Pinning-Grundlagen

Ein paar Beispiele verdeutlichen am besten, wie Sie das Pinning gezielt nach Release, Herkunft oder Version steuern. Das Festnageln auf ein Release dürfte der häufigsten Form der Anwendung entsprechen. Mit dem Eintrag aus Listing 4 haben ab sofort sämtliche Pakete aus der derzeitigen Stable-Distribution den Vorzug (v=6.04), selbst wenn in anderen Paketquellen aktuellere Pakete existieren sollten. Der Versuch, ein solches Verhalten mit einem einfachen Pin: release a=stable zu steuern würde fehlschlagen, da dies die Stable-Paketquelle squeeze-updates nicht berücksichtigt.

Listing 4

Package: *
Pin: release v=6.04, l=Debian
Pin-Priority: 1000

Das Pinning nach Herkunft ist ebenfalls eine gelegentlich anzutreffende Form des Pinnings. Mit dem Eintrag aus Listing 5 erreichen Sie, dass Apt für ein Paket oder eine Paketgruppe eine ganz bestimmte Quelle (etwa ein eigenes, selbst gepflegtes Repository) bevorzugt, weil die Pakete dort aktueller sind.

Listing 5

Package: *kde
Pin: origin ftp.informatik.tu-berlin.de
Pin-Priority: 600

Das Pinning nach Version ermöglicht es, das Installieren eines Paketes in einer ganz bestimmten Version zu erzwingen. Mit dem Eintrag aus Listing 6 verhindern Sie explizit, dass das Paketmanagement das Paket samba jemals in einer neueren Version als 3.5.6.x installiert. Außerdem verhindert die Konfiguration das unbeabsichtigte "automatische" Deinstallieren des Paketes aufgrund von Konflikten.

Listing 6

Package: samba*
Pin: version 3.5.6*
Pin-Priority: 1000

Bei den Einträgen in Listing 7 genießt das Testing-Release grundsätzlich die höchste Priorität, der Unstable-Zweig erhält eine etwas niedrigere Priorität. Pakete aus anderen Releases haben mit 10 eine sehr niedrigere Priorität. Mit dieser Konfiguration erreichen Sie, dass Apt grundsätzlich Pakete aus Testing bevorzugt.

Listing 7

Package: *
Pin: release a=testing
Pin-Priority: 1000
Package: *
Pin: release a=unstable
Pin-Priority: 900
Package: *
Pin: release o=Debian
Pin-Priority: 10

Fazit

Mit dem Pinning existiert seit Debian "Woody" eine elegante, aber auch komplexe Möglichkeit, unter Debian Pakete aus unterschiedlichen Releases zu mischen. Obwohl dies relativ gut funktioniert, sollten Sie es damit nicht übertreiben: Die Erfahrung lehrt, dass dieses Verfahren in der Regel nur mit zwei verschiedenen Releases wirklich gut funktioniert. Pinning klappt übrigens mit allen Debian-basierten Distributionen: Bei Ubuntu lauten lediglich die Bezeichnungen für Releases, Versionen und Abteilungen anders. 

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