Gadgets und Module

Eine weitere Besonderheit von Enlightenment E17 stellt die enge Verquickung von Modulen und Gadgets dar. Während man Letztere auch von anderen Desktop-Umgebungen als kleine Applikationen auf der Arbeitsoberfläche kennt, assoziiert der Linux-Kundige den Begriff "Modul" eher mit Gerätetreibern für Hardware-Komponenten. Beim Enlightenment E17-Desktop dienen Module jedoch dazu, bestimmte Funktionen zu steuern, die dann jeweils ein Gadget grafisch visualisiert. Somit kann ein Gadget erst dann auf dem Desktop in Erscheinung treten, wenn Sie das entsprechende Modul als Voraussetzung aktivieren.

Im Menü Einstellungen | Module finden Sie eine Vielzahl solcher Module. Nach einem Mausklick auf das jeweilige Modul und anschließend auf die Schaltfläche Laden stellt E17 die entsprechende Funktion bereit. In Bodhi Linux sind bereits mehrere Module wie beispielsweise die Systemleiste oder das Startmenü aktiviert. Um anschließend auch seltener benötigte Gadgets auf den Desktop zu zaubern, wählen Sie im Menü Einstellungen den Eintrag Helfer. Im sich öffnenden Fenster wählen Sie nun die entsprechenden Gadgets durch Anklicken aus und platzieren diese mit einem weiteren Klick auf den Button Helfer hinzufügen auf der Arbeitsoberfläche (Abbildung 1).

Abbildung 1: Module erweitern die Funktionalität von Enlightenment E17.

Bodhi Linux

Das aus den USA stammende Bodhi Linux hat es sich ähnlich wie das Mandriva-Derivat Unity Linux [3] zum Ziel gesetzt, eine Core-Distribution anzubieten, die der Anwender möglichst einfach um seine bevorzugten Applikationen erweitern kann. Demzufolge finden Sie in Bodhi Linux auch keine mit Anwendungen überfrachteten Menübäume, sondern lediglich einige wenige Tools wie Synaptic zum Paketmanagement oder den Webbrowser Midori sowie das LX-Terminal, die für das individuelle Anpassen des Systems unentbehrlich sind.

Aufgrund der Basis Ubuntu mit ihrer gigantischen Software-Auswahl von mittlerweile über 31 000 Paketen fällt es auch Einsteigern leicht, das Betriebssystem um die erwünschten Programme zu erweitern. Zudem bleiben dem Bodhi-Anwender halbjährliche Installationsorgien wie bei Ubuntu erspart: Die Distribution orientiert sich an den LTS-Versionen des Vorbilds, die alle zwei Jahre erscheinen und drei Jahre lang gepflegt werden.

Nach dem Download des nur knapp 380 MByte großen ISO-Images [4] und dem Brennen auf eine CD begrüßt Sie Bodhi Linux beim ersten Start mit lediglich drei Einträgen im Bootmanager. In den meisten Fällen können Sie den ersten Eintrag zum Live-Betrieb auswählen. Der Ubuntu-Unterbau hat jedoch in den neueren Versionen gelegentlich Probleme mit der korrekten Ansteuerung älterer Grafikkarten, sodass Bodhi Linux alternativ auch den speziell für ältere Systeme gedachten Start im VESA-Modus gestattet.

Schon nach recht kurzer Ladezeit überrascht Enlightenment mit einem grafischen Menü, in dem Sie ein Startprofil auswählen können: Je nachdem, ob Sie die Distribution auf einem Desktop, Laptop oder Tablet testen oder installieren möchten, wählen Sie hier den passenden Eintrag aus. Weitere Profiloptionen, die sich auch an den grafischen Möglichkeiten der Hardware orientieren, bieten zusätzlich optische Effekte. Nach einem Klick auf die Schaltfläche Next unter dem Auswahlfenster offeriert das System in einem weiteren Schritt eine Reihe von Themes für den Desktop. Haben Sie sich für eines davon entschieden, erscheint die komplette Arbeitsoberfläche innerhalb von Sekundenbruchteilen.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie nun plötzlich fliegende Pinguine auf dem Display sehen: In diesem Fall haben Sie das Profil Fancy ausgewählt, das von Anbeginn an Bewegung auf den Bildschirm bringt. Der Desktop wirkt ansonsten aufgeräumt: Von Haus schwebt eine Analoguhr als Gadget auf der Arbeitsoberfläche, und unten mittig finden Sie die Dockleiste IBar (Abbildung 2). Sie zeigt die animierten Schaltflächen der Programmstarter vergrößert an, sobald Sie mit dem Mauszeiger darüber fahren.

Abbildung 2: Der E17-Desktop von Bodhi Linux wirkt sehr aufgeräumt.

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