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Neue Software auf den Datenträgern

23.04.2012

KahelOS 020212

Archlinux eilt der Ruf voraus, schwer zu beherrschen zu sein. Tatsächlich lässt es sich weit weniger einfach installieren als die gängigen Distributionen und anschließend mühsam an eigene Gegebenheiten und Bedürfnisse anzupassen. Dabei es im laufenden Betrieb durchaus Vorteile: Das Prinzip des Rolling Release macht System-Upgrades überflüssig, und mit dem Archlinux User Repository steht eine Paketquelle bereit, die kaum Wünsche offen lässt. Dementsprechend beliebt ist Archlinux bei fortgeschrittenen Anwendern.

Das von einem philippinischen Entwicklerteam stammende, ausschließlich als 32-Bit-Variante vorliegende KahelOS nutzt Archlinux als Unterbau für eine Live-DVD, die sich auch auf Festplatte installieren lässt. Als Desktop-Umgebung dient das aktuelle Gnome3. Nach dem Start ziert den Bildschirm ein Fenster, das erfragt, ob Sie KahelOS im Live-Modus erkunden oder gleich auf die Festplatte installieren wollen. Wenn Sie sich vor der Entscheidung gründlich über das System informieren möchten, lesen Sie den Beitrag im Heft ab 12.

ConnochaetOS 0.9.1

Für das produktive Arbeiten bringt ConnochaetOS die leichtgewichtigen Office-Applikationen Abiword und Gnumeric aus der Gnome-Welt mit. Als Browser kommt der eher ungewöhnliche Xxxterm zum Einsatz, optional stehen Iceweasel oder Midori bereit. Einige Spiele und Multimedia-Anwendungen runden das Spektrum an vorinstallierten Programmen ab. Als Hardwarevoraussetzungen geben die Entwickler eine Pentium-I-CPU und 64 MByte RAM an. ConnochaetOS haucht einem alten Computer neues Leben ein.

Selbst auf 15 Jahre alten Pentium-Maschinen lässt sich damit wieder produktiv arbeiten. Die Distribution liefert eine sinnvolle Auswahl essenzieller Programme für die tägliche Arbeit mit, die wieselflink zu Werke gehen. Selbst sonst eher träge agierende Software wie der Firefox-Clone Iceweasel und der Bildbearbeitungsbolide Gimp gehen auf einer über 10 Jahre alten Pentium-III-Maschine schneller an die Arbeit als auf manchem aktuellen Core-Duo-Rechner mit einer Mainstream-Distribution. Einen vollen Überblick über das System verschafft Ihnen unser Artikel ab Seite 6.

AVLinux 5.0.3

Multimedia-Anwendungen galten unter Linux lange Zeit als wenig ausgereift und funktionell unvollständig. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet: AVLinux versetzt selbst professionelle Multimedia-Anwender und Entwickler in Entzücken. Die aus Kanada stammende Distribution kommt in der neuen Version 5.0.3 auf den ersten Blick betont unauffällig daher: Das System nutzt Kernel 3.0.16, als Unterbau kommt Debian zum Zuge, und der schlanke LXDE-Desktop bietet weder Compositing noch andere optische oder akustische Gimmicks.

Um AVLinux für anspruchsvolle Multimedia-Aufgaben zu rüsten, packen die Entwickler nicht nur alle wichtigen Audio- und Video-Anwendungen ins System, sondern optimierten den Kernel: IRQ-Threading und weitere Anpassungen reduzieren die Latenz des Kernels. Zusätzlich hält die AVLinux-Website einen PAE-Kernel bereit, der es ermöglicht, mit dem 32-Bit-System mehr als 4 GByte RAM zu adressieren, etwa zum zügigen Bearbeiten hochauflösende Videos oder großer Audiodateien. Bevor Sie sich jedoch für diesen Kernel entscheiden, sollten Sie prüfen, ob Ihre Hardware PAE überhaupt unterstützt.

