Home / LinuxUser / 2012 / 04 / Mepis-Derivat AntiX für schlanke Systeme

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Debian leicht gemacht
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Schlichte Eleganz

Mepis-Derivat AntiX für schlanke Systeme

12.03.2012 Schlanke Systeme bedeuten keineswegs einen Verzicht auf Komfort oder umfangreiche Auswahl an Software. Das beweist das Mepis-Derivat AntiX.

AntiX-Linux (http://antix.mepis.org) gehört zu den weniger bekannten Distributionen und bewegt sich konzeptionell weitgehend abseits ausgetretener Pfade: So basiert das Betriebssystem auf Mepis Linux sowie dem Testing-Zweig von Debian und nutzt als Fenstermanager Fluxbox und IceWM, die beide als Spezialisten für altersschwache Computersysteme gelten.

Auf den ersten Blick will dieses Team nicht recht zusammenpassen: Mepis ist eine wuchtige Distribution mit ressourcenhungrigen KDE SC als Desktop; Debian hingegen gilt als ausgezeichnetes Server-Betriebssystem, das jedoch wegen langer Release-Zyklen exotischere Hardware auf dem Arbeitsplatz-PC gelegentlich nicht unterstützt. AntiX spricht dagegen explizit den Endanwender mit älterer Hardware an und nennt als Minimalvoraussetzungen für den Betrieb auf einem PC einen Pentium-II-Prozessor mit 266 MHz Taktfrequenz und 64 MByte Arbeitsspeicher.

Live-Betrieb

Schon der erste Start im Live-Betrieb geht recht fix vonstatten. Im Grub-Menü finden Sie Einträge für Fluxbox und IceWM. So haben Sie die Möglichkeit, sich beide Oberflächen in Ruhe anzusehen, bevor Sie über eine dauerhafte Installation entscheiden. Das System startet sodann innerhalb kurzer Zeit, im Test zum Beispiel auf einer betagteren Pentium-III-Maschine.

Die Unterschiede zwischen den beiden Fenstermanagern stechen bereits nach kurzer Zeit ins Auge: Fluxbox wirkt auf den ersten Blick funktionell recht angestaubt und bringt einige beliebte Features nicht mit. Dagegen hat sich IceWM in den letzten Jahren zu einer leicht bedienbaren Oberfläche entwickelt. Das dürfte das wohl vor allem Asus zu verdanken sein, das IceWM 2007 als Standard-Oberfläche für die erste Generation seiner EeePCs auserkor und damit zu einer sprunghaft steigenden Verbreitung verhalf.

Unter AntiX kommt IceWM mit einem ergonomisch gestalteten hellen Hintergrund, dem obligatorischen Panel am unteren Bildschirmrand sowie einem guten halben Dutzend Icons für die wichtigsten Ordner und Programme auf der Arbeitsoberfläche. Wer bereits mit anderen Betriebssystemen gearbeitet hat, findet sich hier sofort zurecht.

Oben rechts im Arbeitsbereich tummelt sich – farblich passend – eine etwas verkleinerte Variante des Systemmonitors Conky, der die wichtigsten Betriebsparameter visualisiert. Elegante Schattierungen in den Menüs der Arbeitsoberfläche verleihen dem gesamten Desktop eine moderne Note.

Ein Blick in die einzelnen Menüs offenbart einen radikalen Schnitt bei der Auswahl der Programme: Von wuchtigen Suiten und Boliden wie LibreOffice, Gimp oder Firefox fehlt jede Spur – stattdessen tauchen die schlanken Alternativen Abiword und Gnumeric sowie als Firefox-Ersatz der Seamonkey-Clone Iceape auf.

Spuren

Bei den Konfigurationstools setzt AntiX ganz auf die Mepis-Basis und hat dessen Werkzeuge zu diesem Zweck teils nahezu komplett übernommen. Daher taucht in einigen der umfangreichen Hilfetexte das Mepis-Markenzeichen auf. Lediglich bei den Tools zum Installieren von Software setzt AntiX auf Synaptic, so dass sich bisherige Debian- und Ubuntu-Anwender hier sofort zurechtfinden.

Zu den angenehmen Nebeneffekten dieser Orientierung an Debian zählt der Zugang zu dessen Repositories, so dass über 35 000 Programmpakete zum Einrichten via Synaptic bereit stehen. Mit wenigen Mausklicks installieren Sie von dort auch leistungshungrige Programme wie LibreOffice problemlos nach, falls der Funktionsumfang von Abiword und Gnumeric einmal nicht ausreicht.

Dank des automatischen Auflösen von Abhängigkeiten in Synaptic nutzen Sie auch für die Desktop-Umgebungen Gnome und KDE entworfene Applikationen, da das System gegebenenfalls alle benötigen Bibliotheken ohne weiteres Zutun nachzieht.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2684 Hits
Wertung: 110 Punkte (8 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

Owncloud mit Linuxmint 15 32 Bit
Santana Muggel, 24.04.2014 16:45, 0 Antworten
Hallo, ich habe nach dem Artikel in Heft 05.2014 versucht, owncloud einzurichten. Bei der Inst...
programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...