Erleuchtet
Enlightenment E17 im Ubuntu-Derivat Bodhi Linux
Hilfestellung
Für Einsteiger steht und fällt die Akzeptanz eines Betriebssystems mit der Dokumentation. Daher liefert Bodhi Linux eine auch in deutscher Sprache verfügbare Hilfe mit, die weit über das übliche Maß hinausgeht und die es obendrein durch online erhältliche weitere Dokumentationen ergänzt.
Die lokal gespeicherten Hilfedateien finden Sie im Untermenü Bodhi Linux. Das Betriebssystem öffnet nach dem Anklicken des Eintrags Quick Start den Webbrowser Midori und zeigt die einzelnen Hilfetexte nach Themen gruppiert an. Allerdings liegen die Standard-Dateien in englischer Sprache vor, die deutsche Hilfe rufen Sie durch einen Klick auf die DE-Schaltfläche oben rechts im Fenster auf.
Als besonders nützlich erweisen sich hier die zahlreichen Erläuterungen zum Enlightenment-Desktop, der von Haus aus in deutscher Sprache eher schlecht dokumentiert ist. Bodhi Linux mindert dieses Manko, indem es die grundlegenden Konzepte und Möglichkeiten der Desktopumgebung dargestellt. Die Hilfe erläutert die einzelnen Stichpunkte reich bebildert und stellt zusätzlich Links bereit, die auf zugehörige Seiten im Internet verweisen (Abbildung 4).
Härtetest
Die Entwickler von Bodhi Linux geben als Minimalkonfiguration einen lediglich mit 300 MHz getakteten PC mit 128 MByte RAM an [6]. Ein derart veraltetes Gerät allerdings findet sich in unserem Testpool nicht mehr. Ersatzweise testeten wir das System auf einem ebenfalls schon recht betagten Desktop, der auf einem mit 933 MHz getakteten Pentium III basiert und lediglich 512 MByte RAM mitbringt. Der integrierte Grafikchip des Rechners stammt aus der von vielen Linux-Distributionen nur schlecht unterstützten i810-Familie.
Trotz dieser Widrigkeiten ließ sich Bodhi Linux nicht nur problemlos bereits im ersten Anlauf mit Standardparametern auf dem Rechner installieren, sondern zeigte danach auch eine ansprechende Leistung. Enlightenment gab sich entgegen unseren Erwartungen selbst auf dieser recht leistungsschwachen Grafikhardware keinerlei Blöße: Die animierte Docking-Leiste IBar versah ebenso zuverlässig und ruckelfrei ihren Dienst wie diverse optische Schmankerl beim Wechsel der Arbeitsoberflächen, und selbst animierte Hintergründe bremsten den Desktop nicht merklich aus. Lediglich einige Compositing-Funktionen, die wir beim Test nachinstallieren wollten, weigerten sich wegen einer zu geringen unterstützten Farbtiefe mit der alten Grafikkarte zu kooperieren.
Auch im Betrieb zeigte sich das System erstaunlich stabil. Der in früheren Versionen notorisch absturzfreudige Webbrowser Midori lief in der vorliegenden Version stabil, auch die Installation und der Betrieb "fremder" Programme aus dem Gnome- und KDE-Fundus gelang problemlos. Bodhi Linux macht daher auch in Sachen Software-Integration einen runden Eindruck.



