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Editorial 04/2012

12.03.2012

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Canonical gerade eine charmante Idee präsentiert, ein Android-plus-Ubuntu-Handy, das unter dem Arbeitstitel "Ubuntu for Android" steht [1]. Es reizt die Möglichkeiten der kommenden Mobiltelefon-Generation mit Dual- und Quadcore-CPUs voll aus: Unterwegs nutzt man das Gerät als ganz normales Android-Smartphone. Zuhause steckt man es in eine Docking-Station mit Tastatur und Monitor, wo es statt Android ein Ubuntu bootet und so zum vollwertigen Linux-PC mutiert. Bei diesem Konzept schmiegen sich die Stärken des klassischen GNU/Linux und seines mobilen Ablegers nahtlos ineinander.

Dass Linux und Android bestens zueinander passen, das finden nicht nur Mark Shuttleworth und seine Mannen, sondern auch die meisten von Ihnen. Ich darf mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass Sie so intensiv auf meinen Aufruf aus dem letzten Editorial eingegangen sind, uns mitzuteilen, ob Sie in LinuxUser auch weiterhin Themen zu Android lesen möchten. Offenbar lässt das Thema kaum jemand kalt: Alle der Zuschriften fielen ebenso pointiert wie ausführlich aus.

Gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer finden unsere bisherige Berichterstattung zu Android in Ausmaß wie Thematik gut ausgewogen und wollen sie in dieser Form auch fortgesetzt sehen. Etwa jeder siebte Zusender möchte zwar auch weiter Artikel zu Android bei uns lesen, wünscht sich aber eine gezielter auf die klassische Linux-Welt abzielende Thematik: Weniger oder keine Rezensionen von Smartphones, dafür mehr zu Tablets und zur Möglichkeit, das Betriebssystem darauf durch "echtes" Linux zu ergänzen oder ersetzen. Ein gutes Viertel aller Antwortenden dagegen findet das Thema Android in LinuxUser deplatziert – die meisten davon, weil sie mit Smartphones im Allgemeinen und Android im Besonderen nicht viel anfangen können, einige wenige aber auch, weil sie dazu lieber dedizierte Zeitschriften wie unsere Schwester Android User lesen.

Unser Resümee aus der Befragung lautet: Wir stellen Ihnen auch weiterhin ausgesuchte Themen rund um Android und mobile Hardware vor, achten dabei aber in Zukunft ganz besonders auf eine Verbindung zur klassischen Linux-Welt und insbesondere auf den Aspekt der Kooperation und Synchronisation mit dem Desktop. Dabei bleibt es wie bisher bei einzelnen Artikeln, zudem besprechen wir in Zukunft keine Smartphones mehr. Eine eigene Android-Rubrik gibt es auch künftig nicht, der Android-Schwerpunkt aus Ausgabe 02/2012 bleibt ein Einzelfall.

In vielen Zuschriften, gleich ob pro oder kontra Android, kommt übrigens die Sorge vor dem "Datenkraken" Google zum Ausdruck. Vielen von Ihnen bereit ganz offensichtlich Bauchschmerzen, dass man sich bei Google registrieren und dem Netzgiganten persönliche Daten überlassen muss, um Android sinnvoll nutzen zu können. Dieses Thema werden wir in den nächsten Ausgaben aufgreifen. Dabei wollen wir eng mit der Free Software Foundation Europe zusammenarbeiten, der dieses Problem ebenfalls sauer aufstößt. Die FSFE hat deshalb gerade eine Kampagne namens "Free your Android!" [2] ins Leben gerufen – auf dieses Motto lassen wir uns gerne ein. 

Infos

[1] Ubuntu for Android: http://www.ubuntu.com/devices/android

[2] Free your Android: http://fsfe.org/campaigns/android/android.html

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