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Gut verpackt

Mehrere Linux-Varianten auf einem USB-Stick installieren mit Multisystem

12.03.2012
Linux bedeutet Vielfalt. Experimentieren Sie gern mit verschiedenen Derivaten, dann bringt das kleine Programm Multisystem diese für Sie optimal auf einem USB-Stick zusammen.

Freie Software entfaltet bekanntlich eine ungeheure Dynamik, die viele Innovationen hervorbringt. Es verwundert daher nicht, dass das Betriebssystem Linux in zahllosen Varianten vorliegt, die jeweils in immer neuen Versionen erscheinen und oft für spezielle Anwendungszwecke optimiert sind.

Als Anwender haben Sie die Qual der Wahl, und der Weg zur geeigneten Distribution führt oft über viele Tests. Das erweist sich aber oft als mühsamer Prozess: Üblicherweise laden Sie dazu ein – teils mehrere Gigabyte großes – ISO-Image herunter und brennen es auf einen Datenträger, um das System im Live-Betrieb zu prüfen.

Dieses zeit- und arbeitsaufwendige Prozedere vermeiden Sie sehr elegant, indem Sie das kleine Programm Multisystem nutzen: Es ermöglicht den parallelen Einsatz mehrerer Linux-Distributionen auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte. Sie benötigen dazu lediglich ein laufendes Linux-System und die ISO-Images, die Sie ausprobieren möchten.

Los geht's

Optimalerweise nutzen Sie als Grundlage ein Ubuntu-System, weil die Installationsroutine viele Abhängigkeiten aufweist und diese unter Ubuntu automatisch aus den verfügbaren Repositories nachzieht.

An das Basissystem stellt das Programm erhöhte Ansprüche: Neben ausreichend frei verfügbarem Festplattenplatz benötigt es zusätzlich mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher, wenn Sie alle Funktionen nutzen möchten. So bietet Multisystem unter anderem die Option, den fertigen USB-Stick zunächst in einer virtuellen Maschine auf seine Funktionstüchtigkeit hin zu prüfen. Das erklärt, warum ein entsprechend großer Arbeitsspeicher ebenso wie ausreichend CPU-Leistung vonnöten sind.

Multisystem steht im Internet auf der Projektseite zum Download bereit [1]. Das nur wenige Kilobyte umfassende Shell-Skript laden Sie zunächst herunter und entpacken das Archiv mit dem Befehl tar -xjvf install-depot-multisystem.sh.tar.bz2. Nach Download und Anpassen der notwendigen Dateien legt die Routine unter Gnome im Menü Anwendungen | Zubehör einen Eintrag MultiSystem und einen weiteren Eintrag MultiSystem test iso an. Bevor Sie Multisystem über einen dieser Einträge starten, gilt es noch den USB-Stick, auf dem die Betriebssysteme später landen sollen, am Rechner anzustecken. Der USB-Stick sollte zudem bei der Installation großer Distributionen über genügend Speicherplatz verfügen.

Nach dem Aufruf von Multisystem landen Sie im Hauptfenster der Software (Abbildung 1). Multisystem prüft dabei das Vorhandensein des Zielmediums und gibt diesem ein Label. Die Software installiert bei Bedarf die ISO-Images aus zwei Quellen: Falls Sie die ISOs bereits heruntergeladen haben, bedient es sie sich auf der lokalen Festplatte; alternativ lädt es die benötigten Dateien automatisch herunter, sobald Sie aus einer Liste die entsprechende Quelle auswählen (Abbildung 2).

Abbildung 1: Die Lokalisierung von Multisystem erweist sich beim Umstellen auf die deutsche Sprache als nicht konsistent, was aber das Bedienen nicht einschränkt.
Abbildung 2: Die Software bezieht bei Bedarf automatisch die Daten für die gewünschte Distribution aus dem Netz.

Lokal auf der Festplatte oder einem Wechseldatenträger gespeicherte ISO-Dateien ziehen Sie komfortabel per Drag & Drop aus dem Dateimanager in den unteren Bereich des Programmfensters. Multisystem öffnet im Anschluss ein weiteres Fenster und zeigt den Fortschritt bei der Installation des jeweiligen ISO-Files in einem Terminal an (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach dem Laden des ISO-Images installiert die Software es automatisch auf den Stick.

Treten während der Installation der Systeme Fehler auf, so zeigt die Software diese im Terminal an. Außerdem versucht die Software nochmals, die entsprechenden Dateien zu einzurichten. Haben alle Distributionen auf den USB-Stick Platz gefunden, installiert Multisystem abschließend den Bootloader Grub in den Master Boot Record (MBR) des Sticks und passt diesen entsprechend an.

Bootmenü

Haben Sie mehrere Linux-Varianten auf einem Stick gespeichert oder möchten Sie spezielle Kommandos zum Starten eines Systems nutzen, passen Sie aus Multisystem heraus komfortabel den Bootloader entsprechend an. Dazu stehen unterschiedliche Schaltflächen in insgesamt vier horizontalen Reihen am rechten Rand des Programmfensters bereit (Abbildung 4).

Abbildung 4: Kompakt, aber etwas unübersichtlich: Die Optionen zum Speichern einer Distribution auf dem Zielmedium.

Neben dem Verschieben und Löschen von Starteinträgen finden Sie hier auch eine Möglichkeit, Bereiche auf dem USB-Stick als persistent zu kennzeichnen. In diesen speichern Sie bei Bedarf im Live-Betrieb bearbeitete Daten ab, um diese später weiter zu nutzen. Ob diese Funktion aktiv ist, hängt jedoch von der Distribution ab – Multisystem bietet sie nicht mit jeder Linux-Variante an.

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