Bildverwaltung

Vor allem das Handling umfangreicherer Bildbestände mit einert deutlich fünfstelligen Anzahl von Aufnahmen erfordert in vielfacher Hinsicht eine möglichst gut strukturierte Verwaltung. Einen Eckpfeiler bildet dabei die Verschlagwortung der Aufnahmen: Sie hilft dabei, Bilder anhand von Schlüsselbegriffen später wieder zu finden. Ein weiteres Hilfsmittel stellt die Bewertung dar, mit der Sie Ihren Aufnahmen null bis fünf Sterne geben.

Als weitere Möglichkeiten stellt AfterShot Pro die Markierung mit Farben sowie die Kennzeichnung als Auswahl bereit. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über ein Vorschaubild, erscheint links oben eine kleine Flagge. Klicken Sie darauf, gilt das Bild als markiert. Diese Funktion erweist sich vor allem dann als hilfreich, wenn es darum geht, aus einem großen Datenbestand auf die Schnelle die besten Aufnahmen herauszusuchen. Eine solche Funktion besitzt Lightroom auch, dort nennt sie sich Zur Schnellsammlung hinzufügen. Anders als Corels Produkt kann Lightroom diese Schnellsammlung auch in eine reguläre Sammlung transformieren.

Das Konzept der virtuelle Sammlungen fehlt AfterShot Pro jedoch komplett. Den Dreh- und Angelpunkt der Bildverwaltung bildet bei Corels Programm der Metadaten-Browser (Abbildung 3) in der Rubrik Bibliothek. Er ermöglicht den schnellen Zugriff auf sämtliche Bildinformationen inklusive Bewertungen, Schlagwörtern und Aufnahmeparametern.

Abbildung 3: Mit dem Metadaten-Browser von AfterShot Pro finden Sie Bildern anhand unterschiedlicher Kriterien wie etwa Schlagwörtern oder Aufnahmeparametern.

Die Suchfunktion, die Sie über das Trichter-Icon in der Menüleiste aufrufen, erlaubt es Ihnen daneben, mehrere Aspekte in die Suche mit einzubeziehen – so filtern Sie beispielsweise nach einer definierten Bewertung in Verbindung mit einem bestimmten Farbetikett. Eine Volltextsuche beziehungsweise das Verknüpfen der Schlagwortsuche mit anderen Bildparametern fehlt der Software jedoch.

Bildbearbeitung

Neben dem Verwalten spielt das Bearbeiten der Bilder eine ebenso wichtige Rolle. Während Lightroom durch verschiedene Modi (Bibliothek und Entwickeln) hier strikt zwischen dem Verwalten und Bearbeiten trennt, sind die Grenzen in Aftershop eher fließend: Jede Ansicht erlaubt auch das Modifizieren der angezeigten Bilder. Beide Systeme bringen eine Fülle an Tools zum nachträglichen Bearbeiten der Bilder mit, die in den meisten Fällen den Griff zu speziellen Bildbearbeitungsprogrammen wie Gimp überflüssig machen.

Lightroom punktet hier mit einem Vorher/Nachher-Vergleich, der das unbearbeitete Bild neben die bearbeitete Fassung stellt. AfterShot Pro bringt dafür bereits vorinstalliert Perfectly Clear [5] mit, ein Bildbearbeitungsmodul, das Fotos von Grauschleiern befreit und satter wirken lässt. Allerdings handelt es sich um eine abgespeckte Version, als Modul für Lightroom kostet Perfectly Clear happige 199 US-Dollar. Bei der Arbeit mit dieser Funktion gilt es zu beachten, dass sie manuelle Änderungen beispielsweise an Helligkeit oder Kontrast automatisch nachregelt und damit erheblich abschwächt.

Ähnlich verhält es sich mit dem bei AfterShot Pro ebenfalls vorinstallierten Rauschminderer Noise Ninja [6], bei dem es sich ebenfalls um eine Light-Version handelt. Allerdings erlaubt eine Eingabemaske, die Sie unter Hilfe | Noise Ninja registrieren... finden, das Freischalten der Vollversion. Deren Einstellungen finden Sie im Reiter Detail unter Noise Ninja registriert.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal bringt die Corel-Software mit der Ebenenfunktion mit. Sie erreichen das Werkzeug mit einem Klick auf das angedeutete Blatt links neben Hauptebene in der rechten Spalte (Abbildung 4). Ähnlich wie bei Photoshop und Gimp legen sie damit Layer an, die es erlauben, bestimmte Bildpartien getrennt voneinander zu bearbeiten. Zum Auswählen der zu bearbeitenden Bereiche stellt AfterShot Pro unter anderem eine sogenannte Pinselregion sowei eine Polygonregion bereit. Auch Lightroom verfügt zwar über solche partiellen Reparaturwerkzeuge, jedoch ohne die Layer, die das Nachbearbeiten ungleich flexibler gestalten.

