Plugins und Applets

Eine andere Form des Feinschliffs für XFCE stellen Applets dar: Sie residieren nicht wie Gadgets permanent auf der Arbeitsoberfläche. Stattdessen nehmen Sie sie bei Bedarf in die Panelleiste auf. Insbesondere für mobile Anwender, die primär mit dem Notebook arbeiten, sind die Applets in der Panelleiste sehr nützlich, denn sie präsentieren auf kleinem Raum wichtige Informationen. Da das Panel (zumindest in der Regel) nicht wie Gadgets unter Fenstern auf der Arbeitsoberfläche verschwindet, bleiben die angezeigten Daten stets sichtbar.

Nutzer mobiler Hardware behalten gern die Temperatur der Komponenten im Auge, um so eine mögliche Überhitzung des Systems zu vermeiden. Moderne Notebooks bringen dazu mehrere Sensoren an thermisch sensiblen Komponenten mit, die sie permanent auslesen. Damit Sie die Temperaturwerte angezeigt bekommen, legen Sie unter XFCE ein Sensor-Applet in die Panelleiste. Dies geschieht bei Dreamlinux, indem Sie zunächst aus den Repositories das Paket xfce4-goodies herunterladen und installieren. Darin befinden sich viele Erweiterungen für den XFCE-Desktop, welche die von der Hardware gelieferten Informationen auslesen und anzeigen.

Nach der Installation des Paketes klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Panelleiste und wählen das Menü Panel | Add New Items aus. Anschließend erscheinen alle derzeit im System vorhandenen Plugins in einer übersichtlichen Listen. Dort wählen Sie den Eintrag Sensor plugin aus und platzieren das Applet mit den spezifischen Temperaturwerten per Klick auf den Button Add oben in der Panelleiste. Weitere interessante Plugins aus der Kategorie Hardware-Überwachung sind der System Load Monitor, der Battery Monitor sowie auch der CPU Frequency Monitor, die Sie alle auf die gleiche Weise installieren (Abbildung 6).

Abbildung 6: XFCE kennt auch Applets in der Panelleiste.

Exotische Software

Dreamlinux genießt seit jeher den Ruf, viele weniger bekannte Programme zu integrieren, bei deren Auswahl der Fokus auf einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch liegt, um das System so auch auf betagter Hardware einsatzfähig zu erhalten. Beim neuen Release 5 kommt man jedoch aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Entwickler haben für die tägliche Büroarbeit nicht mehr die aus dem Gnome-Fundus entliehenen Programme Abiword und Gnumeric in ihr System aufgenommen, sondern die Free Edition von Softmaker Office 2008. Damit erhalten Sie eine sehr schnelle, jedoch im Funktionsumfang den Gnome-Programmen deutlich überlegene Office-Suite.

Auch wenn es um das Betrachten von PDF-Dateien geht, setzt Dreamlinux auf kostenlose, aber proprietäre Software: Hier kommt der Foxit Reader zum Einsatz, der ähnlich schnell wie die freien PDF-Viewer arbeitet, jedoch teilweise eine bessere Darstellungsqualität liefert. Von den bekannten Kronjuwelen der freien Software hat es einzig der Bildbearbeitungsbolide Gimp in die Standard-Installation von Dreamlinux geschafft. Er dürfte aufgrund seines erhöhten Ressourcenbedarfs das langsamste Programm im Software-Fundus der Brasilianer sein.

Doch auch vor den XFCE-eigenen Programmen machten die Entwickler nicht Halt: Der schnelle, aber in frühen Versionen noch mit Stabilitätsproblemen kämpfende XFCE-Webbrowser Midori musste Googles Chromium weichen, statt Xfburn kommt Simpleburn als Brennprogramm für optische Medien zum Einsatz. Mithilfe der Toolsammlung xfce4-goodies, die Sie über Synaptic installieren, ziehen Sie im Bedarfsfall jedoch einige der originären XFCE-Applikationen nach.

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