wechseln.

Abbildung 6: Zu schnell oder versehentlich gelöschte Dateien gehen nicht sofort verloren.

Bis OwnCloud 3 war Vorsicht beim Upload geboten, da die Software bereits vorhandene Dateien stillschweigend überschrieb, wenn Sie eine neue Datei mit gleichem Namen hochluden. OwnCloud 4 ist hier sicherer, denn es ergänzt die Namen entsprechender Dateien um einen Zähler, statt den Vorgänger zu verdrängen.

Die Entwickler haben relativ weit oben in der Oberfläche ein Suchfeld integriert, das eine freie Suche nach Text ermöglicht. Die dort eingegebene Zeichenkette zieht OwnCloud heran, um Dateien, Adressbuch und Kalender auf potenzielle Treffer abzugleichen und diese automatisch und nach Kategorien sortiert aufzulisten (Abbildung 7).

Abbildung 7: Die in OwnCloud integrierte Suche gibt schon bei einer teilweisen Übereinstimmung mit der gesuchten Zeichenkette einen Treffer aus.

WebDAV

Möchten Sie das Programm nur nutzen, um Dateien in der Cloud zu speichern, erweist sich das Hantieren mit der Web-Oberfläche schnell als sehr umständlich. Abhilfe schafft hier WebDAV: OwnCloud selbst nutzt diese Technik, um Verzeichnisse über mehrere Rechner hinweg zu synchronisieren.

Als ein Kind der KDE-Gemeinschaft arbeitet OwnCloud entsprechend gut mit dem Dateimanager Dolphin zusammen [4]. Möchten Sie weder KDE noch Dolphin einsetzen, dann greifen Sie zu Davfs2 ([5],[6]) mit dem Sie entsprechende Ressourcen auf dem Client wie normale Dateisysteme einbinden.

Nachdem Sie den WebDAV-Support mit Hilfe des Paketmanagers installiert haben, fügen Sie mittels usermod -aG davfs2 User der Gruppe davfs2 lokale Anwender hinzu. Diese dürfen dann entfernte WebDAV-Ressourcen einbinden.

Jetzt fehlen noch Verzeichnisse für die Konfigurationsdateien (~/.davfs2) sowie die zu synchronisierenden Daten. Für Letztere schlagen die Entwickler den Namen owncloud vor, prinzipiell dürfen Sie den Namen aber frei wählen. Die Verzeichnisse erstellen Sie schnell mit mkdir .davfs2 owncloud auf der Kommandozeile. Anschließend hinterlegen Sie mit

$ echo "http://Server/owncloud/remote.php/webdav/ User Passwort" >> ~/.davfs2/secrets

Nutzername und Passwort in einer Datei, die nur für den jeweiligen Nutzer zugänglich sein sollte (chmod 600 ~/.davfs2/secrets). Nun binden Sie den Online-Speicher mittels

$ sudo mount -t davfs -o rw http://Server/owncloud/remote.php/webdav/ ~/owncloud

testweise ein (Abbildung 8). Klappt das problemlos, erweitern Sie die Datei /etc/fstab für jeden lokalen Nutzer um die Zeile

http://Server/owncloud/remote.php/webdav/ /home/User/owncloud davfs user,rw,noauto 0 0
Abbildung 8: Einmal eingerichtet, erleichtert WebDAV die Arbeit mit OwnCloud.

So genügt künftig ein mount ~/owncloud aus, um die Online-Festplatte einzubinden. Unterstützen der Server oder der Webspace-Anbieter SSL-verschlüsselte Übertragungen, ersetzen Sie das http in der URL auf jeden Fall durch https.

Möchten Sie allerdings von einem anderen Betriebssystem als Linux auf die Cloud zugreifen, gilt es, ein Quäntchen Glück mitzubringen: Verschiedene Versuche, unter Windows 7 und Mac OS X 10.6.8 via WebDAV auf die Daten zuzugreifen, schlugen im Test fehl.

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