Umgang mit Paketen

Zu den am häufigsten genutzten Befehlen zählt zweifelsohne install Paketname. Er dient zum Installieren von Paketen (Abbildung 3). Ergänzen Sie den Paketnamen um ein Minuszeichen, entfernen Sie Pakete wieder aus dem System (siehe remove).

Abbildung 3: Die Installation des Midnight Commanders aus dem Paket mc gelingt mit dem Befehl.

Der Befehl update aktualisiert die interne Paketdatenbank auf der Basis der in /etc/apt/sources.lst angegebenen Paketquellen. Sie sollten update regelmäßig und vor allem vor jedem Benutzen von install und upgrade ausführen, um nicht mit veralteten Listen zu arbeiten.

Mit upgrade ersetzen Sie die installierten Pakete durch aktuellere Versionen der gleichen Distribution. Regelmäßig Upgrades empfehlen sich schon wegen der Sicherheitsaktualisierungen.

Mit dist-upgrade verhält sich ähnlich wie upgrade. Hier aktualisiert das System nicht nur einzelne Pakete, sondern die komplette Distribution. Diese Aktion fällt unter Umständen sehr umfangreich aus. Daher empfiehlt es sich, vorab ausreichend Zeit einzuplanen. Das Erneuern der Pakete führt häufig zu veränderten Abhängigkeiten, die weitere Korrekturen nach sich ziehen können.

Das Löschen von installierten Paketen gelingt mit den beiden Kommandos remove Paketname und purge Paketname. Bei ersterem entfernen Sie nur die entsprechende Installation, wobei die Konfigurationsdateien unberührt bleiben. Ihre mühevoll erarbeiteten Einstellungen bleiben so erhalten und stehen bei einer erneuten Installation wieder bereit.

Mit purge hingegen löschen Sie die entsprechenden Konfigurationsdateien mit. Bitte beachten Sie, dass Apt von sich aus überprüft, ob das Löschen dabei auch andere Pakete beeinträchtigt. Pakete, die ohne das von Ihnen benannte Paket nicht mehr funktionieren, schlägt es ebenfalls zum Entfernen vor. Besonders, wenn Sie Bibliotheken oder grundlegende Pakete wie den Linux-Kernel zum Löschen auswählen, fällt die Liste zu entfernender Pakete sehr lang aus.

Bibliotheken, die noch im System lagern, aber keinen Bezug mehr zu anderen installierten Paketen aufweisen und daher nutzlos Speicherplatz belegen, kennzeichnet die Paketverwaltung als Waisen ("orphans"). Mit dem Kommando orphans erhalten Sie die passende Liste, die Sie mit autoclean bereinigen. Das verwandte Kommando orphans-all erweitert die Liste um alle Programme, die "beziehungslos" sind, also nicht nur Bibliotheken.

Apt verwendet einen Zwischenspeicher unter /var/cache/apt/archives/, um die Pakete zu parken, die Sie von einem Mirror bezogen haben. Möchten Sie ein Paket installieren, prüft Apt vorab, ob die Datei bereits dort vorliegt, und nutzt gegebenenfalls diese zur Installation. Falls noch nicht vorhanden, bezieht Apt das entsprechende Paket aus einer Paketquelle und legt eine Kopie im Zwischenspeicher ab.

Je größer Ihre Experimentierfreude ausfällt, desto mehr nimmt der Umfang des Zwischenspeichers zu. Statt den Cache von Hand zu bereinigen, indem sie die Pakete im Verzeichnis Stück für Stück löschen, nutzen Sie einfach das Kommando clean. Dieses löscht alle Pakete aus dem Zwischenspeicher.

Das Kommando show Paketname liest aus der Datenbank die Informationen zum angegebenen Paket aus und zeigt diese an. Mit showpkg Paketname hingegen sehen Sie neben der verfügbaren Version alle Abhängigkeiten. Die Befehle depends Paketname und rdepends Paketname liefern nur die jeweiligen Abhängigkeiten separat. Mittels unmet Paketname zeigt Aptsh alle unerfüllten Abhängigkeiten sowie die jeweiligen Empfehlungen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Da Apt intern die Abhängigkeiten zwischen den Paketen verwaltet, sehen Sie auf einen Blick, welche Pakete eine Installation noch mit ins System holt.