Abbildung 4: Ähnlich wie Gimp oder Photoshop bietet AfterShot Pro das Anlegen von Ebenen an, die es erlauben, nur bestimmte Partien der Aufnahme zu bearbeiten.

Eine weitere sinnvolle Option zum Nachbearbeiten von Bildern stellt die Objektivkorrektur dar. Mit deren Hilfe entfernen Sie beispielsweise Verzerrungen, Randabschattungen oder bunte Farbsäume an Kanten. Sowohl Lightroom als auch AfterShot Pro bieten eine automatische Objektivkorrektur, die sich an den EXIF-Daten der jeweiligen Aufnahme orientiert. Befindet sich das verwendete Objektiv in der Datenbank, wendet das Programm dessen Korrekturwerte automatisch auf die Bilder an. Hier beeindruckt AfterShot Pro mit der Fülle an unterstützen Objektiven, die auch Produkte von Hersteller wie Tamron, Sigma oder Tokina umfassend berücksichtigen. Lightroom bietet hier deutlich weniger Auswahl, verfügt jedoch über eine Importfunktion, die es erlaubt, Objektive hinzuzufügen – sofern es Daten dazu gibt.

Vor allem wenn es darum geht, mehrere Bilder einer Serie nachzubearbeiten, bietet das Kopieren von Einstellungen eine wertvolle Hilfe. Unter AfterShot Pro genügt es dafür, die Einstellungen des bearbeiteten Referenzbilds via [Strg]+[C] in die Zwischenablage zu kopieren und mittels [Strg]+[V] auf die gewünschten Bilder zu übertragen. Um nur ausgewählte Einstellungen zwischenzuspeichern, markieren Sie das Referenzbild mit [Strg]+[Umschalt]+[C]. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, in dem Sie die zu übernehmenden Werte festlegen. Hier zeigt sich eine ausgewiesene Stärke der Corel-Software, die beinahe komplette ein Steuern mittels Tastatur ermöglicht. Unter Datei | Einstellungen... | Tastatur stellen sie sämtliche Kürzel und Kombinationen dazu ein.

Sowohl Lightroom als auch AfterShot Pro protokollieren jeden Arbeitsschritt und erlauben es damit, jeden davon zu einem beliebigen Zeitpunkt rückgängig zu machen. Während Lightroom die Historie permanent im linken Fensterbereich einblendet, zeigt Afthershot sie mit [Strg]*[Umschalt]+[H] an.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • RAW-Konverter AfterShot Pro 2
    Mit Farboptimierung und Rauschunterdrückung von Perfectly Clear integriert Corel in sein neues AfterShot Pro 2 renommierte Bildbearbeitungspower, für die Lightroom-User viel Geld bezahlen müssen.
  • AfterShot Pro 2 erschienen
    Corel hat die Version 2 seiner Bildbearbeitung und Raw-Konverter AfterShot Pro veröffentlicht. Das Programm liegt jetzt als 64-Bit-Version vor, welche zudem 30% schneller zu Werke gehen soll.
  • Fünf RAW-Konverter in der Übersicht
    RAW-Daten, die digitalen Negative, enthalten wertvolle Informationen. Mit dem richtigen Konverter holen Sie das Optimale aus diesen Dateien heraus.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2016: Alt-PCs flott machen

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Der Tipp der Woche

Schon gewußt?

14.11.2015

Auch unter Ubuntu 15.10 kann man wieder mit dem Startmedienersteller (alias Startup Disk Creator) ein Live-System auf einem USB-Stick einrichten. ...

Fehler des Startmedienerstellers von Ubuntu 15.10 umgehen

Aktuelle Fragen

Leap 42.1 und LibreOffice
Heinz Kolbe, 09.02.2016 21:54, 0 Antworten
Moin moin, auf meinem Notebook habe ich Leap 42.1 und Win 10 installiert. Alles läuft rund nur...
Tails Update
Val Lerie, 11.01.2016 10:51, 0 Antworten
Hallo zusammen, updaten > update Speichern unter > Persistent nicht möglich, mit der Meldung;...
Recoll
Jürgen Heck, 20.12.2015 18:13, 4 Antworten
Wie kann man mit Recoll nach bestimmten Zeichen/Satzzeichen bzw. Zeichenkombinationen suchen, z....
Wings Platinum 4 auf Linux?
Bodo Steguweit, 18.12.2015 11:37, 4 Antworten
Hallo in die Runde ich nutze für meine Diashows Wings Platinum 4 als Diareferent. Arbeite jetzt...
Bandbreite regulieren
Georg Armani, 25.11.2015 16:50, 1 Antworten
Hallo, ich bin ein Neuling in Sachen Linux und hoffe auf Hilfe. Ich habe zwei Windows Rechner...