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© LNM AG

Doppelt gemoppelt

Dual-SIM-Smartphone Simvalley SPX-5 UMTS

22.02.2012
Mit einem opulenten 5,2-Zoll-Display und Dual-SIM-Support lockt das Android-Smartphone Pearl Simvalley SPX-5 UMTS die Käufer.

Wieder einmal bietet der Technik-Discounter Pearl ein Dual-SIM-Android-Smartphone an. Anders als das in Ausgabe 10/2011 getestete Simvalley SP-60 kommt das SPX-5 UMTS [1] aber mit einem beinahe riesenhaften 5,2-Zoll-Display daher. Mit 230 Euro für den Zwitter aus Tablet und Smartphone wagt sich Pearl in Preisregionen vor, in denen die Ansprüche der Kunden zu Recht langsam steigen. Allerdings tummelt sich Pearl mit seinen Dual-SIM-Androiden unverständlicherweise nach wie vor noch relativ alleine auf weiter Flur.

Lediglich Samsung plant als einziger Markenhersteller mit den Modellen Galaxy Y Pro Duos und Galaxy Y Duos Dual-SIM-Smartphones, deren Preise zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht feststand. Wenngleich das Samsung Galaxy Note [2] mit einem ähnlich großen Display aufwartet, verbietet es alleine der Preisunterschied von knapp 300 Euro, die Geräte miteinander zu vergleichen.

Simvalley SPX-5 UMTS

Hersteller Simvalley Mobile
Modell SPX-5 UMTS
OS Android 2.3.5 "Gingerbread"
Display 5,2 Zoll, 480x800 Pixel
Prozessor 650 MHz CPU, 300 MHz GPU
RAM 512 MByte
Speicher 256 MByte (bis 32 GByte via MicroSD)
Kameras Rückseite 8 MPixel (bis 1280 x 720 Video), Vorderseite (für Videotelefonie)
Anschlüsse Micro-USB, 3,5 mm Klinke, Docking-Port
Sensoren Lage, Beschleunigung, Helligkeit, GPS
Akku LiIon, 2.500 mAh, 3,7 Volt
Maße 15 x 8,1 x 1,1 cm, 208 g
Netzwerk
GSM GSM 850/900/1800/1900
UMTS HSDPA (max. 14,4 Mbit/s)
WLAN 802.11b/g (max. 54 Mbit/s)
Bluetooth 2.1EDR mit A2DP
Multimedia-Formate
Audio AAC, AAC+, AAC++, AMR, MP3, WAV, WMA, OGG
Grafik BMP, GIF, JPEG, PNG
Video 3GPP, H.263, H.264, MPEG4, WMV
Performance
Antutu-Benchmark 1635 Punkte
Antutu-Tester (Akku) 878 Punkte
Vellamo-Benchmark 236 Punkte
Bezugsquelle
Vertrieb Pearl Agency, 79426 Buggingen
Produktseite http://www.pearl.de/a-PX3459-4073.shtml
Lieferumfang Ladegerät, deutsche Bedienungsanleitung
Preis 229,90 Euro

Ausgepackt

Wie bei Pearl respektive Simvalley üblich kommt das Smartphone in einer recht unspektakulären Verpackung, dessen Inhalt sich neben dem Gerät auf ein Ladekabel und eine Kurzbeschreibung beschränkt. Das Gerät selbst wirkt auf den ersten Blick befremdlich: Für ein Tablet zu klein, für ein Smartphone zu groß. Dieser Eindruck verdichtet sich noch, sobald man das Gerät in die Hand nimmt. Trotz seiner runden Formen wirkt es alleine schon wegen der Dimensionen und seines nicht unerheblichen Gewichts von über 200 Gramm eher unhandlich.

Auf der rechten Seite befindet sich eine relativ große Abdeckung, unter der sich die Kontakte für eine Tastatur-Dockingstation [3] befinden, die Pearl gesondert zum Preis von 24,90 Euro anbietet. Etwas ungewöhnlich erscheint auch der gleich doppelt vorhandene Home-Button: Einer mechanische Version liegt an der unteren Gehäusekante, ein Touch-Sensor residiert links darüber unterhalb des Displays. Für Verwirrung sorgt zunächst die sogenannte Android-Taste links über der Lautstärkewippe. Betätigt man sie, erscheint in der Status-Bar ein kleines Schloß mit einem Pfeil drumherum – welchen Zweck sie erfüllt, erklärt aber weder das Handbuch noch eine anderweitige Hilfe. Erst eine Recherche in einschlägigen Foren ergab, dass die Taste das automatische Drehen des Displays beim Neigen des Geräts (de-)aktiviert.

Wie üblich befindet sich an der oberen Gehäuseseite der An/Aus-Schalter, links daneben die Entriegelung für den Rückdeckel. Nimmt man die Schale ab, kommen scharfe Kanten zum Vorschein – eine unsaubere Verarbeitung. Unter dem Akku befinden sich Einschübe für eine MicroSD-Karte und zwei SIM-Karten (Abbildung 1). Anders als beim Vorgänger wurden übereinander statt nebeneinander platziert. Karte 1 stecken Sie in den oberen Schacht, Karte 2 in den unteren.