Dream Studio 11.10

Der Musiker Richard MacInnis entwickelt die Distribution Dream Studio als voll ausgestattetes Multimedia-Linux mit Echtzeit-Ambitionen. Das auf Ubuntu 11.10 "Oneiric Ocelot" basierenden Dream Studio präsentiert sich dabei als komfortable Fertiglösung aus Profi-Hand.

Dream Studio richtet sich zwar mit seiner Unterstützung für Realtime-Audio via Jack primär an Musiker und Produzenten digitaler Musik, aber nicht nur: Die Distribution enthält eine beachtliches und gut aufeinander abgestimmtes vorinstalliertes Ensemble an Audio-, Video- und Grafik-Software und bringt daneben auch die obligatorische Ausstattung an Büro-Software sowie Tools wie Kompozer für Webdesigner mit.

Im Gegensatz zu Ubuntu selbst setzt Dream Studio auf die aktuellsten Versionen aller interessanten Multimedia-Pakete und hat auch die jeweils erforderlichen Codecs mit an Bord. Die dazu erforderlichen zusätzlichen PPA-Paketquellen von Launchpad bindet es gleich ein.

LinuxUser RescueCD 05.12

Der Alltag mit dem PC bereitet dann schnell Kopfzerbrechen, wenn ein Hardware-Defekt oder ein Software-Problem zum einem Absturz führen. Dann tickt plötzlich die Uhr, wenn es darum geht, wichtige Dateien zu retten oder besser noch – das System so schnell wie möglich wieder flott zu bekommen. Wir haben auf der aktuellen LinuxUser RescueCD wieder drei Distributionen vereint, die Ihnen bei diesem Unterfangen mit vielen nützlichen Helfern diensteifrig zu Seite stehen.

Beschädigte Blöcke auf der Festplatte, ein zickiger Controller und schon steht der ganze Rechner: Hier hilft SysRescCD 2.5.0 weiter. Das schlanke Rettungssystem bringt die wichtigsten Tools mit, um nach einem Crash Daten zu retten, Systemdateien zu reparieren und so die Kiste wieder flott zu machen.

Für etwas betagtere Rechner eignet sich dagegen eher RIP Linux 13.7. Mit diesem Allrounder starten Sie selbst auf einem Pentium III noch durch und greifen anschließend auf eine sinnvolle Auswahl an Werkzeuge zu, mit denen Sie Partitionen und Dateisystem überprüfen und bei Bedarf reparieren, ein blockiertes Windows-System wieder in Gang setzen oder wichtige Dateien auf externe Datenträger wegsichern.

Beim Einrichten eines System und beim nachträglichen Anpassen von Festplattenbereichen hilft dagegen Parted Magic 2012_2_19. Das zentrale Werkzeug der Distribution, das gleichnamige Tool zum Bearbeiten von Partitionen, überzeugt schon seit vielen Versionen mit seinen durchdachten Funktionen und seiner übersichtlichen grafischen Oberfläche, die es selbst Einsteigern verhältnismäßig einfach macht, die Auteilung eines Datenträgers nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Neue Software, aktuelle Programme

Die Sketchpad-Software Ardesia erlaubt es, mit Hilfe des Composite-Managers frei auf dem Desktop zu zeichnen. Auf diese Weise ergänzen Sie mit ein paar Skizzen von Hand Ihre Präsentationen und geben den Zuschauern so zusätzliche Informationen. Das Addon Spotlighter hebt dabei eine bestimmte Stelle des Desktops hervor, als wenn diese im Rampenlicht stünde. Auf der Heft-DVD- finden Sie die aktuelle Version 1.0 zum Installieren und Ausprobieren. In einem Beitrag ab Seite 54 in dieser Ausgabe lesen Sie mehr über die Fähigkeiten der Software.

