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© William Attard McCarthy, 123rf.com

Mit MyUnity den Desktop konfigurieren

Pimp my Unity

MyUnity passt den Ubuntu-Desktop an Ihre persönlichen Wünsche an. Dabei bringt das Tool viele Einstellungen zurück, die Canonical aus der Oberfläche entfernt hat.

Ubuntus Unity spaltet die Gemüter. Während die einen auf den neuen Desktop schwören, wünschen sich die anderen verzweifelt die klassische Umgebung zurück. Eines ist jedoch beiden Gruppen gemein: Es fehlt eine Möglichkeit, die Konfiguration mit einfachen Mitteln zu ändern. MyUnity [1] schickt sich an, diese Lücke zu schließen: Dank seiner einfachen und übersichtlichen Oberfläche kann jeder Nutzer das Erscheinungsbild und Verhalten der Arbeitsumgebung verändern.

Schnell eingerichtet

Bei Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin" [2] – der zweiten Ubuntu-Version, bei der die klassische GNOME-Oberfläche nicht mehr von Haus aus als Alternative zur Verfügung steht – hat MyUnity bereits Eingang in die offiziellen Universe-Repositories gefunden, aus denen Sie es bei Bedarf einrichten. Auch unter Ubuntu 11.10 lässt es sich aber schnell und einfach über Pakete von Drittanbietern [3] nachinstallieren. Die dazu notwendigen Befehle zeigt Listing 1.

Listing 1

$ sudo apt-add-repository ppa:myunity/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install myunity

Lassen Sie sich bei der Installation via PPA übrigens nicht durch den Hinweistext irritieren, der unter Umständen falsche Versionsnummern nennt (Abbildung 1): Das Paket funktionierte im Test problemlos mit "Oneiric". Nach Abschluss der Installation starten Sie MyUnity am besten mittels des Dash, indem Sie den Anfangsbuchstaben des Programmnamens eingeben (Abbildung 2).

Abbildung 1: Ubuntu 11.10 heißt "Oneiric", das neue 12.04 LTS "Precise" – auch wenn das PPA etwas anderes behauptet.
Abbildung 2: MyUnity rufen Sie am einfachsten über das Dash auf.

Quadratisch, praktisch, root

Nach dem ersten Start präsentiert sich MyUnity sehr aufgeräumt. Die Oberfläche gliedert sich in insgesamt sieben Bereiche, von denen sechs Konfigurationsmöglichkeiten enthalten (Abbildung 3). Mittels der Pfeilsymbole im Programmfenster wechseln Sie zwischen den Kategorien, alternativ klicken Sie deren Namen direkt an: Launcher, Dash, Panel, Desktop, Font und Themes.

Im Test wurden die meisten der geänderten Einstellungen sofort aktiv, zudem gibt es auch keine Funktionen, mit denen Sie das System wirklich unbrauchbar machen könnten. "Verklicken" Sie sich einmal, dann stellen Sie alle Optionen in der aktuellen Kategorie durch die entsprechende Schaltfläche oben rechts im Programmfenster auf den Standard zurück. Im Test wich das Ergebnis dann zwar teilweise von Ubuntus Vorgabeeinstellungen ab, führte aber dennoch zu einem ordentlichen Desktop.

Abbildung 3: Die möglichen Einstellungen fasst MyUnity in sechs Gruppen zusammen.

Die erste Kategorie, Launcher genannt, beeinflusst das Erscheinungsbild des Programmstarters. Anwender mit kleinen Bildschirmen stellen hier beispielsweise die Symbolgröße von 48 auf 32 Pixel, was Platz spart (Abbildung 4), aber auch extrem große Icons lassen sich hier einstellen. Noch unaufdringlicher wird der Launcher, wenn Sie ihn transparent schalten oder automatisch ausblenden, solange Sie ihn nicht nutzen. Beides ermöglicht MyUnity ebenso wie die anzuzeigenden Laufwerke zu konfigurieren. Über die Schaltfläche Quicklist bearbeiten Sie zudem die Einträge, die der Programmstarter standardmäßig vorhält, um schnellen Zugriff auf die wichtigsten Programme bereitzustellen – zumindest theoretisch, denn im Test, ließen sich weder Symbole entfernen noch neue hinzufügen.

Abbildung 4: Große Icons, das aktive Programm hervorgehoben und schwarzer Hintergrund, oder klein auf transparentem Hintergrund – MyUnity beherrscht beides.

Die zweite Kategorie, Dash, hält deutlich weniger Optionen bereit. Im Test konnten wir nur konfigurieren, ob der Hintergrund "verwischt" werden und welche Größe das Fenster haben soll, womit beispielsweise eine Anpassung für Netbooks möglich ist – die Schaltflächen zum Deaktivieren der Anzeige installierter oder zuletzt benutzter Anwendungen war ohne Funktion. Recht übersichtlich ist auch die dritte Kategorie, Panel, mit der Sie die Transparenz der in Ubuntu 11.10 neu hinzugekommenen, Mac OS X-ähnlichen Menüzeile regeln (Abbildung 5). Die Einstellung nehmen Sie dabei entweder generell, oder nur für maximierte Fenster vor.

Abbildung 5: Bunt statt schwarz – die transparente Menüleiste macht optisch durchaus was her.

TIPP

Verweigert MyUnity bei Ihnen seinen Dienst, ist vielleicht ein altes oder kaputtes Profil darin schuld. Auf unserem Testsystem, das schon einige Ubuntu-Versionen auf dem Buckel hat, ignorierte MyUnity zunächst scheinbar jedwede Änderung. Kaum testeten wir das Programm jedoch mit einem neuen, frischen Benutzerprofil, klappte alles wie am Schnürchen.

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