Meistens informativer Natur sind die statistischen Daten zur Paketdatenbank, die das Kommando stats zugänglich macht (Abbildung 5). Die Zahlen basieren auf den Paketen, über die das System Bescheid weiß, und weicht auf Ihrem Linux-System in der Regel von denen im Beispiel ab.

Abbildung 5: Auf Wunsch liefert die Paketdatenbank statistische Daten.

Eine vollständige Übersicht über alle Pakete in den angegebenen Paketquellen gibt das Kommando pkgnames aus. Die Liste aller Pakete, die sich gerade im Zwischenspeicher befinden, ermitteln Sie mit dump.

Da beide Ausgaben meist sehr ausführlich ausfallen, helfen die drei Shell-Tools Grep, Sort und Less, um das Wesentliche zu extrahieren und den Überblick zu behalten (Listing 2). Dabei fischt Grep nur solche Zeilen aus der Ausgabe von dump, die das Wort Package enthalten; Sort sortiert die Ausgabe aufsteigend und übergibt sie dann an den Pager Less.

Listing 2

aptsh> dump | grep "Package:" | sort | less
  Package: 2vcard
  Package: 3270-common
  Package: 3c5x9utils
  Package: 3dchess
  Package: 3depict
  ...
aptsh>

Mit dem Kommando search starten Sie eine Volltextsuche in der Paketdatenbank über die Paketnamen und deren Beschreibungen. Die Aptsh versteht auch find anstatt von search. Der Beitrag "Ordnung halten im Paketezoo" [3] beschäftigt sich ausführlich mit diesem Thema.

Als weitere Befehle, die Details zu einem Paket ausgeben, bietet die Aptsh neben madison auch noch dotty an. Ersterer zeigt die Versionen eines Programms tabellarisch an, welche die ausgewählten Quellen anbieten; Letzterer generiert einen Graphen im Dot-Format, der die Abhängigkeiten eines Pakets nachzeichnet.

Für die Liebhaber des Veterans Dselect sind die Kommandos dumpavail und dselect-upgrade interessant: Das erste gibt nur die Paketliste aus, das zweite aktualisiert die Dselect-Datenbank.

Aptsh-spezifische Befehle

Die Apt-Shell verfügt über eigene Kommandos, zu denen es kaum Pendants bei Apt-get und Apt-cache gibt. Mit ls Muster und rls Muster stöbern Sie in den Quellen nach dem angegebenen Muster. Das r in rls steht für die Unterstützung regulärer Ausdrücke im Suchmuster (Abbildung 6).

Abbildung 6: Durch reguläre Ausdrücke reduzieren Sie das Suchergebnis geschickt auf die gewünschten Einträge.

Für eine kurze Information zu einem Paket rufen Sie das Kommando whatis Paketname auf. Das gibt die kurze Beschreibung aus der Control-Datei des Debian-Pakets aus. Abbildung 7 zeigt die Ausgabe für die Pakete Dpkg, Aptitude, Xara-gtk und Packagesearch.

Abbildung 7: Kurzinformationen zu den ausgewählten Paketen helfen bei der schnellen Auswahl von Software.

Das Aptsh-Kommando listfiles Paketname entspricht dem Kommando dpkg -L Paketname (oder dpkg --listfiles Paketname). Darüber erhalten Sie eine Auflistung aller Dateien, die in dem bezeichneten Debian-Paket enthalten sind (Abbildung 8).

Abbildung 8: Was verbirgt sich in einem Paket? Das Kommando listfiles holt es ans Licht.

Auf die Frage, welches Paket eine bestimmte Datei enthält, gibt das Kommando whichpkg Dateiname eine Antwort. Es entspricht dem Aufruf von apt-file search Dateiname, durchsucht die einzelnen Pakete und liefert als Ergebnis eine Liste der Pakete zurück. Abbildung 9 zeigt das Suchergebnis für den schlanken PDF-Betrachter Mupdf – die beiden Pakete mupdf und mupdf-tools.

Abbildung 9: Bei der Suche nach bestimmten Dateien in einem Paket unterstützt Sie die Apt-Shell mit dem Befehl whichpkg.

Falls Sie weder Kommandozeile noch Aptsh mögen, stehen noch andere Programme zum Verwalten der Pakete bereit. Dazu zählen Aptitude, Synaptic, Xara und Packagesearch. Während sich Aptitude im Terminal und auf kleineren Maschinen wohlfühlt, setzen die drei letztgenannten ein funktionierendes X-Window-System und deutlich mehr verfügbare Ressourcen voraus.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...