Spätestens mit dem Blockbuster Avatar hat der 3D-Hype die Wohnzimmer erobert. Wollen Sie zu Hause 3D-Filme ansehen, lohnt ein Blick auf den Open-Source-Videoplayer Bino, den Sie kinderleicht in das System integrieren. Bino setzt keineswegs proprietäre Treiber von Nvidia und ATI voraus ¿ die Macher betonen explizit, dass die Software mit den freien Treibern bestens funktioniert. Bino unterstützt via Equalizer den Output auf beliebige Monitor-Layouts und erlaubt das Fernsteuern mit einer Infrarot-Fernbedienung via Lirc. Was Sie beim Betrieb der Software beachten sollten, erläutert ein Artikel in dieser Ausgabe ab Seite 80. Dieser Artikel gibt außerdem einen exellenten Überblick über die aktuellen Techniken im Bereich 3D-Film.

Selbst in Zeiten von Online-Streaming erfreuen sich DVDs großer Beliebtheit. Zwar spielen Player der neueren Generation DivX- oder MKV-Dateien direkt ab, um jedoch standardkonforme Scheiben zu erstellen, bedarf es spezieller Authoring-Software. Devede ist ein freier Vertreter dieser Gattung. Mit dem Tool erstellen Sie in wenigen Handgriffen eigene DVDs. DeVeDe liest verschiedene Formate ein und rundet das Ergebnis mit einem Bildschirmmenü ab. Das Bedienkonzept ist einfach, übersichtlich und auch für Einsteiger schnell zu verstehen. Unser Workshop ab Seite 57 zeigt, wie Sie die besten Ergebnisse erzielen.

Der kleine Helfer Glogg sorgt für Durchblick in umfangreichen Log-Dateien. Das Programm mit seiner komfortablen Oberfläche durchforstet die Logs nach speziellen Zeichenketten und Begriffen, sodass Sie nicht ins Terminal wechseln müssen. Für Debian, Ubuntu, OpenSuse und Fedora findet sich Glogg als Binärpaket in den Distributions- oder Dritt-Repositories (siehe Artikel ab Seite 70). Mandriva und Mageia sowie Unity Linux bieten im Kontrollzentrum ein Tool, das einen ähnlichen Funktionsumfang aufweist wie Glogg. Für andere Distributionen müssen Sie Glogg aus den beiliegenden Quellen selbst übersetzen – aktuell war zu Redaktionsschluss die Version 0.9.0. Eine Anleitung zum Übersetzen finden Sie auf der Heft-DVD.

Ideen, anstehende Aufgaben, Pläne, wichtige Links, Wissenshäppchen, Skizzen oder wichtige Dateien, die irgendwo auf Festplatten und DVDs schlummern – all diese Informationen sammeln Sie komfortabel in Mindraider. Die Software bietet die Möglichkeit, die einzelnen Notizen zueinander in Beziehung zu setzen, mit Schlagwörtern zu versehen und ihnen sogar Dateien oder Internet-Adressen anzuheften. Gespeicherte Notizen spüren Sie schnell mit einer Suchfunktion, in der Gliederung oder der Baumansicht auf. Ein ersten Überblick über das etwas gewöhnungsbedürftige Interface gibt unser Beitrag ab Seite 64.

Schnell mal per SSH auf einem Server einloggen oder alle Hosts im lokalen Netz abfragen – mit PAC kein Problem. Die komfortable Oberfläche zum Verwalten von SSH- und anderen Remote-Verbindungen unterstützt unter anderem Makros und bietet die Möglichkeit, Befehle gleichzeitig an einen ganzen Cluster von Rechnern zu senden. Dabei hilft eine integrierte Wake-on-LAN-Funktion, bequem einzelne Rechner übers Netzwerk zu starten. Welche nützlichen Funktionen die vielseitige Software zusätzlich mitbringt, erfahren Sie in dieser Ausgabe ab Seite 30.

Wer unter KDE im Netz surft,, dem steht ein neuer, schneller Browser bereit: Rekonq. Er baut wie Apples Safari auf der HTML-Renderbibliothek WebKit auf und integriert sich ausgezeichnet in die KDE-Anwendungslandschaft. Der Einsatz von gemeinsamen Modulen wie den Lesezeichen-Editor zeigen, dass sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht und das Rad nicht unnötig neu erfunden haben. Flash-Inhalte stellt Rekonq ebenfalls dar. Lesen Sie mehr zum Newcomer ab Seite 50.

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