AA_zen_123rf-5458712_JohnReynolds.jpg

© JohnReynolds

Enlightenment E17 im Ubuntu-Derivat Bodhi Linux

Erleuchtet

Der legendäre Desktop Enlightenment E17 bringt reichlich Glamour auf den Monitor und geht dabei auch noch wieselflink an die Arbeit.

Ubuntu gilt als eine der beliebtesten Linux-Distributionen. Doch während die Entwickler sich bemühen, mit jedem neuen Release die jeweils aktuellste Hardware zu unterstützen, bleiben ältere Rechner oft auf der Strecke. Dieses Mankos hat sich das Ubuntu-Derivat Bodhi Linux angenommen, das mit dem legendären Enlightenment-E17-Desktop reichlich Glamour auf den Monitor bringt und dabei auch noch wieselflink an die Arbeit geht.

Der Desktop

Enlightenment E17 [1] war lange Zeit aufgrund seines schicken Designs optisch den gängigen Arbeitsoberflächen wie Gnome oder KDE weit überlegen und machte mit seinen ästhetischen visuellen Effekten Furore. Dem Desktop mangelte es jedoch an einer größeren aktiven Entwicklergemeinde, sodass er nur in wenige Distributionen als Standardoberfläche Eingang fand. Erst mit dem Einstieg des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung [2] beim Enlightenment-Projekt im Jahr 2009 kam erneut Bewegung in die Entwicklung: Die Oberfläche hat sich vom ewigen Alpha-Status gelöst und kommt mittlerweile sogar in High-Tech-Kühlschränken des schwedischen Konzerns Electrolux zum Einsatz.

Dabei hat Enlightenment E17 nichts von seinen Vorzügen verloren: Nach wie vor bietet der Desktop eine farblich in sich stimmige, optisch ansprechende Oberfläche mit visuellen Effekten, die bei anderen Arbeitsumgebungen viel Hardware-Ressourcen beanspruchen. Aufgrund des schlanken Designs, das mit eigenen Funktionsbibliotheken aufwartet, agiert Enlightenment daher auch auf älterer Hardware wieselflink. Dabei müssen Sie bei optischen Effekten auch dann keine Abstriche machen, wenn Ihre Hardware keine 3D-Techniken unterstützt.

Entwicklungsziel

Auf den ersten Blick wirkt das Entwicklungsparadigma des Enlightenment-Projekts antiquiert: Während gängige Oberflächen wie Gnome 3 oder Canonicals Unity dem Anwender möglichst alle Arbeit abnehmen möchten und sich daher kaum noch vernünftig konfigurieren lassen, gibt es bei Enlightenment nahezu nichts, was Sie als Nutzer nicht anpassten könnten.

Dazu müssen Sie sich nicht einmal von alten Gewohnheiten trennen: Enlightenment ist bei den meisten Distributionen bereits so vorkonfiguriert, dass Sie die Einstellungsdialoge in einem entsprechenden Menübaum zusammengefasst vorfinden. Geänderte Optionen werden dabei meist sofort umgesetzt, sodass lästige und zeitaufwendige Neustarts von Fenstermanager und Desktop entfallen. Gadgets, Module, Dockbars sowie Transparenz, Schatten und Animationen – es gibt nichts an innovativen Techniken auf dem Desktop, was Enlightenment nicht bieten könnte.

Die ersten Versionen von Enlightenment waren noch als reiner Fenstermanager ohne nennenswerte eigene Funktionalität im Bereich des Desktops konzipiert. Inzwischen hat sich E17 dank neu entwickelter Bibliotheken zur grafischen Gestaltung der Benutzerschnittstelle und unterschiedlicher integrierter Programme zur vollwertigen Arbeitsumgebung gemausert. Eng mit E17 verzahnt arbeiten unter anderem der Netzwerkmanager Exalt, das Präsentationstool Eyelight, der Fotomanager Enki sowie der Dateimanager EFM. Viele weitere kleine Applikationen sind in Entwicklung und nähern das Funktionsspektrum des E17-Desktops immer mehr den beiden Platzhirschen Gnome und KDE an.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Erleuchtung
    Bodhi Linux 3.1.0 vereint die Vorzüge von Ubuntu mit dem brandneuen Moksha-Desktop, einem Fork von Enlightenment E17. Dabei eignet sich das System ganz ausgezeichnet für den Einsatz auf älterer Hardware.
  • Erste Enlightenment-17-Distribution verfügbar

    Ein Leichtgewicht unter den Linux-Distributionen soll Bodhi Linux sein, und da passt der flinke Enlightenment-Desktop gut dazu. Der ist nach 12 Jahren Entwicklungszeit gerade in Version 17 erschienen, und Bodhi Linux tritt als erste Distribution auf den Plan und bringt seine neueste Version mit E17 heraus. Vorerst für 32-Bit-Intel-Architektur, doch ARM und 64 Bit sollen folgen.
  • Enlightenment Core-Bibliothken jetzt offiziell im Beta-Status
    Enlightenment ist so ein bisschen der Duke-Nukem-Forever-Desktop für Linux. Seit über vier Jahren arbeiten die Entwickler an der neuesten Version, von einem Release keine Spur.
  • Schlanke Desktopalternative Enlightenment
    Die Desktopumgebung Enlightenment ist nicht nur leichtgewichtig und schnell, sondern auch modisch schick – das sagen zumindest die Entwickler. Doch gut aussehen alleine reicht nicht. Wie schlägt sich Enlightenment E17 im Alltag?
  • Bodhi Linux 3.1.0 veröffentlicht
    Die Macher der Distribution Bodhi Linux haben eine neue Version herausgegeben, die erstmals den eigens für die Distribution entwickelten Moksha Desktop mitbringt. Der wiederum ist ein Fork des Enlightenment Desktop E17.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2017: EFFIZIENTES BÜRO

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 9 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 1 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...
Hilfe ich verstehe das AWK Programm nicht
Alex Krug, 09.02.2017 10:04, 3 Antworten
Hallo Liebe Linux Community, im zuge meiner Arbeit bin ich auf dieses AWK Programm gekommen....
Problem beim Upgrad auf Opensuse Leap 42.2
Klaus Sigerist, 09.02.2017 08:56, 6 Antworten
Hallo zusammen! Ich habe mein Opensuse 13.2 auf das neue Leap upgraden wollen. Nach dem Einlege...