Alles Appstore oder was?

Neue Software findet man ja neuerdings in App-Stores oder Markets, so auch in Pear OS. Die Macher bedienen sich auch gleich des Namens. Der Pear OS Appstore (Abbildung 5) ist allerdings nicht ganz gelungen (Abbildung 6). Bei der vermeintlichen Adaption von Apples App-Store handelt es sich um nichts anderes als Ubuntus Software Center – nur unübersichtlicher. Erfreulicherweise gelangt man über das Launchpad in die übliche Ubuntu Software-Verwaltung samt gewohnter Optik.

Abbildung 5: Bloß gut, Linux hat jetzt auch einen App Store …
Abbildung 6: … wobei es der Übersichtlichkeit nicht so gut tut.

Pear OS kommt wie die meisten Ubuntu-Derivate in Live-CD-Form plus Installer. Letzterer will aber nicht starten, auch wenn der Anwender im Grub den entsprechenden Menüpunkt auswählt (Abbildung 7). Auf die Festplatte gelangt Pear OS erst nach einem Klick auf das Icon Installer auf dem Desktop des gebooteten Live-Systems (Abbildung 8).

Abbildung 7: Kein Start: Die Fehlermeldung macht klar, dass es den Installer per Mausklick aufzurufen gilt.
Abbildung 8: Klappt doch: Der Installer läuft problemlos durch – sogar korrekt deutsch lokalisiert.

Ob im Live-Modus oder auf die Platte gepackt: Pear OS agiert angenehm fix. Auch auf älterer Hardware macht die Bedienung in Sachen Geschwindigkeit Spaß und erfordert keine langen Wartezeiten. Weder unser Testnotebook mit einem betagten 2-GHz-Pentium M noch die Installation in der virtuellen Maschine mit nur einer CPU und mäßigen 2,26 GHz Taktrate waren von Pear OS sonderlich ausgelastet. Und auch der Arbeitsspeicher von lediglich 1 GByte genügte völlig. Hinsichtlich der Hardware-Unterstützung sei auf den üblichen positiven Eindruck seitens Ubuntu verwiesen.

Tux trifft Babel

Trotz allen Lobes: Pear OS erscheint in vielen Bereichen noch unausgereift. Von der nicht automatisch startenden Installation ganz abgesehen, erwartet Sie ein System, bei dem Sie noch viel Hand anlegen müssen – zum Beispiel bei der Sprachunterstützung. Von Haus aus präsentiert sich Pear OS in einem fröhlichen Mischmasch aus Englisch und Französisch. Falls Sie nun auf die Idee verfallen, das System auf Deutsch umstellen zu wollen, dürfen Sie sich anschließend über Dialoge in allen drei Sprachen freuen (Abbildung 9). Auch wirklich ernstgemeinte Versuche, mit lediglich einer Sprache auszukommen, scheiterten kläglich. Da hilft jegliches Aktualisieren, Neustarten sowie An- und Abmelden nicht.

Abbildung 9: Sprachliche Verwirrung: Wer Pear OS bedienen will, sollte mindestens zwei, wenn nicht drei Sprachen beherrschen.

Updates sollte Pear OS eigentlich während der Systeminstallation herunterlade, tut es aber nicht. Das gilt es anschließend manuell nachzuholen. Dies hatte im Test allerdings zur Folge, dass einige Icons nun durch Platzhalter ersetzt wurden. Ein genauerer Blick auf die Icons macht dem geneigten Anwender dann bewusst, dass in Pear OS zwar fröhlich kopiert wurde, aber nicht gut: Einige der Bildchen kommen arg unscharf oder stark verpixelt daher, was der Optik des Systems nicht gut tut.

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