Abbildung 1: Unterhalb des Akkus befinden sich die beiden Einschübe für die SIM-Karten.

Paarlauf

Nach dem Anschalten erfolgt zunächst die Abfrage beider PIN-Nummern, nach deren Eingabe ein blaues und ein rotes Verbindungs-Icon Aufschluss über deren Konnektivität geben. Welche Karte welchen Dienst übernehmen soll legen Sie unter Einstellungen | SIM-Verwaltung fest (Abbildung 2).

Abbildung 2: Simvalley ergänzt die Einstellung von Android um die SIM-Verwaltung, in der Sie unter anderem einstellen, welche Karte für welchen Dienst zuständig zeichnet.

So können Sie beispielsweise über Karte 1 zu telefonieren und über Karte 2 im Web surfen. Entscheiden Sie sich bei Sprachanruf für Immer nachfragen, erscheint vor jedem ausgehenden Anruf ein Abfragedialog, in dem Sie den Anbieter auswählen.

Wie schon beim Vorgänger funktionierte der Betrieb mit den beiden SIM-Karten im Test völlig problemlos und gab keinerlei Anlass zur Kritik.

Innere Werte

Das Datenblatt des SPX-5 UMTS liest sich weitgehend unspektakulär. Ein 650-MHz-CPU sorgt für den Vortrieb. Ihr steht eine 300-MHz-GPU zur Seite, welche den grafischen Part übernimmt. 512 MByte Arbeitsspeicher sind zwar nicht üppig, aber für die meisten Fälle ausreichend. Anders sieht es hier beim internen NAND-Speicher (256 MByte) aus: Für den Anwender bleiben rund 160 MByte verfügbar, definitiv zu wenig. Je nach Größe reicht bereits ein Dutzend Apps aus, um den Platz zu belegen.

Erwartungsgemäß fielen die Benchmarks ebenfalls unspektakulär aus. Während das Phone bei Antutu [4] noch auf vergleichsweise respektable 1635 Zähler kommt, erreicht es bei Vellamo [5] lediglich 236 Punkte und ist damit eines der schwächsten jemals in der Redaktion getesteten Geräte.

Umso überraschter waren wir, dass das Smartphone gerade beim Browsen eine wirklich gute Figur abgab, dessen Performance Vellamo eigentlich misst. Sämtliche Referenzseiten (Amazon, eBay, Spiegel Online, …) lädt das Gerät in akzeptablen Zeiten von 15 bis 20 Sekunden. Auf sehr skriptlastigen und umfangreichen Seiten wie etwa Bild.de zeigte das SPX-5 UMTS beim Navigieren und Zoomen mit deutlichen Rucklern dann aber doch an, dass seine Kapazitätsgrenzen erreicht waren.

Ebenfalls erfreulich fiel der Akku-Leistungstest Antutu Tester [6] aus, bei dem das Phone auf beachtliche 878 Punkte kommt. Das ist für ein Smartphone ein außerordentlich guter Wert, den sonst lediglich Tablets mit deutlich stärkeren Energiespeichern toppen. Das SPX-5 UMTS liegt damit gleichauf mit dem Motorola Xoom und deutlich besser als beispielsweise das HTC Incredible S.

Im Multimedia-Bereich wartet das Phone auf der Rückseite mit einer 8-MPixel-Kamera auf, der ein LED-Blitz zur Seite stehen soll. Der erweist sich allerdings im Vergleich zu anderen Smartphones als erbärmliche Funzel, die nicht einmal ausreicht, um Objekte aus nächster Nähe halbwegs vernünftig auszuleuchten. Mit der passenden App funktionieren Sie das LED aber immerhin zur Taschenlampe um. Zum Videochatten spendierte der Hersteller dem SPX-5 UMTS in der Front eine zusätzliche kleine Kamera, deren Auflösung er allerdings nicht angibt.

Obwohl dem Handy/Tablet-Zwitter die Version 3 von Android besser zu Gesicht gestanden hätte, bevorzugten die Entwickler mit "Gingerbread" den auf Smartphones ausgelegten 2.3er-Zweig. Abgesehen von der Software zum Steuern der zwei SIM-Karten bietet das Gerät kaum zusätzliche Programme. Da es aber die Google-Tools und damit auch den Market enthält, installieren Sie die gewünschten Apps problemlos darüber nach.

Angesichts der Bildschirmgröße von 5,2 Zoll dürfte die Auflösung durchaus etwas mehr als 480 x 800 Bildpunkte betragen, auch die Blickwinkelstabilität ist höchstens Mittelmaß. Vor allem über die Längsachse nach vorne gekippt reichen bereits wenige Grad Abweichung aus, um das Bild erheblich abzudunkeln.

Fazit

Wie auch beim Modell im vorigen Test zieht beim Pearl Simvalley SPX-5 UMTS das Verkaufsargument Dual-SIM nach wie vor. Im Test verwaltete das Smartphone die zwei Karten völlig problemlos. Der restlichen Leistungsmerkmale des Smartphones allerdings fallen allenfalls in die Kategorie Mittelklasse – das ist angesichts des nicht ganz günstigen Preises definitiv zu wenig. 

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